Leichtathletik
Haßlocher Nikolauslauf auf bestenlistenfähiger Strecke
Der LC Haßloch feiert in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Vereinsbestehen. Doch den Nikolauslauf, der am Samstag über die Bühne geht, gibt es erst zum 49. Mal. Das Geheimnis ist schnell gelöst: Denn wie bei vielen Veranstaltungen machte Corona ein Strich durch eine kontinuierliche Volkslaufplanung. 2020, im ersten „Corona-Jahr“ musste der Lauf ausfallen.
Ohne Halbmarathon
Doch Jubiläum hin oder her, die Volksläufer strömen noch nicht wie in den Jahren vor der Pandemie an die Startlinien. Eine Woche vor dem ersten Startschuss liegen erst 160 Anmeldungen vor, davon 102 Teilnehmer für die Zehn-Kilometer-Distanz. Anders als in den Anfängen und späteren Jahren gibt es keinen Halbmarathon mehr in Haßloch. Dafür ist die Strecke, die am Badepark beginnt und endet, amtlich vermessen, im Läuferjargon also „bestenlistenfähig“. Zum letzten Mal allerdings ist an Start und Ziel Martin Hellige mit der Zeitmessanlage und seinem Unternehmen „de-timing“. „Wir machen noch den Silvesterlauf in Schifferstadt, dann ist Schluss“, hatte er am Rande des Volkslaufs in St. Martin vor drei Wochen erklärt. Über die Gründe für seinen Ausstieg aus der Laufszene hatte er sich nicht weiter äußern wollen. Doch er sei zuversichtlich, so Hellige, dass sich in der Region ein Nachfolgeunternehmen für die Zeitmessung finden werde.
Jedenfalls war der Nikolauslauf in den 50 Jahren des LCH ein besonderer Höhepunkt, der viele Langstreckler in den Haßlocher Wald gelockt hat.
Feier mit 170 Gästen
Die Gründung des LCH haben seine Mitglieder kürzlich vor über 170 Gästen würdevoll gefeiert. Acht Gründungsmitglieder waren anwesend, darunter auch Albert Sachs. Er war nicht nur von Beginn an dabei, sondern über drei Jahrzehnte lang LCH-Vorsitzender. Es hatte kaum eine Leichtathletikveranstaltung in der Region gegeben, in der er nicht als Zuschauer und Fan „seine“ Athleten unterstützt hatte. Einen besonderen Schwerpunkt bildet im LCH die Freundschaft zu Haßlochs Partnergemeinde Viroflay. „Die 24-Stunden-Rennen in den 1980er-Jahren waren unvergessliche Erlebnisse“, erzählt Werner Dreger, Organisator einer „Non-Stopp-Staffel über 670 Kilometer 1981. Auf der Jubiläumsfeier gab es noch weitere Höhepunkte zu würdigen: So mit Mathias Walenta, der 1989 Senioren-Weltmeister über 10.000 Meter geworden war. Oder erstaunliche Pfalzrekorde der Gehergruppe, Leo Frey hält heute noch die Pfalzbestmarken über zehn und 20 Kilometer Gehen. Und das Jubiläumsjahr krönt Lars Urich mit seinem deutschen Meistertitel im Stabhochsprung.
Einst in der TSG
Doch wie kam es überhaupt zur Gründung des LCH 1973? Waren doch die Leichtathleten damals zunächst in der TSG Haßloch eingeschrieben. Doch in dem Mehrspartenverein war man immer von den Entscheidungen des Gesamtvereins abhängig. Ende 1973 trat die Leichtathletik-Abteilungsleitung der TSG zurück. Dies wurde zur Geburtsstunde des LCH. Die Gründungsmitglieder Albert Sachs, Edgar Bücher, Hans Rech, Eugen Hartmann, Werner Gall, Ernst Wenz, Albert Mayer und Günther Fuhrmann wagten den Absprung. Nach einigen Wochen waren bereits 60 Mitglieder an Bord, heute sind es 480. In den vergangenen drei Jahren gab es ein Plus von 50 neuen Sportlern.
Laufen auf beleuchteter Strecke
Die Basis für ein Waldlauftraining wurde mit der beleuchteten Rundstrecke am VfB-Sportplatz dank einiger Sponsoren 1980 geschaffen. So ist auch in der dunklen Jahreszeit ein sicheres Training im Freien möglich. Erwähnenswert ist auch der „Heinrich-Rummel-Preis“: eine Auszeichnung für außergewöhnlichen Einsatz eines Mitglieds. Gleichzeitig wird damit auch des großen Haßlocher Leichtathleten Rummel gedacht, der in den 1930er-Jahren im Dreisprung und Weitsprung erfolgreich war. Sein Titel im Dreisprung auf den süddeutschen Meisterschaften Mitte 1930 wurde mit einem Empfang am Bahnhof und einem Umzug mit Spielmannszug durch den Ort gefeiert. Der LCH in seiner Chronik vor 25 Jahren: „Rummel achtete den Gegner, lebte die Kameradschaft und liebte die Geselligkeit. Er war sportlich und menschlich ein Vorbild.“
Doch zurück zum Nikolauslauf. Online-Anmeldungen für fünf Kilometer, zehn Kilometer und den Lauf der Bambini über 800 Meter sind noch bis Donnerstag möglich. Danach sind Nachmeldungen am Samstag gegen eine weitere Gebühr von drei Euro vor Ort möglich.
Information
Start: Bambini: 12.30 Uhr, fünf Kilometer: 13 Uhr, zehn Kilometer: 14 Uhr. Start und Ziel am Badepark.