Neustadt Große Feier um den 612. Tributbock

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Ein uraltes Brauchtum ist die Versteigerung des Lambrechter Tributbocks am Dienstag nach Pfingsten in Deidesheim. Damit verbunden sind schon am Pfingstwochenende zahlreiche Veranstaltungen. In Lambrecht wird beim Heimatabend am Pfingstsonntag der Geißbock dem Brautpaar übergeben, das das gehörnte Tier am Dienstag darauf nach Deidesheim bringt.

In Deidesheim ist der Pfingstdienstag seit jeher ein großer Feiertag. Da haben auch die Grundschüler keinen Unterricht, sondern nehmen am Empfang des Geißbocks teil. Mit dem Bock zollen die Lambrechter Tribut für ehemalige Weiderechte im Deidesheimer Wald. Der Bock muss „gut gehörnt und gut gebeutelt“, also zur Zucht geeignet, sein. „Heimatabend einmal anders“ wird zunächst am Pfingstsonntag, 24. Mai, im Hof der Grundschule Lambrecht gefeiert. Anstelle des bisher üblichen Theaterspiels gibt es ein Konzert vom Musikverein Königsbach als Einstimmung auf die Übergabe und danach den Abend über Musik zur Unterhaltung für jeden Geschmack. Die Übergabe des Tributbocks an das Brautpaar, das den Bock nach Deidesheim geleiten soll, steht im Mittelpunkt des Abends. Das Konzert beginnt um 17 Uhr, gegen 18.30 Uhr haben der Tributbock und das Brautpaar Beatrix und Roland Marx ihren Auftritt. Gegen 19 Uhr geht das Musikprogramm weiter. Der Eintritt ist frei. Spezialitäten wie handgemachte Geißbockburger werden angeboten. Der diesjährige Tributbock ist ein durchaus stattliches Exemplar. Die etwas stämmigen Beine macht ein gewaltiges Gehörn mehr als wett. Frühaufsteher können sich am Dienstag um 5.30 Uhr am Friedrich-Ebert-Platz in Lambrecht dem Brautpaar und der Wandergruppe anschließen, die den Geißbock von Lambrecht nach Deidesheim führen. Am Dienstag nach Pfingsten wird der Tributbock vor der Kulisse des historischen Rathauses in Deidesheim versteigert. Er ist das 612. Exemplar, dem diese Ehre zukommt. Pünktlich um 17.45 Uhr startet das Spektakel, das jährlich tausende von Zuschauern mobilisiert. Zum Glockenschlag um 18 Uhr gehört der Bock dem, der dann am meisten geboten hat. Mit der Zahlung des gebotenen Betrages in bar auf den Tisch des Bürgermeisters und der Unterzeichnung der Steigerungsurkunde verpflichtet sich der Steigerer, das Tier entsprechend den Tierschutzbestimmungen zu behandeln. In Spitzenjahren wurden bis zu 6000 Euro für das gehörnte Tier geboten. Die Besucher können im Rahmen eines Schätzwettbewerbes den Versteigerungspreis tippen und dabei verschiedene Preise wie ein Wochenende für zwei Personen in einem Deidesheimer Gästehaus gewinnen. Ein „genussorientiertes Programm“ stellt die Stadt Deidesheim über die gesamten Pfingsttage auf die Beine. Viele Weingüter locken mit Wein und kulinarischen Spezialitäten. Auf die Kinder wartet ein Vergnügungsplatz, der erstmals direkt am Stadtplatz beim Geißbockbrunnen stattfinden wird. Pfingstsonntag bis -dienstag werden auch immer wieder Trachtengruppen an verschiedenen Stellen anzutreffen sein: die Trachten- und Volkstanzgruppe Deidesheim feiert das 80-jährige Bestehen und hat befreundete Gruppen aus Buochs in der Schweiz und Puchberg bei Wien zu Besuch. Am Sonntag, 24., und Montag, 25. Mai, finden „Slow Food“-Markttage mit ausgesuchten Produzenten statt. Veranstalter ist Slow Food Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Weingut Reichsrat von Buhl, in dessen Garten und Hofbereich in der Weinstraße 16-24 die Marktstände stehen. Nach dem Erfolg der vergangenen Jahre ist auch wieder die junge Weinszene der Region vertreten: unter dem Titel „Wine Changes and Friends – 1/8 Meile“ präsentieren die Jungwinzer der Urlaubsregion Deidesheim ihre Weine und Sekte. Samstag und Sonntag bieten sie im Schlossparks neben ihren Produkten auch kulinarische Besonderheiten, aber auch Möbel aus Weinfässern an. Da Parkplätze erfahrungsgemäß knapp werden: Die Geißbockversteigerung kann gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Informationen zu den Fahrzeiten der Nahverkehrszüge sind unter www.vrn.de im Internet abrufbar. (ff)

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