Neustadt
Hütten im Pfälzerwald: So funktioniert der Neustart
Wie schon so oft in der Corona-Pandemie: Plötzlich ging es schnell. Am 1. Juni gab die Landesregierung grünes Licht für die Selbstbedienung in Pfälzerwald-Hütten und erlaubte die Öffnung schon ab dem Folgetag. Doch so schnell lässt sich eine politische Vorgabe in der Praxis nicht umsetzen.
Beispiel Weinbiethaus und PWV-Ortsgruppe Gimmeldingen: Hier sollen erst ab 19. Juni wieder Gäste bewirtet werden. Dieter Neuwald vom Verein betont, dass die Hütte seit November komplett geschlossen war: „Bei uns gilt der Grundsatz: Ohne Thekenverkauf lohnt sich die Öffnung nicht.“ Der Verein habe sich dann zwar über die Nachrichten aus Mainz am 1. Juni gefreut, „aber wir können das nicht von heute auf morgen umsetzen“. Denn eine Hüttenöffnung nach einer so langen Pause erfordere einen gewissen Vorlauf. So sind Anfang der Woche die Wasserleitungen gespült worden. Das dauere seine Zeit, zudem müsse dann noch die Analyse des Wassers abgewartet werden. Denn klar sei: Keime dürfen keine Chance haben. Doch nicht nur das: „Auch unsere Getränkelieferanten müssen uns erst noch versorgen.“
„Die Gäste fehlen uns“
Gestartet werde mit der Außengastronomie. Das Weinbiethaus sei zwar verpachtet, aber der Verein unterstütze die Wirtin bei der Logistik. Die Stimmung im Verein sei jetzt gut, sagt Neuwald. „Die Gäste fehlen uns.“ Daher seien alle froh, dass es nun wieder losgehen könne. Auch das Vereinsleben mit Wanderungen werde nach dem 19. Juni wieder starten. Im Weinbiethaus setzt der Gimmeldinger Pfälzerwald-Verein auf dasselbe Hygienekonzept wie 2020: „Das hat gut funktioniert.“ Zum Einsatz kommen Luftreinigungsgeräte und Trennwände zwischen den Tischen.
Ähnlich ist die Situation beim Pfälzerwald-Verein Hambach: Seine Hohe-Loog-Hütte wird bereits jetzt am Samstag wieder öffnen. Vorsitzender Peter Saling betont wie der Gimmeldinger Neuwald, dass es für die Vereine nicht möglich gewesen sei, vom einen auf den anderen Tag wieder den Betrieb zu starten. Saling zählt die Arbeiten auf, die seit vergangener Woche erledigt worden seien: Die Wasserleitungen wurden gespült, Ware wurde eingekauft, und die Hüttenhelfer wurden informiert sowie eingeteilt. „Wir denken, dass es jetzt funktioniert und freuen uns schon auf die Gäste“, sagt Saling. Vergangenen Samstag noch habe der Verein den 100. Geburtstag der Hohe-Loog-Hütte in digitaler Form gefeiert. Umso schöner sei es, dass nun der Betrieb im Jubiläumsjahr starten können.
Viel los auf der Hellerhütte
Der Verein vertraue dabei seinem Konzept aus dem Vorjahr: Abstandsregeln, Luftfilter, Spuckschutz. Studenten helfen bei der Kontakterfassung. Ganz wichtig sei zudem, so Saling, dass nun auch das Vereinsleben mit Wanderungen wieder beginnen kann.
Die Hellerhütte wiederum hatte zum verlängerten Wochenende rund um Fronleichnam schon geöffnet. „Es war sehr gut besucht“, freut sich Pächter und Wirt Ralf Keller. Dass er gleich auf die Freigabe der Mainzer Landesregierung reagieren konnte, habe er seinem „to go“-Angebot in den vergangenen Wochen zu verdanken. „Wir hatten also Ware da.“ Und in der Hütte herrschte somit etwas Betrieb, die Vorbeitungen für die Öffnung mit Selbstbedienung waren folglich nicht ganz so umfangreich.
Aktuell werden die Gäste nur im Freien bewirtet, daher sind die Öffnungszeiten auch eingeschränkt. Diese werden erst erweitert, wenn die Landesregierung auch die Innenräume komplett freigibt. „Wir sind aber einfach froh, wieder Gäste bei uns bewirten zu können“, sagt Keller. Den Wanderern gehe es ähnlich: „Die Stimmung war gut.“ Keller betont, dass es mit der Selbstbedienung gut funktioniert habe. Auch dank des Hygienekonzepts mit genauer Beschilderung und vorgegebenen Laufwegen.
Info
Wer wandern und in einer Hütte einkehren möchte, informiert sich am besten auf der Homepage des Pfälzerwald-Vereins (www.pwv.de). Dort finden sich aktuelle Angaben zu den Hüttenöffnungszeiten und auch Links zu den jeweiligen Vereinen für weitergehende Informationen.
