Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gesperrter Hornbach-Kreisel: Bessere Beschilderung gegen Verkehrschaos

Auch am Donnerstag staute sich der Verkehr wieder auf der K9.
Auch am Donnerstag staute sich der Verkehr wieder auf der K9.

Die Sperrung des Hornbach-Kreisels führt zu langen Staus. Stadt und Geschäftsleute haben deshalb auf eine Verbesserung gedrängt. Die Polizei ist derweil in einer Zwickmühle.

Dass die Sperrung des Hornbach-Kreisels eine Belastungsprobe für Neustadt werden würde, ist von vielen erwartet worden. Seit Ende vergangener Woche ist klar, dass die Befürchtungen berechtigt waren. Freitags wurde der Kreisverkehr komplett gesperrt, was für dessen Ausbau notwendig ist. Seither staut sich der Verkehr auf der Umleitungsstrecke immer wieder heftig. Im Fokus ist dabei die K9, die von der Autobahnabfahrt Neustadt-Süd Richtung Hambach führt.

So berichtet etwa RHEINPFALZ-Leser Volker Romberg von „riesigen Rückstaus“, zeitweise bis zur B 39. Er hat aber auch noch weitere bedenkliche Beobachtungen gemacht: So habe er mehrfach Störungen der Schranke am Bahnübergang in der Nähe zur Kreuzung mit der L516 gesehen, Lokführer mussten vor dem Übergang auf freier Strecke anhalten, was er mit einem Foto belegt. Außerdem sei es auf der K9 immer wieder zu gefährlichem Begegnungsverkehr mit Lastwagen gekommen. Diese dürften die schmale Straße allerdings gar nicht befahren, sie ist für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt.

Der Stadt und der Polizei Neustadt ist die Situation bekannt, wie beide auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigen. „Die Verkehrssituation vor Ort stellt sich so dar, dass dort ein erheblicher Verkehr stattfindet, weil es die generelle Umleitungsstrecke ist“, sagt Sebastian Heim von der Polizei Neustadt. Ein Problem war laut Polizei, dass zu Beginn der Woche die Beschilderungen an der Straße für viele Fahrer nicht ganz eindeutig waren und auch deswegen zahlreiche große Lkw die Umleitungsstrecke über die K9 gefahren seien. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM), der für das Aufstellen der Schilder verantwortlich ist, hat bei der Beschilderung inzwischen nachgebessert. LBM-Sprecherin Sandra Demuth sagt: „Auf Basis der Beobachtungen und der Abstimmungen mit der Polizei haben wir bereits gehandelt und lassen weitere Verkehrsschilder, auch auf der Autobahn, aufstellen.“ Am Bahnübergang sollen zudem zusätzliche Schilder stehen, um diesen frei zu halten.

K9 in Neustadt: Lkw bleibt auf Gleis stecken

Dass das dringend notwendig ist, zeigte sich in der vergangenen Woche, als ein Lkw in dem Bereich stecken blieb, wie Sebastian Heim von der Polizei bestätigt. „Es kam allerdings zu keiner Gefährdung und auch zu keinem Schaden an der Schrankenanlage.“ Die LBM stehe mit der Deutschen Bahn bezüglich des Bahnüberganges bereits in Verbindung, berichtet Sprecherin Sandra Demuth. Dass vor allem ortsunkundige Lkw-Fahrer sich nicht an die Beschilderungen hielten und die K9 befahren, liegt laut ihr insbesondere daran, dass sie nach Navi fahren. „Die Straße ist ja für Pkw offen“, stellt sie klar, deshalb erscheine im Navi „frei“.

Lastwagen, die unberechtigt auf der K9 fuhren, waren am Dienstag Ziel einer Kontrolle der Polizei. Dabei stellten die Beamten insgesamt elf Lkw fest, die auf der K9 unerlaubterweise unterwegs waren und im Anschluss entsprechend verwarnt wurden, wie Heim berichtet. Er weist aber auch auf eine Zwickmühle hin, in der die Polizei steckt: „Wenn wir dort Kontrollen machen, führt es zu einem weiteren Erliegen des Verkehrs.“ Deshalb müsse seitens der Polizei genau abgewogen werden, wie die Situation vor Ort angegangen werde. Dabei könnte eine Lösung des Problems ganz einfach sein, findet Heim: „Eigentlich lernt jeder in der Fahrschule, dass das Einfahren in einen Bahnübergang bei stockendem Verkehr streng verboten ist.“

Grünabbiegepfeil für besseren Verkehrsfluss

Die Sperrung des Hornbach-Kreisels hat indes nicht nur für Pendler und andere Verkehrsteilnehmer merkliche Auswirkungen. Auch Händler im Weinstraßenzentrum melden einen geringeren Zulauf. Das Weinstraßenzentrum ist zwar weiterhin uneingeschränkt erreichbar, aber eben nicht für jeden auf dem sonst üblichen Weg. Peter Wessalowski, der Geschäftsleiter von Globus, berichtet, dass man gerade zu Beginn der Sperrung die „Verunsicherung der Kunden gespürt hat“. Mittlerweile sei es besser geworden: „Ich habe das Gefühl, dass jeder seinen eigenen Weg zu uns gefunden hat.“ Wessalowski hat gleichwohl gemeinsam mit Pascal Trimpe von Fahrrad Trimpe, der auch Quartierspate ist, das Gespräch mit der Stadt und dem LBM gesucht. Das sei sehr konstruktiv gewesen, lobt Wessalowski. Auf städtischer Seite seien Verkehrsdezernent Bernhard Adams und Karin Henneke, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft, sehr hilfreich gewesen. Auch der Dialog mit dem LBM sei gut gewesen. Als Ergebnis hänge nun ein Grünabbiegepfeil an der Kreuzung der K9/L516 zur Landauer Straße, sodass der Verkehr schneller vorankomme. Außerdem habe der LBM erlaubt, den Weg zum Weinstraßenzentrum extra auszuweisen, sagt Wessalowski. Die Beschilderung sei dann im Globus ausgedruckt worden, und Trimpe habe sie am Mittwoch mit dem Fahrrad angebracht.

Trotz der belastenden Situation sieht Wessalowski die Notwendigkeit für die Baustelle. Er freue sich auch darauf, dass der Kreisel nach dem Ausbau leistungsfähiger sein werde. „Dafür müssen wir jetzt halt in den sauren Apfel beißen.“

Störung der Schranken am Bahnübergang auf der K9: Ein Zug muss anhalten.
Störung der Schranken am Bahnübergang auf der K9: Ein Zug muss anhalten.
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