Neustadt Grillkohle Ursache für Brand?

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Nicht ordnungsgemäßer Umgang mit Grillkohle könnte die Ursache für den Brand eines Schuppens am frühen Sonntagmorgen in Deidesheim gewesen sein, bei dem auch der Dachstuhl des benachbarten Kulturhauses zerstört worden ist. Sicher sei hingegen, dass das Feuer in dem Schuppen ausgebrochen sei, teilten die Staatsanwaltschaft in Frankenthal und die Polizei in Ludwigshafen gestern mit.

Wie berichtet, war das Feuer am Sonntagfrüh um 4.47 Uhr ausgebrochen. Bei dem Feuer brannte ein Schuppen völlig ab, außerdem griffen die Flammen auf das benachbarte Kulturhaus über und zerstörten den Dachstuhl des Gebäudes. Die Einsatzkräfte, die bald am Brandort waren, evakuierten die umliegenden Gebäude. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Diese konnten wenige Stunden später wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Der Brandort lag zudem mitten in der „Woigass“, wo die Stadt derzeit Weinkerwe feiert. Die war zu dieser frühen Stunde aber nicht mehr belebt. Lediglich ein Mensch war mit Verdacht auf Rauchvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Der konnte inzwischen aber wieder entlassen werden. Gestern haben Brandermittler der Kriminalpolizei zusammen mit einem von der Staatsanwaltschaft Frankenthal beauftragten Brandsachverständigen den Brandort untersucht. Dabei stellte sich laut den Ermittlern heraus, dass das Feuer in dem Schuppen ausgebrochen ist. Als mögliche Ursachen für das Feuer kommt demnach ein unsachgemäßer Umgang mit Grillkohle in Betracht. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, habe ein 37-jähriger Mann eingeräumt, am Samstagabend in unmittelbarer Nähe zu dem Schuppen gegrillt zu haben. Anschließend sei er auf die Weinkerwe gegangen. Ob nicht gänzlich gelöschte Grillkohle das Feuer tatsächlich ausgelöst hat, war gestern aber noch unklar. Als weitere Brandursache kommt laut Polizei und Staatsanwaltschaft auch ein technischer Defekt an der Stromversorgung in der Scheune in Betracht. Eine politisch motivierte Tat schließen die Beamten nach derzeitigem Stand der Ermittlungen indessen aus. Diese Möglichkeit war ebenfalls in Betracht gezogen worden, da das Kulturhaus einst die Synagoge der jüdischen Gemeinde Deidesheim war, die das Haus 1852 erbaut hatte. Seit 1992 ist das Gebäude im Besitz der Stadt, seit 2004 dient das „Kulturhaus am Schlosspark“, wie die einstige Synagoge inzwischen heißt, als Ort für kulturelle Veranstaltungen. Wann dieses wieder genutzt werden kann, ist derzeit völlig offen. Der entstandene Sachschaden ist hoch. Sprachen die Ermittler am Sonntag noch von einer Schadenshöhe von 200.000 Euro, wurde gestern die doppelte Summe, also 400.000 Euro, genannt. Über das weitere Vorgehen will der Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) nach Vorlage der Brandgutachten im Stadtrat beraten. Die vom Verein „Ehemalige Synagoge“ für September geplante Ausstellung solle aber keinesfalls ausfallen, so Dörr gegenüber der RHEINPFALZ. In Absprache mit der Verbandsgemeindeverwaltung „werden wir dem Verein den Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung als Ausweichort vorschlagen“, sagte Dörr.

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