Neustadt Haltung auf rutschigem Geläuf
Edenkoben. Kaum einer seiner Bekannten hätte es für möglich gehalten, dass der in der Weltstadt München groß gewordene Nikolas Palmarini einmal richtig heimisch werden würde in Edenkoben. Mit dem pfälzischen Idiom hat er es allerdings weniger, da ist das Bayerische wohl noch zu sehr drin in dem 42-Jährigen, der bei der Landtagswahl am 13. März im Wahlkreis um Landau für die FDP antritt.
Doch der Reihe nach: In die Pfalz verschlagen hat es den Sohn eines Italieners und einer Deutschen durch seine Großmutter, eine geborene Pirrung. Als die ihm ihr Haus vererbte, war Palmarini zarte 13 Jahre alt. Erst viele Jahre später entschied sich der selbstständige, aus dem Rundfunkmetier gekommene Geschäftsmann mit seiner zum zweiten Mal schwangeren Frau zum Umzug von München nach Edenkoben. Bereut haben sie es bisher nie. Allerdings hat Palmarini seinen festen Schreibtisch noch in München. So muss er immer wieder mal dorthin pendeln, obwohl in der Pfalz ein Homeoffice-Platz bereitsteht. Seit 1998 fühlt er sich politisch bei der FDP am besten aufgehoben. „Die Liberalen sind die Alternative zu einer Großen Koalition. Die Mitte sollten wir stärken, nicht den braunen Rand“, sagt der Unternehmer, der sich gerne von der Partei in die Pflicht nehmen lässt, wenn eine wichtige Position zu besetzen ist. Das war vor fünf Jahren so, als er schon einmal für den Landtag kandidierte, seine Partei in Mainz allerdings rausflog. 2013 war er bereit, als Landratsbewerber ins Rennen zu gehen, musste dann mit knapp drei Prozent zufrieden sein. Ein Mann mit klarer Haltung auf rutschigem Geläuf ist er als Vorsitzender des Schlittschuh-Klubs Edenkoben: Dieser mit einer vollen Kasse gesegnete Verein hat es unter seiner Regie fertiggebracht, in Edenkoben eine Schlittschuhbahn zu installieren. Nicht nur beim Nikolausmarkt, sondern den ganzen Winter über, und zwar auf der Tennisanlage in der Villastraße. Ein Dorn im Auge ist ihm, dass die Landesregierung die Zwangsfusion Edenkoben-Maikammer unbedingt durchdrücken wollte, „trotz erheblicher Bedenken“. Nun müsse das Land Rheinland-Pfalz für die finanziellen Folgen aufkommen. (mik) Zur Person Nikolas Palmarini ist am 6. Juni 1973 in München geboren, hat 1998 dort eine Firma für Audioproduktion und Contentmanagement aufgebaut. Seit 15 Jahren verheiratet mit einer Rechtsanwältin, Vater von drei Kindern im Alter von 13, 11 und 9 Jahren. Er fährt einen BMW und gerne auch Ski, bevorzugt klassische Musik ebenso wie Rock und Pop sowie italienische und pfälzische Küche.