Schwimmen
Goldprämierte Synchronnixen aus Waldsee und Schifferstadt
Der Verein „Volkstümlicher Wassersport Mannheim“ ist erfolgsverwöhnt. Als einer der führenden Vereine Deutschlands im Synchronschwimmen räumte er auch bei den Master-Meisterschaften ab. Mit dabei in der verschworenen Gemeinschaft: vier Damen aus Waldsee und Schifferstadt.
Es gab Zeiten, da wurden Synchronschwimmerinnen ein bisschen belächelt. Charlotte Hundshammer könnte ein Lied davon singen. Seit sie sieben Jahre alt ist, hat sie sich diesem Sport verschrieben. Mit 60 ist sie immer noch dabei, feiert Erfolge in Reihe. Die jüngsten Triumphe genoss sie mit ihren Team des Vereins „Volkstümlicher Wassersport Mannheim“ im Riedbad in Bergen-Enkheim, wo der FVV Frankfurt die deutschen Master-Meisterschaften ausrichtete: VW Mannheim gewann die Goldmedaillen in der Gruppe und in der Kombination. „Wir haben uns für die konsequente Trainingsarbeit der vergangenen Monate eindrucksvoll belohnt“, sagt Charlotte Hundshammer stolz.
In Mannheim Mannschaft des Jahres
Mit ihrem Team ist sie in der Tat erfolgsverwöhnt. Sie nahmen schon erfolgreich an Welt- und Europameisterschaften teil, wobei wichtig ist zu erklären, dass in der Masterklasse immer ein einziger Verein das Nationalteam stellt, sie wurden auch schon drei Mal zur Mannschaft des Jahres in Mannheim gewählt – gegen die Eishockey-Adler oder Handball-Löwen.
In Frankfurt übrigens war die Konkurrenz zwar leistungsstark, aber zahlenmäßig nicht so groß. Hundshammer zählte fünf Teams als Konkurrenten. Seit Corona und mit mancher Schwimmbadschließung sei es ruhiger geworden, sagt sie, versichert aber: „Wir leben vom Teamgefüge. Sport verbindet eben, auch bis ins Private.“ Wir – das sind zwölf Frauen zwischen 25 und 60, die sich mehr oder weniger alle seit rund 25 Jahren im Mannheimer Herschelbad treffen. Also dort, wo die Mannheimerin Charlotte Hundshammer mit Schnellschwimmen anfing, bis es ihr langweilig wurde. Sie lebt in Waldsee und ist eine der vier, die aus der Pfalz über den Rhein zum Training fahren. Die anderen sind ihre Tochter Jennifer Geyer sowie Diana Beisel und Lucia Sener aus Schifferstadt.
Kür und Kombination
Nicht immer melden sich alle startklar, manche machten da schon auch mal eine Pause, weil sie Mutter wurden. Aber sie werden ja auch nicht alle gleichzeitig gebraucht für einen Wettkampf. Im Wettbewerb für die Gruppe, bei dem es eine technische Kür mit vorgegebenen Elementen und eine freie Kür gibt, sind zwischen vier und acht Damen im Wasser, im Wettbewerb Kombination starten bis zu zehn Personen. Hier werden die Disziplinen Solo, Duett und Team verknüpft.
Doch halt, nur von Damen kann längst nicht mehr die Rede sein. Gerade der Meisterschaftsausrichter FVV Frankfurt, einer der größten schwul-lesbischen Sportvereine in Europa, stellt die einzige Männerschaft in Deutschland. Außerdem gibt es die Disziplin Mixed-Duett.
Im WSV Speyer tut sich was
In Mannheim indes sind die „Synchronixen“ noch unter sich – seit vielen Jahren. Das einst wahrgenommene Belächeln haben sie hinter sich gelassen, wohlwissend, wie anstrengend der Sport ist. Man benötigt: die Schnelligkeit eines Schwimmers, die Grazie einer Ballerina, die Beweglichkeit einer Kunstturnerin, die Kraft eines Bodybuilders und die Ausdauer eines Läufers. Und eben Teamgeist.
Auch beim WSV Speyer tut sich in Sachen Synchronschwimmen wieder was. Die Domnixen sind seit Jahren wieder aufgetaucht, fünf junge Damen mit Herzblut haben Anfang Juni beim Synchrocup in Luxemburg einen Motivationsschub bekommen.