Neustadt Hüttencharakter dank altem Holz

Der erste Bauabschnitt der umfassenden Renovierung der Wallberghütte ist bereits vollendet. Der hintere Teil des beliebten Ausflugsziels am Turner-Ehrenmal präsentiert sich in urigem Stil erneuert. Bereits im Sommer 2015 möchte der Eigentümer und Betreiber Uli Knecht den nächsten Bauabschnitt mit dem kompletten Abriss des mittleren Hauptteils, sowie den Neuaufbau und gleichzeitigen Umbau der Küche starten.
Die größere Investition wird sich noch ins Jahr 2016 ziehen, da auch der vordere Teil mit einer Glasfront, ganz im Stile einer Hütte saniert werden soll. Es war eine Investition, die die Turn- und Sportgemeinde (TSG) Deidesheim als ehemaliger Besitzer nicht stemmen konnte. Deshalb hatte sie die Hütte zum Jahreswechsel 2013 dem langjährigen Pächter Uli Knecht verkauft. Gleichzeitig hat die Stadt Deidesheim das Gelände in Erbbaurecht auf die Dauer von 50 Jahren an den neuen Eigentümer verpachtet. Die Resonanz auf den ersten Sanierungsabschnitt ist äußerst positiv. „Wir erhalten sehr viel Zuspruch von unseren Gästen für den Mut, die Hütte in einem urigen, aber dennoch nach modernen Gesichtspunkten, zu renovieren“, freut sich Knecht. Eine Entscheidung, die er und seine Familie sich nicht leicht gemacht hatten und auch künftig nicht machen werden. Immerhin waren und sind weiterhin Investitionen in sechsstelliger Höhe notwendig. Die vollständige Renovierung und die Abtrennung des großen Saales im hinteren Bereich der Hütte sei entsprechend den Plänen eines österreichischen Hüttenbauers vollständig gelungen. Ausschließlich über 100 Jahre alte Hölzer aus früheren Hütten wurden bei der Wallberghütte verwendet, so dass sich ein Teil der Immobilie als ein Stück uriger Hütte, die liebevoll gestaltet wurde, präsentiert. So hat Knecht diesen Teil mit dem Nebenzimmer auch dem früheren Vorsitzenden der TSG Deidesheim, Heinrich Haas, gewidmet. Dieser habe seine Familie dazu bewogen, die Hütte damals zu übernehmen und sie dabei unterstützt. Der erste Bauabschnitt wurde zu einem Schmuckstück, das man im Pfälzerwald nicht überall sehen kann. Im Zuge der Renovierung wurden auch die Toiletten nach den modernsten Gesichtspunkten gestaltet, ohne dabei den Hüttencharakter aus den Augen zu verlieren. Neu sind auch ein Babywickelraum sowie eine behindertengerechte Toilette. Im Sommer soll es weitergehen. Ein Grund, weshalb Uli Knecht und seine Familie auch in den letzten beiden Jahren im Schwarzwald, in Bayern, aber auch in Österreich unterwegs waren und sich verschiedene Hütten angesehen haben. Noch ehe er das Nebenzimmer nach den Plänen eines österreichischen Hüttenbauer umgebaut werden konnte, musste Knecht zunächst eine 1,2 Kilometer lange Versorgungsleitung vom Turnerehrenmal ins Tal verlegen. Hierfür investierte er einen mittleren sechsstelligen Betrag. Uli Knecht, der seit 1999 das Haus führte, wird es nach dem Eigentumsübergang nicht nur fortführen, sondern in den nächsten Jahren auch weitere zum Teil erhebliche Investitionen in die Infrastruktur der Hütte tätigen: „Wir werden schrittweise und in mehreren Abschnitten, vorwiegend in Eigenregie die Arbeiten vornehmen.“ Auf eine Schließung der Hütte will er verzichten. Im Sommer stehen der Abriss des mittleren Hauptteils und der gleichzeitige Neuaufbau und Neubau der Küche an. Diese Arbeiten sollen bis zum Herbst abgeschlossen werden. Die Baugenehmigung der Kreisverwaltung Bad Dürkheim liegt Knecht aktuell noch nicht vor, da hier noch die Zustimmung des Stadtrates Deidesheim notwendig sei. Im letzten Abschnitt plant der 52 Jahre alte Gastronom den Innenausbau der Hütte sowie die Erneuerung der Terrasse „mit viel Holz“. „Die Naturverbundenheit wollen wir wahren, deshalb werden wir auch weiterhin sehr viele alte Hölzer verwenden“, sagt Knecht. (wij)