Am Rande der Bande
Haßlocher Finalglück
Der Mai und Juni sind im Fußballsport die spannendsten Monate. Es ist die Zeit, in der in allen Ligen die letzten Spieltage, die letzten Pokalrunden und auch die Entscheidungs- und Relegationsspiele um Auf- und Abstiege ausgetragen werden. Es sind die Ereignisse, in denen die Kassen kleinerer Vereine auch einmal richtig gut gefüllt sind, da sie viele neutrale Zuschauer anlocken. In diesem Jahr müssen die Fans darauf verzichten. Besonders weh tut sicherlich, wenn man beispielsweise sieht, wie dramatisch sich in der B-Klasse West des Fußballkreises Rhein-Mittelhaardt sich der Kampf um den zweiten Platz entwickelte.
Die Entscheidungsspiele sind es neben den Begegnungen in Pokalwettbewerben auch, an die man sich am längsten erinnert. 35 Jahre liegt ein solches des 1. FC 08 Haßloch inzwischen zurück. Nach fünf erfolgreichen Jahren als Spielertrainer des VfL Neustadt war Peter Schlegel im Sommer 1984 zu den 08ern zurückgekehrt. Punktgleich mit Spitzenreiter TuS Mechtersheim belegten diese nach dem letzten Spieltag der Saison 1984/1985 den zweiten Tabellenplatz der A-Klasse Vorderpfalz Mitte, so dass ein Entscheidungsspiel zwischen diesen beiden Mannschaften um die Meisterschaft fällig wurde. Dieses wurde am 26. Mai 1985 auf dem Rasenplatz des FV Hanhofen ausgetragen.
2000 Zuschauer
Bei brütender Hitze sorgten bereits vor dem Anpfiff etwa 2000 Zuschauern für eine tolle Atmosphäre. Der einzige Treffer dieses Spiels zum Haßlocher 1:0-Sieg fiel bereits in der zweiten Minute, als Christian Hess nach toller Vorarbeit von Reinhard Walter auf der rechten Seite eine Unachtsamkeit der Mechtersheimer Abwehr zur frühen 08-Führung nutzte. Walter hatte darüber hinaus kurz vor der Pause noch mit einem Lattentreffer Pech. Einer trotz zunehmend nachlassender Kräfte tollen Abwehrleistung und ihrem starken Torwart Roland Fecht hatten es die Haßloch zu verdanken, dass sie den Vorsprung bis zum Schluss verteidigten und dadurch bereits im ersten Jahr nach der Rückkehr von Trainer Peter Schlegel bereits wieder eine Meisterschaft feiern durften.
Nachdem Schlegel zunächst überwiegend auf Routiniers gesetzt hatte, leitete er nach dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga Vorderpfalz im Sommer 1985 eine deutliche Verjüngung der Mannschaft ein. Mit Ralf Bernert, Roger Falk, Michael Faust, Thomas Lichti, Michael Schade, Stefan Valceschini und Stefan Walburg baute er sieben bisherige Jugendspieler in die Stammelf ein. Zusammen mit den bereits im Aufstiegsjahr als Leistungsträger bewährten Thomas und Roland Fecht, Christian Hess und Stefan Krämer baute der Erfolgstrainer eine jungen Kader auf, von dem der Verein noch bis in die 1990er-Jahre zehrte.