Neustadt Höchste Weihen wohl auch für die Pfalz
Gestern ist die 22. Auflage der internationalen Weinverkostung „Mundus Vini“ des Neustadter Fachverlags Meininger im Saalbau zu Ende gegangen. Sechs Tage lang wurden über 6700 Weine von einer Jury aus aller Welt getestet.
„Ein Großteil der Verkoster ist schon auf dem Heimweg“, sagte Verkostungsleiter Christian Wolf am späten Sonntagnachmittag, nachdem die letzten Ausrüstungsteile aus dem Saalbau ins Verlagsgebäude in der Maximilianstraße transportiert wurden. Jetzt läuft die Auswertung der Ergebnisse, mit deren Veröffentlichung Wolf in den kommenden zwei bis drei Tagen rechnet. „Es war anspruchsvoll und anstrengend, aber es hat auch wieder Riesenspaß gemacht“, sagt er nach dem Verkostungsmarathon. Beeindruckt habe die Jurymitglieder neben ihrer eigentlichen Arbeit auch eine Präsentation von Weinen aus Georgien, die einer der langjährigen Verkoster am Samstagabend im Rahmenprogramm in Deidesheim organisiert hat: „Trotz der jahrtausendealten Weinbautradition in Georgien sind die Weine selbst für Profis spannend“, so Wolf. „Die vielversprechende Zwischenbilanz vom Freitag hat sich weitgehend bestätigt“, sagt Wolf: Sowohl die Weine des 2016er als auch die des 2017er Jahrgangs seien weitgehend sehr überzeugend. Und auch für den Endverbraucher zeichne sich eine Weiterentwicklung des positiven Qualitätstrends ab: „Der Anteil der Weine, die sich wegen offensichtlicher Fehler einer Bewertung entzogen haben, lag unter einem Prozent“, erklärt Wolf. Damit sei die Wahrscheinlichkeit, einen fehlerhaften Wein beim Winzer zu kaufen, verschwindend gering. „Korkschmecker gibt es zwar nach wie vor, aber eben immer weniger“, fasst er zusammen. Wie schon in den Vorjahren wird auch bei der diesjährigen Verkostung eine Kappungsgrenze zum Einsatz kommen, die sich der Verlag schon vor vielen Jahren selbst verordnet hat, um eine inflationäre Medaillenverleihung zu vermeiden: Maximal 40 Prozent der angestellten Weine werden mit Silber, Gold und Großem Gold ausgezeichnet. Das bedeute, dass auch Weine, die eine sehr gute Qualität aufweisen, durch das Raster fallen könnten, wenn das allgemeine Qualitätsniveau die Messlatte hoch legt. „In der Regel bekommt etwa ein Prozent der Weine Großes Gold, und es zeichnet sich ab, dass unter diesen 60 bis 70 Weinen auch einige aus der Pfalz kommen“, sagt Wolf mit Verweis auf die herausragenden Rieslinge, die bei der Frühjahrsverkostung durch die Kehlen der Jury geronnen sind.