Neustadt Große Mehrheit für 50-Meter-Bahnen

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MAIKAMMER. Es sind vor allem die Dauerkartenbesitzer und regelmäßigen Besucher des Kalmitbades, die sich für die 50-Meter-Bahnen stark machen. Heike Scholhölter aus Maikammer („Dauerkartenbesitzer seit 20 Jahren“) findet, dass das Bad in seiner jetzigen Form „sowohl sportliche Schwimmer als auch Erholung und Spaß suchende Besucher anzieht“. Das 50-Meter-Becken sollte erhalten bleiben, „um Schwimmtraining jeglicher Vereine, Schulen und Schwimmbetrieb zu gewährleisten“, Sie wäre auch bereit, „einen wesentlich höheren Dauerkartenpreis zu bezahlen“, um die Betriebskosten besser abzudecken. Allerdings sollten die Eintrittspreise für Kinder und Jugendliche „weiterhin günstig bleiben“. Hannelore Thomas und Berthilde Straßner aus Maikammer („zwei, die während der Badesaison täglich, bei jedem Wetter, das Schwimmbad besuchen“) meinen, dass das Bad „neben dem Vergnügen auch der körperlichen Fitness und Gesundheit dienen“ soll. Sie schreiben : „Aus unserer Sicht müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um das vorhandene 50-Meter-Becken zu erhalten“. Denn: „Verkleinert man das Schwimmerbecken wie geplant um die Hälfte, ist an eine vernünftiges Schwimmen nicht mehr zu denken.“ Diese Befürchtung teilen mehrere Leser. Thomas Orth, Neustadt („regelmäßiger Schwimmer“) , hat festgestellt, dass über die gesamte Saison gesehen „das 50-Meter-Becken mit Abstand das meistbenutzte Becken ist“. Bei einer Halbierung frage er sich „Wie sollen sich die vielen Schwimmer auf eine solche Fläche verteilen?“ Insbesondere am Morgen und Abend teilten sich oft schon vier Schwimmer und mehr eine Bahn. In die gleiche Kerbe schlagen Irmgard und Walter Reckel, Neustadt („seit vielen Jahren in erster Linie wegen des 50-Meter-Beckens Dauerkarteninhaber“): „Schon jetzt ist zu verschiedenen Zeiten heftig Betrieb im Becken. Sollte die Schwimmerfläche halbiert werden, wäre dies nicht hinzunehmen.“ Auch Waltraud Anslinger, Kirrweiler, empfindet den Begegnungsverkehr zu Zeiten, in denen die Schwimmer ihre Bahnen ziehen, schon als „sehr groß“. Eine Verkürzung des Beckens um die Hälfte bedeute „doppelter Begegnungsverkehr und doppelte Anzahl von Drehungen am oberen und unteren Anschlag“. Ihre Meinung: „Im Schwimmerbecken soll geschwommen werden und nicht nur ausgewichen und abgebremst.“ Stefan Folz, Maikammer, stellt einem Schwimmbad („Hat auch ein langes Becken, in dem viele Menschen auf und ab schwimmen“) einem Spaßbad gegenüber mit einem „klitzekleinen 25-Meter-Becken für Schwimmer“ gegenüber: „Die haben dann jede Menge Spaß, wenn sie mit anderem zusammenstoßen und so neue Freunde finden.“ Für Andreas Oeynhausen, Maikammer, ist die 50-Meter-Bahn „ein Alleinstellungsmerkmal, um das wir von vielen anderen beneidet werden“. Er schreibt: „Wird das Becken um die Hälfte verkleinert, dann liegt es auf der Hand, dass sportliches Schwimmen – bei durchschnittlichen Besucherzahlen – wegen des größeren Gedränges kaum mehr möglich sein wird. In dem Becken ziehen gewöhnlich Sportschwimmer und gemächlichere Schwimmer ihre Bahnen, sind Aqua-Jogger, Taucher und andere unterwegs. Mitunter sind noch zwei Bahnen für Trainingszwecke abgesperrt. Es kann sich somit jeder leicht ausmalen, wie es dann zukünftig im halbierten Schwimmerbecken zugehen würde: ,Platz da, jetzt komme ich!’“ „Ein Schwimmer kann sowohl im 50- wie im 25-Meter-Becken schwimmen“, meint hingegen Patrick Christmann aus St. Martin. Er hat den Eindruck, dass das 50-Meter-Becken nur von „einer kleinen, dafür aber recht engagierten und motivierten Gruppe“ befürwortet wird. Christmann: „Für die überwiegende Mehrheit spricht eher ein attraktives Schwimmbad mit den genannten Attraktionen (Schwanenhälse, Wasserkanonen, Breitrutsche, Wasserspielplatz), die auch Familien und Kinder ansprechen. Ein Schwimmbad sollte ja auch schließlich für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv sein und nicht nur für passionierte und aktive Schwimmer. Für mich ist jedoch insbesondere die Kostenfrage entscheidend, und diese spricht ja deutlich für ein 25-Meter-Becken. “ Auch Ulrich und Dagmar Seibel aus Maikammer meinen, das Kalmitbad brauche keine 50-Meter-Bahnen mehr. Sie argumentieren vor allem mit den Kosten für die Alternativplanung mit 25-Meter-Bahn: Nicht nur die Einsparungen bei der Sanierung, sondern auch der Unterschied beim jährlichen Unterhalt in Höhe von 18.000 Euro seien enorm: „Hier sollen Jahr für Jahr unnötig Steuergelder verprasst werden. Private Bauherren können nur das bauen, was sie sich leisten und unterhalten können. Daran sollten sich auch politisch verantwortliche Personen halten.“ Und, so befürchten sie: „Die Energiekosten werden in den nächsten Jahren eher steigen.“ „Braucht das Kalmitbad die 50-Meter-Bahnen? Nein! Sollte die Kostenfrage entscheidend sein? Ja!“ lautet die Devise von Jürgen Wittmer aus Edenkoben. In Zeiten klammer Kassen sei es beinahe unverantwortlich, die Sanierung eines Schwimmbades mit langen Bahnen auf Biegen und Brechen voranzutreiben, so Birgit Gatto aus Böbingen. „Andernorts werden die Schwimmbäder aus Kostengründen geschlossen. Also sollte Maikammer doch froh sein, dass der Verbandsbürgermeister von Edenkoben wohl einen Kompromiss für das Bad aushandeln konnte“, meint Hildegard Kraus. „Wieso sollte ein 25-Meter -ecken für die wenigen Dauerschwimmer nicht reichen?“, fragt sie. Ihre Ansicht: „Es ist bedeutend wichtiger das Bad für Jugendliche und junge Familien mit Kindern attraktiv zu machen.“ Rita und Reiner Rey sowie Gertie Pohlit, Kirrweiler, sind dafür, schon wegen der „gesundheitlichen Probleme großer Bevölkerungsteile“ das „Bedürfnis nach vernünftiger sportlicher Betätigung“ zu berücksichtigen. Das mache „das bisherige Maikammerer Bad für die Mehrzahl der Gäste attraktiv“. Dort könne man „ wirklich schwimmen und nicht nur planschen. Ein Rückbau der 50-Meter-Bahnen hätte gewiss negative Auswirkungen auf die Besucherzahl.“ Das Argument teilen etliche Leser: „Einnahmen durch erwachsene 50-Meter-Bahn-Schwimmer werden fehlen“, schreibt Jutta Borutzki, Neustadt, und ergänzt: „Aktionen für Nichtschwimmer können zusätzlich auf der grünen Wiese stattfinden und dort ausgebaut und attraktiver gemacht werden.“ Inge Frech, ebenfalls Neustadt: „Es wird von 1500 Dauerkartenbesitzern geschrieben. Diese kann man in Zukunft vergessen, wenn das 50-Meter-Becken auf 25 gekürzt wird. Kein richtiger Schwimmer wird im 25-Meter-Becken herumplanschen. Die Schwimmer sind bei jedem Wetter da, so dass sich eine Dauerkarte rentiert.“ Sie warnt: „Alleine auf die Vergnügungsschiene zu setzen, wird der Untergang werden.“ „Ein Spaßbad braucht Maikammer wirklich nicht“, schreibt auch Helga Ziegler, St. Martin: „Das Nichtschwimmerbecken wird nur an heißen Tagen benutzt. Morgens ist es leer, während das Schwimmbecken immer benutzt wird.“ Besonders attraktiv ist auch für Hedwig Neu aus Maikammer das 50-Meter-Becken, das sie gerne zum Frühschwimmen vor der Arbeit nutzt: „Ich bin der Meinung, dass die Schwimmbadbesucher jetzt schon im Maikammerer Freibad viele Möglichkeiten für Spaß und Spiel haben und jeder Generation etwas geboten wird. So verbesserungswürdig ist dieser Sektor gar nicht. “ Weiter schreibt sie: „Würde der Vorschlag von Herrn Gouasé umgesetzt werden, müsste ich mir überlegen, ob ich mir in Arbeitsplatznähe ein Bad mit 50-Meter-Becken für meine Schwimmaktivitäten suche.“ Elke Cardenas-Kaiser aus Kirrweiler sieht es ebenso: Viele Schwimmer kämen gerade wegen der 50-Meter-Bahnen nach Maikammer: „Sollte dieses Becken auf 25 Meter verkürzt werden, wird das Kalmitbad keine Besonderheit mehr haben und viele Badegäste die Bäder in ihrer Nähe nutzen. Auch ich werde mir dann keine Dauerkarte, die ich seit Jahrzehnten habe, mehr in Maikammer kaufen.“ Familie Bruno Spieß aus Kirrweiler („fünf Personen, seit über 15 Jahren Dauerkartenbesitzer“): „Wir gehen eigentlich nur zum Schwimmen ins Schwimmbad und haben wegen des 50-Meter-Beckens das Kalmitbad in Maikammer, gegenüber den anderen Bädern in der Region, vorgezogen. Wir werden auf jeden Fall keine Dauerkarten mehr kaufen, wenn das Kalmitbad die Bahnen auf 25 Meter verkürzt und von acht Bahnen auf sechs verschmälert.“ Günter Antoine, Neustadt, schreibt: „Die zahlreichen Besucher, welche beinahe täglich, nur zum Schwimmen das Kalmitbad besuchen, lassen sich für gewöhnlich weder von kühleren Temperaturen noch leichtem Regenwetter vom Schwimmbadbesuch abhalten. Da es sich bei dieser Besuchergruppe in den meisten Fällen um Besitzer einer Dauerkarte handelt, tragen diese jährlich zu einer kalkulierbaren Grundfinanzierung des Bades bei.“ Helga und Helmut Gruber („Dauerkarten-Besitzer“) wollen „vor allem eines: schwimmen. Wir können uns nicht vorstellen, dass, wenn das Becken auf 25-Meter-Bahnen reduziert wird, dies noch gut möglich ist.“ Den gesundheitlichen Wert des Schwimmbads hebt Stefan Christmann aus Maikammer hervor: Ein 50-Meter-Becken ermögliche auch im Hochsommer „ein Schwimmen als Ausdauersport und dient als Prophylaxe. Es verhindert somit Erkrankungen und spielt damit die Kosten eines Freibades in mehrfacher Weise ein“. Für Ute Korz, Neustadt, gilt: „Wir sollten vielmehr an die Gesundheit denken. wie kann diese besser gefördert werden als mit ausreichend Bewegung im Wasser für Jung und Alt.“ „Bitte zerstört nicht die prächtige, herrliche Gesamtanlage, lasst es beim 50-Meter-Becken!“, appelliert Ferdi Zünkler, Neustadt. „Es muss doch einen Grund haben, weshalb Besucher auch aus entfernteren Orten nach Maikammer kommen, obwohl sie ein Freibad in der Nähe haben, allerdings nur mit 25-Meter-Becken. Es muss auch einen Grund haben, warum Schulen aus Edenkoben nach Maikammer kommen, obwohl sie doch in ihrer Verbandsgemeinde das Freibad in Edesheim haben, allerdings auch nur mit 25-Meter-Becken.“ Die Haltung des Landes, eine Sanierung nur mit 25-Meter-Becken zu fördern, versteht Helma Beiser, Neustadt, „überhaupt nicht. Es wird ja immer darauf hingewiesen, dass die Menschen und besonders auch die Jugendlichen Sport machen sollen, und nun sagt das Ministerium zu allem Nein“. Und Ursula John, Neustadt, meint: „Ich möchte nicht auf die 50-Meter-Bahn verzichten müssen; das Bad würde für mich die Attraktivität verlieren. Die Kostenfrage sollte nicht entscheidend sein – schließlich kosten die sogenannten Attraktionen im Nichtschwimmerbereich auch Geld, ganz zu schweigen von den dann sinkenden Besucherzahlen.“ Tobias Damm hält die Mehrausgaben von 1,1 Millionen Euro für überschaubar, in Anbetracht dessen „wie für andere, nicht gesundheitsfördernde Dinge Geld verschleudert wird.“ Familie Ludwig Müller aus Diedesfeld geht nach eigenen Aussage gerne nach Maikammer zum Schwimmen: „Grund dafür ist das 50-Meter-Becken zum Dauerschwimmen, wir brauchen kein Spaßbad. “ „Ich und mein Mann sind beide sehr sportlich und schätzen die Möglichkeit, unserem Lieblingssport nachkommen zu können“, betont Nina Luschnat aus Maikammer. Pro 50-Meter-Bahn spricht sich auch Lara Steigelmann aus Maikammer aus. 130 Bürger hätten Anleihen in Höhe von insgesamt 682.000 Euro gezeichnet. „Eine großartige Demonstration der Verbundenheit mit dem Kalmitbad“, gibt Franz-Josef Schöner aus Edenkoben zu bedenken. Für die Entscheidung des Verbandsgemeinderates seien folgende Daten notwendig: Anteil der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen über die gesamte Badesaison. Diese Zahlen müssten dann in Relation zur jeweiligen Tageshöchsttemperatur gesetzt werden. (ff)

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