Neustadt Glaser lobt Edenkobener Verwaltung

Die Verbandsgemeinde Maikammer wird zukunftsfähig arbeiten, und die Ortsgemeinde St. Martin wird sich konstruktiv einbringen. So die Worte von Ortsbürgermeister Timo Glaser (CDU) bei der Einwohnerversammlung. Das Thema Rückabwicklung der Fusion bildete einen Schwerpunkt des Abends.
Die Gebietskörperschaft, sagte Timo Glaser, werde wie vor der Zwangsfusion aus Kirrweiler, Maikammer und St. Martin bestehen. Gleichwohl sieht er einen Neustart, bei dem die Erfahrungen der vergangenen elf Monate „zur Verbesserung der Effizienz und Strukturen einfließen werden“. Aus diesem Grund sprach er sich – wie die Fraktionen im Verbandsgemeinderat – für „umfassende Verwaltungskooperationen“ mit Edenkoben aus. Glaser machte keinen Hehl daraus, dass sich St. Martin hätte vorstellen können, in der Verbandsgemeinde Edenkoben zu verbleiben. Als Gründe nannte er, dass die Verwaltung aufgrund der Größe sehr leistungsfähig sei, nicht zuletzt weil sich Mitarbeiter spezialisieren könnten. Durch die Rückabwicklung entstünden Kosten, für die der Steuerzahler aufkommen müsse. Die höhere Steuerkraft der Verbandsgemeinde hätte die Finanzierung von Großinvestitionen erleichtert, so Glaser. Dass die Wartezeit wahrscheinlich länger gewesen wäre, räumte er ein. Von Anfang an, betonte Glaser, hätten sich die St. Martiner in der Verbandsgemeinde Edenkoben gut aufgenommen gefühlt. „Wir sahen uns nicht als Nummer 18 oder 19, sondern stets auf Augenhöhe mit den anderen Ortsgemeinden.“ Die Dienstleistung der Verwaltung könne als vorbildlich bezeichnet werden, was die Geschwindigkeit wie die Qualität der Ergebnisse betreffe. Als positiv wertete der Ortsbürgermeister obendrein, dass die „Selbstverwaltung unseres Ortes deutlich gestärkt wurde“. Er verwies auf einen Ansprechpartner vor Ort, der sich um das Kulturprogramm, die Verwaltung der Räumlichkeiten, des Friedhofs und um die Organisation von Festen und Märkten kümmere. Diese Einrichtung werde beibehalten. Nach dem Gerichtsurteil vom 8. Juni – auch die Gemeinderäte von St. Martin hatten für eine Klage gestimmt – stellt sich die Lage für die drei Ortsgemeinden nun wieder anders dar. Glaser lobte, dass sich Bürgermeister Schäfer bereits für die Sanierung der Grundschule ausgesprochen habe. Er gehe davon aus, dass weitere Schritte folgen, damit der „Schulstandort St. Martin eine Zukunft hat“. „So lange wie es geht, werden wir die Schule erhalten, da sie für einen Ort wichtig ist“, unterstrich Karl Schäfer. Er wies darauf hin, dass in der Verbandsgemeinde Maikammer alle drei Ortsgemeinden stark geworden seien. Daran solle angeknüpft werden. In Einzelaufgaben, sagte Schäfer, seien Kooperationen mit Edenkoben sicher vorstellbar, eine Idee, die übrigens schon vor der Fusion aufgekommen sei. Gegen den Vorwurf eines Zuhörers, er habe eine Zusammenarbeit der Wehren abgelehnt, verwahrte sich Schäfer. Nicht er, das Land habe diesen Schritt nicht gewollt. Die Furcht des Bürgers, dass die Kosten für die Freibadsanierung eine höhere Belastung für die Ortsgemeinde nach sich ziehen werde, wischte Schäfer beiseite. Er rechne damit, dass sich die Umlage für einen Zeitraum von zehn Jahren nur um 2,68 Prozentpunkte erhöht. Die Ortsgemeinde Maikammer werde außerdem 100.000 Euro übernehmen, um Kirrweiler und St. Martin um einen halben Prozentpunkt zu entlasten. In allen Ortsgemeinden und somit in der Verbandsgemeinde Maikammer habe sich die Steuerkraft gut entwickelt, es sei die bisher zweithöchste in der Geschichte der Verbandsgemeinde. Eine Menge Kosten hätte sich aber das Land sparen können, hätte es mit dem Vollzug der Zwangsfusion bis nach dem Urteil gewartet. „Für den Nürburgring haben wir mehr geblutet“, warf dazu ein Zuhörer ein. (giw)