Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Hambach: Schloss-Verkehr bleibt Reizthema

Blick vom Rathaus hoch zum Schloss.
Blick vom Rathaus hoch zum Schloss.

Noch immer gibt es für Hambach keine Lösung, wie die Verkehrsprobleme rund ums Hambacher Schloss gelöst werden können. Dennoch sollen nun erste Projekte zur Verschönerung des Ortes in Angriff genommen werden.

Was tun Eltern, wenn sich zwei Kinder streiten und keine Lösung in Sicht ist? Sie setzen sie auseinander und gehen das Thema Schritt für Schritt an. Genau das ist nun auch die Strategie der Neustadter Stadtverwaltung mit Blick auf das kommunale Entwicklungskonzept Hambach. Seit 2017 wird daran gearbeitet. Im Mittelpunkt stehen noch immer die Verkehrsprobleme. Denn das Weindorf ist zwar stolz auf das Hambacher Schloss als Besuchermagnet. Zugleich leiden die Bürger aber unter dem Verkehr, den die 300.000 Besucher pro Jahr mit sich bringen.

Eine Lösung zeichnet sich aktuell auch nicht ab, erläuterte Carmen Wunn, Abteilungsleiterin Stadtplanung im Ortsbeirat. Denn die Schloss-Stiftung lehne die von den Kommunalpolitikern bevorzugte Vollsperrung der Zufahrt (bis auf wenige Ausnahmen) samt Einführung eines Shuttle-Verkehrs ab. Um aber zumindest andere Ziele aus dem Konzept zur Verschönerung Hambachs in Angriff nehmen zu können, schlug Wunn vor, das Papier nun als „Zielvision“ zu verabschieden. Inhaltlich könne man dann das Thema Ortsentwicklung mit der Aussicht auf Landesförderung angehen und zudem weiter mit dem Schloss über eine Lösung bei der Verkehrsproblematik verhandeln, so Wunn. Der Ortsbeirat stimmte dem letztlich einstimmig zu. Jetzt fehlt noch das grüne Licht von Bauausschuss und Stadtrat.

Neue Beschilderung

Wunn verwies auf das Stadtdörfer-Projekt auf der Haardt, wo auch mit Mitteln des Landes nun verschiedene Vorhaben umgesetzt werden können. Diese Chance gebe es auch für Hambach. Als Beispiele nannte sie die Aufwertung von Plätzen und Brunnenanlagen im Weindorf sowie die Einführung eines Rundwegenetzes mit informativer Beschilderung. „Bei diesen Punkten herrscht Einigkeit. Das können wir alles losgelöst von der Verkehrsproblematik angehen“, so Wunn.

Beim Thema Hambacher Schloss und Verkehr gebe es trotz vieler Bemühungen noch keine Lösung. Aktuell diskutiere man darüber, für einzelne Bereiche wie Haupt- und Nebensaison sowie Tage mit Veranstaltungen Regelungen zu finden. Großer Wunsch von Stadt und Ortsbeirat sei es, den Individualverkehr in Hambach zu reduzieren. Daher wolle man auch die Möglichkeiten verbessern, etwa mit E-Bikes zum Schloss zu fahren. Auch eine gute Beschilderung für Fußgänger sei wichtig, so Wunn: „Damit Gäste sehen, das ist noch so weit, da kann ich auch laufen.“ Bis eine Lösung mit Blick auf ein Parkraumkonzept und eine Verkehrsregelung zum Schloss gefunden ist, seien wohl noch einige Gespräche nötig. Ziel sei, dass klassische Schlossbesucher und Wanderer künftig nicht mehr den Schlossberg hinauffahren, sondern ab Hambach einen Shuttle-Service nutzen. Zugleich brauche es eine Lösung, dass Besucher von Veranstaltungen auf dem Schloss (etwa Hochzeiten) weiter nach oben fahren können, erläuterte Wunn.

„Dort wird blockiert“

Im Ortsbeirat wollte man all das gar nicht mehr wirklich hören, denn über das Thema Verkehr diskutiere man schon seit Jahrzehnten mit dem Schloss. „Ich habe das Gefühl, die da oben wollen einfach nicht“, beklagte Pascal Bender (SPD). Die Ortsverwaltung sei täglich mit Beschwerden von Anwohnern wegen des Verkehrs befasst: „Daher müssen wir eine Lösung finden.“ Das bekräftigte auch Ortsvorsteherin Gerda Bolz (CDU): „Wir würden uns lieber nur mit dem Thema Verschönerung befassen, der Verkehr ist eine enorme Belastung.“

Obwohl sie der Kritik am Schloss zustimmten, sagten Andreas Bell (FWG), Claudia Dorka (SPD) und Kurt Werner (Grüne) auch, dass man die sich nun bietende Chance zur Weiterentwicklung Hambachs nutzen sollte.

Jürgen Grün (CDU) machte seinem Ärger Luft. Er fand es bezeichnet, dass für das Entwicklungskonzept 160.000 Euro ausgegeben worden seien, „aber wir sind noch keinen Meter weiter, wir ersticken am Verkehr“. Grün: „Das Schloss ist das Hauptproblem, dort wird blockiert.“

x