Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Haßlocher Osterlauf: Fortsetzung erwünscht

62 kleine Mädchen und Jungen liefen 850 Meter im Bambinilauf.
62 kleine Mädchen und Jungen liefen 850 Meter im Bambinilauf.

Für ambitionierte Langstreckenläufer ist der Haßlocher Osterlauf eher eine lockere Trainingsrunde. Für Freizeitläufer, deren Familien und Freunde ist ein Start bei der Staffellauf-Premiere ein gelungener Auftakt in die Osterwoche.

Zum 50-jährigen Vereinsbestehen ließ der LC Haßloch eine alte Tradition mit einem Frühjahrslauf aufleben und bot am Karsamstag vier verschieden lange Strecken an: 850 Meter im Bambinilauf, 3,2 Kilometer im Schülerlauf sowie sieben und 21,1 Kilometer. Mit rund 400 Teilnehmern über diese vier Distanzen war es eine gelungene Veranstaltung: Fortsetzung erwünscht.

Über sieben Kilometer und dann auch im anschließenden Halbmarathon glänzte bei den Frauen Tanja Hellmann (LG Rülzheim). Sie machte vor ihrer Babypause unter ihrem Geburtsnamen Griesbaum die süddeutsche Laufszene unsicher. Jetzt kommentierte sie ihre Zeit von 26:08 Minuten (sieben Kilometer) und 1:26 Stunden (Halbmarathon): „Es waren zwei ordentliche Trainingsläufe heute.“ Auch für Lennart Nies (TV Maikammer), der mit fast einer Minuten Vorsprung die kleine Runde in 22:40 Minuten gewann, war der Tag damit noch nicht beendet. Er stellte sich in den Dienst der Halbmarathonstaffel des TV Maikammer, die souverän die Prämie von 150 Euro einheimste. Neben Nies waren noch Marcel Job und Laura Pauli für Maikammer am Start.

Osterlauf als Familientreffen

Für Pauli wurde der Osterlauf zu einem gelungenen Familientreffen. Denn auch Ehemann Felix und ihre Eltern Monika und Claus Mees bildeten ein Trio über die Halbmarathon-Distanz. Allerdings war diese Staffel weniger leistungsorientiert unterwegs als die ehrgeizigen Südpfälzer. „Wir wollen nur vor den Ludwigshafener Triathleten bleiben. Wir sind reine Freizeitläufer“, betonte Vater Claus. Sein Schwiegersohn Felix war zwar früher auf langen Strecken unterwegs, doch während des Studiums und nun als frischgebackener Zahnarzt mit eigener Praxis kommt er nur noch selten zum Laufen, „vielleicht zweimal in der Woche“. „Unser Schwiegervater hat uns gefragt, und das ist doch jetzt ein toller Familienausflug“, stellte er fest.

Doch im Osterlauf ging er dennoch mit Ehrgeiz auf die Runde und hielt locker das Tempo einer kleinen Gruppe mit. „Es hilft, im Pulk zu laufen. Einen Viererschnitt laufe ich im Training nie“, gestand Felix Pauli. Ein Viererschnitt bedeutet, einen Kilometer in vier Minuten zurückzulegen. Großeltern und Eltern gingen mit gutem Beispiel für die sechsjährige Lotta Pauli voran. Sie startete für den TV Maikammer im Bambinirennen über 850 Meter und belegte Rang drei.

Lob für die Helfer

Das Ziel, den „Tri-Treff-Ludwigshafen“ hinter sich zu lassen, gelang der Familienstaffel Mees-Pauli. Dort schickte Startläuferin Sabine Denig mit einem völlig entspannten Lächeln ihren Mann Frank auf die zweite Runde. Sie urteilte: „Eine Staffel ist einfach ein schönes Teamerlebnis. Wir sind dankbar für jeden Helfer, der uns hier den Start ermöglicht. Es gibt immer weniger Volksläufe. Dieser Wettkampftag ist für die Helfer viel länger als für uns Sportler.“ Mit 15 Staffeln wurde das Angebot des LCH gut angenommen, sich die Halbmarathon-Distanz mit zwei Teamkollegen zu teilen.

Auch Sholeen Kunitz wollte ein gutes Vorbild für ihre Kindertrainingsgruppe des LC Haßloch sein. Die 26-jährige Diplom-Finanzwirtin absolvierte vor rund drei Jahren ihren letzten Volkslauf. „Aber heute veranstaltet es der eigene Verein. Doch die Zeit spielte für mich keine Rolle“, betonte sie. Auf der Sieben-Kilometer-Runde kam sie nach 34:03 Minuten ins Ziel und belegte damit Rang acht bei den Frauen. Sie erzählte: „Wenn wir Kindertraining haben, fordern die Kids schon ein, dass wir uns auch beteiligen. Etwa bei den Spielen zum Aufwärmen oder auf der Schlussrunde. Daher bin ich schon ein bisschen trainiert.“ Sie hat nun den Nikolauslauf in Haßloch im Dezember im Blick.

Schokohasen für alle

Anders als in der Ausschreibung erwähnt, gab es für alle Sportler, nicht nur für die kleinen, einen großen Schokoladenhasen. Auch hier waren Familienmitglieder eingespannt. Gabriele Sölter und Judith Berlin warteten mit ihrem Hasenkarton im Ziel auf die Läufer. Bei Familie Sölter war Sohn Christoph in der Organisation eingebunden, ihr Mann Rainer und Sohn Pascal regelten die Zufahrt am Parkplatz. Judith Berlins Vater ist der umtriebige Vorsitzende des LCH.

Sölter und Berlin beobachteten, dass die Sportler zunächst eine Verschnaufpause und einen Becher Tee benötigten, ehe sie auf einen Schokohasen zurückgriffen. Gabriele Sölter: „Mein Sohn Christoph checkte jeden Tag, wie viele Teilnehmer gemeldet waren. Wir haben aber noch genügend Hasen in Reserve gehabt, falls am Veranstaltungstag noch spontane Meldungen gekommen wären. Was jetzt übrig bleibt, erhalten unsere Kinder im Verein.“ Die beiden Hasenverteilerinnen benötigten indes ein großes Stehvermögen. Schließlich mussten sie in jedem Wettbewerb warten, bis der Letzte im Ziel eintrudelte. So war Georgios Keridis aus Griechenland im Halbmarathon als 118. erst nach 2:32 Stunden im Ziel. Sein Motto: „Dabei sein ist alles.“

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