Neustadt Gewerbegebiet: Diskussion über Grünzüge
80 Millionen Euro will die Handwerkskammer in ein neues Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Neustadt investieren. Entstehen soll es am Kreisel zwischen Speyerdorfer und Louis-Escande-Straße. Für einen Bebauungsplan in dem Gebiet hat der Stadtrat am Dienstagabend die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beschlossen. Das ist ein üblicher Verfahrensschritt, „um ein Stimmungsbild zu kriegen“, wie es Baudezernent Bernhard Adams im Bauausschuss in der vergangenen Woche ausdrückte. Der Bebauungsplan, der nicht nur das Gelände des künftigen Berufsbildungszentrums umfasst, ist noch nicht übermäßig ausdifferenziert, sondern besteht aus groben planerischen Leitlinien. Gerade deswegen bot er in den Gremien durchaus schon Raum für Diskussionen – und für unterschiedliche Vorstellungen.
So enthält der Plan für die Freifläche zwischen Speyerdorfer und Louis-Escande-Straße Grünzüge für Fußgänger und Radfahrer. Joachim Becker (CDU) lobte dies und bat um konsequente Fortführung. Sein Parteifreund Hans-Christoph Stolleis hingegen fand die Grünzüge sehr großzügig geplant. Er stellte die Möglichkeit in den Raum, diese zugunsten von Gewerbeflächen zu verkleinern. Mutmaßlich auf diese Äußerung zielte wiederum Rainer Grun-Marquardt von den Grünen ab, als er im Stadtrat forderte, die Grünzüge „auf keinen Fall zu reduzieren“, sondern im geplanten Umfang beizubehalten.
FWG: Nicht zu große Parzellen
Christoph Bachtler sagte, seiner FWG sei es wichtig, dass die übrigen Gewerbeflächen nicht zu groß geplant würden, damit auch Platz für Handwerksbetriebe sei, die aussiedeln möchten.
Friderike Graebert (Grüne) fand es im Bauausschuss ungünstig, dass die Zufahrt zum Berufsbildungszentrum in der Kurve der Louis-Escande-Straße geplant sei. Adams machte deutlich, dass es wohl nicht anders gehen werde. Er sagte aber auch, dass der Entwurf für den Bau der Handwerkskammer noch nicht vorliege, ja wahrscheinlich noch gar nicht existiere.
Das Projekt hatte sich zuletzt etwas verzögert, weil der Landesrechnungshof das Vorhaben prüfen wollte. Im Februar gab er dann grünes Licht.