Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel B39/Hornbach-Kreisel-Großbaustelle: Bald wird es richtig haarig (mit Bildergalerie)

Auf der Baustelle am Hornbach-Kreisel gab es zuletzt viele Erdarbeiten.
Auf der Baustelle am Hornbach-Kreisel gab es zuletzt viele Erdarbeiten.

Seit Anfang Oktober läuft der Umbau des Hornbach-Kreisels auf der B39 im Neustadter Süden. Wie es aktuell auf der Baustelle aussieht – und womit Pendler noch rechnen müssen.

Pendler im Neustadter Süden sind wegen der Großbaustelle im Bereich Hornbach-Kreisel/B39/Louis-Escande-Straße leidgeprüft. Seit Oktober läuft der umfassende Umbau des Kreisels. Was später dafür sorgen soll, dass der Verkehr besser fließt und es weniger Rückstaus mit Blick auf den nahen Autobahnanschluss Neustadt-Süd gibt, sorgt aktuell eher für Belastungen. Denn die Bauarbeiten finden an einer zentralen Stelle des Neustadter Verkehrssystems mit Autobahnzubringern und wichtigen Verbindungsachsen in die Gewerbegebiete und zur Innenstadt statt. Gelöst worden ist die Herausforderung mit einem Einbahnstraßensystem: In die Stadt rein geht es über die B39. Wer allerdings von Neustadt aus Richtung Autobahnanschlussstelle Neustadt-Süd will, muss über L516 und K9 fahren.

Johannes Weisbrodt, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei in Neustadt, ist verantwortlich, dass auf der Großbaustelle alles wie geplant läuft. Im Großen und Ganzen haben sich die Neustadter und Pendler an die aktuellen Einschränkungen gewöhnt und sich mit ihnen arrangiert. Trotzdem sehnen viele den Moment herbei, ab dem sie wieder wie gewohnt Richtung Stadt, zur Autobahn oder in die Gewerbegebiete fahren können. Das wird deutlich, als Weisbrodt mit dem RHEINPFALZ-Besucher im Dienstfahrzeug des Landesbetriebs Mobilität (LBM) von der Louis-Escande-Straße aus die Kreisel-Baustelle ansteuert. Zahlreiche Schilder weisen auf die Vollsperrung hin. Trotzdem folgen mehrere Autos dem LBM-Wagen, um an der Baustelle dann doch frustriert umzudrehen.

Bachlauf freigelegt

Weisbrodt ist mit dem bisherigen Fortschritt der Arbeiten zufrieden: Man liege im Zeit- und Kostenplan. Knapp zwei Millionen werden investiert. Der Kreisel B39/Louis-Escande-Straße (Hornbach-Kreisel) wird so vergrößert, dass er die Verkehrsmengen besser bewältigen kann. Von der A65 kommend wird noch eine Fahrspur für alle errichtet, die ins Gewerbegebiet an der Louis-Escande-Straße wollen. In umgekehrter Richtung, also zur A65, wird ein Bypass (direkte Vorbeifahrt) gebaut. Außerdem ist ein Fahrbahnteiler im Bereich der Einmündung der K9 in die B39 geplant, der künftig eine sichere Querung der B39 für Radfahrer und Fußgänger ermöglichen soll.

Ökologische Aufwertung: Bei den Bauarbeiten wurde ein Bachlauf freigelegt.
Ökologische Aufwertung: Bei den Bauarbeiten wurde ein Bachlauf freigelegt.
Der Bypass Richtung Autobahn ist schon fertig. Aktuell wird er genutzt, damit in Richtung Neustadt gefahren werden kann.
Der Bypass Richtung Autobahn ist schon fertig. Aktuell wird er genutzt, damit in Richtung Neustadt gefahren werden kann.
Eine Stützmauer wurde gebaut, damit der Kreisel vergrößert werden kann.
Eine Stützmauer wurde gebaut, damit der Kreisel vergrößert werden kann.
Rechts kann der Verkehr rollen, links wird gearbeitet.
Rechts kann der Verkehr rollen, links wird gearbeitet.
Es dauert noch einige Wochen, bis auf der B39 wieder Richtung Autobahn gefahren werden darf.
Es dauert noch einige Wochen, bis auf der B39 wieder Richtung Autobahn gefahren werden darf.
Künftig soll die Zufahrt Richtung Louis-Escande-Straße einfacher möglich sein.
Künftig soll die Zufahrt Richtung Louis-Escande-Straße einfacher möglich sein.
Der Kreiselbereich dient zugleich als Baulager.
Der Kreiselbereich dient zugleich als Baulager.
Die Vorbereitungen für die neue Abbiegespur in die Louis-Escande-Straße laufen.
Die Vorbereitungen für die neue Abbiegespur in die Louis-Escande-Straße laufen.
Blick in den Hornbach-Kreisel, der Richtung Neustadt auf dem Bypass befahren werden kann.
Blick in den Hornbach-Kreisel, der Richtung Neustadt auf dem Bypass befahren werden kann.

Foto 1 von 9

Auf der Baustelle ist schon viel passiert. Der Bypass am Kreisel vorbei ist fertig. Befahren wird er aktuell aber von allen, die von der Autobahn kommen und nach Neustadt wollen. Wer diese neue Straße befährt, staunt zudem, weil man links nun einen kleinen Bach sieht. Weisbrodt erklärt: Der Bach sei im Zuge der Umbauarbeiten freigelegt worden und sei eine ökologische Aufwertung des Gebiets – und auch ein ökologischer Ausgleich, „weil der Kreisel ja etwas größer wird“. Am Rand des kleinen Bachlaus gibt es zudem eine Veränderung, die laut Weisbrodt elementar für das Gesamtprojekt ist: eine Stützwand. „Nur dank dieser können wir den größeren Kreisel überhaupt realisieren“, erklärt Weisbrodt.

Abbiegespur wird gebaut

Bauabschnitt 1 konnte wie geplant vor Weihnachten abgeschlossen werden. Danach gab es die geplante Pause, ehe nun wieder fleißig gearbeitet wird. Zunächst standen Erdarbeiten an. Fürs Asphaltieren und Pflastern war es wegen der Minusgrade zuletzt zu kalt. „Aber wenn wir damit nun dann beginnen können, ist für uns alles gut“, sagt Weisbrodt. Der Bypass sieht hübsch aus. Dazwischen müssen aber alle Bereiche noch neu angelegt werden, zum Teil gibt es hohe Abbruchkanten. Weisbrodt erklärt diese Tiefe damit, dass sämtliche Fahrbahnen komplett neu angelegt werden mit allen dafür nötigen Schichten.

Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt nun auf der Spur von der Autobahn kommend. Laut Weisbrodt reicht der Platz dort nicht für eine eigene Abbiegespur ins Gewerbegebiet Louis-Escande-Straße. „Der Kreisel bekommt dort eine zusätzliche Spur. Alle, die zu den Geschäften wollen, nehmen dann eben die Spur, die direkt rechts abgeht, und alle anderen Richtung Stadt eben die andere Spur.“ Das werde sicher etwas dauern, bis sich das im Alltag alles einspielt. „Aber wir werden eine Entlastung in beide Fahrtrichtungen bekommen“, so Weisbrodt. Wegen der Arbeiten ist aktuell auch die Abfahrt zur Louis-Escande-Straße voll gesperrt. Wer dorthin will, muss die Umleitung über die Adolf-Kolping-Straße (Weinstraßenzentrum) nehmen.

Vollsperrung im Frühjahr

Richtig haarig wird es im Frühjahr, „dann müssen wir den Kreisel und die B39 voll sperren“, sagt Weisbrodt. Dies sei nötig, um die ganzen Fahrbahnbestandteile abzuschließen, alles zu pflastern und zu markieren, die Querungshilfe herzustellen und auch die Fahrbahn im Kreisel neu zu asphaltieren. Weisbrodt geht davon aus, dass die Vollsperrung für drei bis vier Wochen gelten wird. Dann muss der gesamte Verkehr über K9, L516 und B39 zur Adolf-Kolping-Straße (Weinstraßenzentrum) umgeleitet werden. Weisbrodt hat aber auch eine gute Nachricht: „Im Mai soll alles fertig sein und für den Verkehr geöffnet werden.“

Ein ähnlich großes Projekt steht für den LBM noch bei der B38 und am Kreisel zur Branchweilerhofstraße an. Wegen der Landesgartenschau sollen dort ein Bypass und ein Mitfahrerparkplatz gebaut werden. Zudem soll die Fahrbahn erneuert werden. Weisbrodt rechnet auch dort mit mehreren Monaten Bauzeit. Noch sei aber offen, wann es losgeht.

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