Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gillet übernimmt Kloy

Carl Gillet auf dem Firmengelände im Altenschemel. Ein Transparent weist auf den Umbau hin.
Carl Gillet auf dem Firmengelände im Altenschemel. Ein Transparent weist auf den Umbau hin.

Mit Beginn des neuen Jahres übernimmt die Landauer Firma Gillet das Neustadter Unternehmen Kloy. Was das für den Standort im Altenschemel bedeutet.

Fast 50 Jahre lang war die Firma Kloy mit ihrem Sitz im Gewerbegebiet Im Altenschemel in Lachen-Speyerdorf ein wichtiger Ansprechpartner für alle Neustadter, die Maschinen rund ums Bauen ausleihen oder Handwerkerbedarf kaufen wollten. Am 22. Dezember war der letzte Öffnungstag von Kloy. Aktuell sind Weihnachtsferien. Ab 1. Januar geht der Betrieb weiter – dann aber unter dem Namen Gillet.

Der bisherige Geschäftsführer Timo Kloy wollte sich auf Anfrage nicht weiter äußern. Er betonte aber, „volles Vertrauen“ zu Gillet zu haben. Beim Landauer Unternehmen wiederum ist Carl Gillet für die Vertriebsentwicklung zuständig, sein Vater Stephan ist der Geschäftsführer. Carl Gillet sagt: „Wir haben uns mit Kloy zum 1. Januar auf die Betriebsübernahme geeinigt.“ Die Gespräche dazu seien innerhalb weniger Monate über die Bühne gegangen und sehr harmonisch gelaufen. Über den Kaufpreis hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, so Carl Gillet. Der Betrieb in Lachen-Speyerdorf werde wie seit Jahren gewohnt weitergeführt, daher investiere Gillet dort einen „hohen sechsstelligen Betrag“ in die Renovierung.

Fachmarkt bleibt

Das heißt: Auch künftig finden Hand- und Heimwerker in der Straße Im Altenschemel 39 einen Werkzeugfachmarkt, einen Mietpark (etwa für Bagger und sonstige Baumaschinen), und auch den Baumaschinenverkauf wird es weiterhin geben. Für sein Unternehmen sei die Erweiterung sinnvoll, „da auch wir schon einen Mietpark und Werkzeugfachmarkt haben, wir können uns nun breiter aufstellen“, sagt Carl Gillet. Das Unternehmen beschäftigt am Standort Landau 65 Mitarbeiter und wird die vier Mitarbeiter aus dem Verkauf von Kloy übernehmen. Die Mitglieder der Familie Kloy, die bisher in der Verwaltung tätig gewesen seien, hätten sich beruflich neu orientiert, außerdem gingen zwei Kloy-Mitarbeiter nun in Rente. „Wir erhoffen uns vor allem im Bereich Verwaltung Synergien“, sagt Carl Gillet.

Ein Teil der Büros wird künftig für einen neuen Verkaufsbereich genutzt, da Gillet auch Arbeitsbekleidung anbieten möchte. „Ansonsten bleibt es beim bisher bekannten Sortiment.“ Allerdings werden die Räume etwas umgebaut und renoviert. „Wir wollen den Verkaufsraum neu einrichten und die Sortimente anders präsentieren“, erläutert Carl Gillet. Man orientiere sich dabei an der Art der Präsentation in den anderen beiden Gillet-Geschäften in Landau und Herxheim. Der Umbau in Lachen-Speyerdorf wird vor allem in den kommenden Tagen über die Bühne gehen. „Am 9. Januar wollen wir das Geschäft wieder öffnen. Bis Ende Januar soll dann alles komplett fertig sein“, blickt Carl Gillet voraus. Von den Kloy-Baumaschinen „übernehmen wir etwa 20, 30 Prozent, sonst richten wir das neu ein, das gilt auch für den Mietpark, wir wollen ein modernes Angebot präsentieren“. Die Werkstatt werde es wie bei Kloy auch weiterhin geben: für die Wartung und Reparatur von Baumaschinen.

Blick auf die Konjunktur

Die Kunden kommen überwiegend aus dem Geschäftsbereich, also Handwerker oder Bauunternehmer. Aber es gebe eben auch Privatkunden, die selbst bauen oder renovieren. In Lachen-Speyerdorf könnten zudem auch Anhänger oder Kleinbusse gemietet werden, was für Privatkunden ebenso interessant sei wie das Angebot bei Propangasflaschen (etwa für den Grill daheim).

Den Abschwung in der Baubranche in den vergangenen Monaten kann Carl Gillet auch beobachten: „Bei Mehrfamilienhäusern läuft es noch weiter wie in den vergangenen Jahren, aber es gibt deutlich weniger Eigenheimbau.“ Das Unternehmen Gillet spüre das zwar beim Verkauf von Baustoffen, der Verleih von Baumaschinen sei „unverändert konstant gut“. Da trage der Rückgang der Nachfrage sogar etwas zur Entspannung bei, „weil wir ja nur eine gewisse Anzahl an Maschinen und Geräten haben, die wir auch jeweils nur an einen Kunden abgeben können“.

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