Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gimmeldingen: Neues Feuerwehrgerätehaus

Vor schöner Kulisse trafen sich die Wehrleute ...
Vor schöner Kulisse trafen sich die Wehrleute ...

Über 30 Jahre hat es gedauert, bis die Löschgruppe Gimmeldingen ein neues Feuerwehrgerätehaus bekommen hat. Unstimmigkeiten sind passé. Gefeiert wurde dies das ganze Wochenende – verbunden mit der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt.

Das Gimmeldinger Feuerwehrhaus „ist eines der schönsten in der Region. Es ist kein Feuerwehrhaus von der Stange, sondern eines, das man richtig angucken kann“. Zu diesem Urteil kam Daniel Bleh, zuständiger Mitarbeiter des Gebäudemanagements der Stadtverwaltung, am Samstag. „Es ist gigantisch“, zeigte sich Thomas Bauer, Leiter der aus 21 Aktiven bestehenden Löschgruppe Gimmeldingen, begeistert. „Es ist großartig“, stimmte ihm die Gimmeldinger Ortsvorsteherin Claudia Albrecht (CDU) zu.

Anspruch der Ästhetik

Angesichts des Standorts am Ortseingang, an der Ecke Neubergstraße und Tiefenweg, sollte das Gebäude ästhetisch ansprechend sein, so Bleh. Das umzusetzen, war die Aufgabe von Architekt Markus Neyer. Mit Materialien wie Stahlbeton und Eternit sei eine „industrielle Optik“ entstanden, erläuterte Neyer. Dadurch, dass der hintere Teil des Gebäudes in den Hang hineingegraben wurde, wirke es weniger hoch.

Rote Akzente gesetzt

Der vordere Teil des Gebäudes ist einstöckig. Dort ist die Fahrzeughalle, in der die beiden Fahrzeuge der Gimmeldinger Wehr und das Dekontaminationsfahrzeug für den Katastrophenschutz stehen. Der hintere Teil des Gebäudes ist zweistöckig. Im unteren Geschoss sind Umkleideräume, Toiletten und Duschen vorhanden. Im Obergeschoss sind der Mannschaftsraum, weitere Toiletten und Funktionsräume. Die dominierende Farbe ist grau. Über rote Elemente, wie etwa bei den Türen, wurden Akzente gesetzt.

Kosten: 1,4 Millionen Euro

1,4 Millionen Euro hat das Feuerwehrhaus gekostet, 183.000 Euro hat das Land beigesteuert. Der Bau sei „ein Gemeinschaftswerk von Stadt und Land“, sagte Randolf Stich, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Inneres und Sport. Er kündigte an, dass das Land auch weitere Investitionen der Stadt für die Feuerwehr mit Zuschüssen unterstützen werde.

In einer Gesprächsrunde mit Tobias Bauer und seinem Feuerwehrkameraden Thomas Nett als Moderatoren wurde an die 30-jährige Vorgeschichte erinnert, die dem Bau vorangegangen war. Bereits in den 1980er-Jahren war das Gelände als Fläche für Feuerwehr und Kindertagesstätte ausgewiesen worden. „Hier entsteht das neue Feuerwehr-Gerätehaus der Feuerwehr Gimmeldingen“, war auf einem Schild zu lesen, das in der Hexennacht 1994 auf das Gelände gestellt worden war. Sogar einen roten Punkt hatte dieses Schild, verriet Christoph Klohr, „Schabernack-Beauftragter“ der Gimmeldinger Feuerwehr.

Erste Pläne vor 20 Jahren

Vor 20 Jahren wurden die ersten Pläne für den Bau vorgestellt, „aber die politischen Gremien waren dagegen“, berichtete Erich Peters, früherer Leiter der Gimmeldinger Feuerwehr. Eine Änderung der politischen Meinung habe man unter anderem dadurch erreicht, dass mehrere Feuerwehrleute Mitglied des Ortsbeirats geworden seien, berichtete Bauer. Zuvor sei das Vorhaben „im ganzen Dorf schlecht gemacht worden“.

Nachdem klar war, dass das „Super-Provisorium“, die Räume eines ehemaligen Weinguts in der Kurpfalzstraße, nicht mehr lange genutzt werden könne, sei mit der Planung für ein neues Gebäude begonnen worden, berichtete Stadtfeuerwehrinspekteur Stefan Klein. Der frühere Oberbürgermeister Hans-Georg Löffler (CDU) habe bei der Amtsübergabe Anfang 2018 seinem Nachfolger Marc Weigel (FWG) am Standort des Feuerwehrhauses „ein großes Loch“ hinterlassen, sagte Nett.

Stärkung des Ehrenamts

Löffler erinnerte an die „heftigen Diskussionen“ darüber, ob in jedem Ortsteil eine Feuerwehr erforderlich ist. In Neustadt habe man sich dafür entschieden, die Wehren nicht an einem Standort zusammenzuführen, auch weil die Feuerwehr ein wesentlicher Teil des sozialen Miteinanders in den einzelnen Orten sei, sagte Oberbürgermeister Weigel. Das Gimmeldinger Feuerwehrhaus sei ein Beitrag zur Stärkung der Ehrenamtlichkeit der Feuerwehr.

Weigel kündigte an, dass das „letzte große“ Bauprojekt, das neue Gerätehaus in Lachen-Speyerdorf, frühestens 2021/22 realisiert wird.

Zur Sache: 330 Aktive bei der Wehr

324 Einsätze hatte die Neustadter Feuerwehr bisher in diesem Jahr, berichtete Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr in Gimmeldingen, darunter 139 Brandeinsätze und 185 technische Hilfeleistungen. 2018 seien es 512 Einsätze gewesen.

Weigel kündigte an, dass die Wehr 2019 einen Rüstwagen, einen Einsatzleitwagen, ein Motorrad und ein Mannschaftstransport-Fahrzeug bekomme. 2020 würden ein Tanklösch-, ein Hilfslösch-, ein Messfahrzeug für den Gefahrstoffzug und ein Mannschaftstransport-Fahrzeug für die 80 Mitglieder zählende Jugendfeuerwehr angeschafft.

330 Aktive zählt die Neustadter Wehr. Neu dabei: 14 Männer und zwei Frauen.

Ein Ehrenzeichen in Gold für 45 Jahre Mitgliedschaft bekam Lothar Mohr. Für 35 Jahre wurden ausgezeichnet: Bruno Engel, Roger Klohr, Rüdiger Labrenz, Reinhard Momm, Michael Schöttinger, Richard Stattmüller. Ein Ehrenzeichen in Silber (25 Jahre) bekamen Oliver Blüm, André Luipold, Michael Moock, Markus Neyer, Thomas Peterli, Steffen Schmitt, Theo Schröer. Die Ehrennadel des Landes-Feuerwehr-Verbands und eine Urkunde des Regional-Feuerwehr-Verbands bekamen Sebastian Bachtler, Christian Deigentasch, Nico Edinger, Erik Stuhlberg und Denis Wabner.

Mario Di Noi, Ansgar Julier und Reiner Zimmermann haben die Altersgrenze von 63 Jahren erreicht und wurden deshalb entpflichtet. Julier war seit seinem 17. Lebensjahr dabei, von 2000 bis 2010 Stadtfeuerwehrinspekteur. Jahrzehntelang war er Leiter des Löschzugs I. „Du hinterlässt eine große Lücke“, sagte Stefan Köllisch, Löschzug-Leiter. Mario Di Noi war seit 1977 im Löschzug II, viele Jahre dessen Leiter. Fast jeder kenne Mario Di Noi, sagte Ralf Stuhlberg, neuer Führer des Löschzugs II. Di Noi werde sich weiter im Brand- und Katastrophenschutz für die Wehr engagieren. Reiner Zimmermann war 46 Jahre bei der Löschgruppe Haardt aktiv. „Man konnte sich immer auf ihn verlassen“, lobte Löschgruppen-Führer Wolfgang Müller. ann

... zur Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses. Fotos: Mehn
... zur Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses. Fotos: Mehn
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