Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gesichter der Gartenschau: Wie Rebecca Siemoneit-Barum das Programm plant

An jedem Tag der Gartenschau soll es etwas Spannendes geben, sagt Rebecca Siemoneit-Barum.
An jedem Tag der Gartenschau soll es etwas Spannendes geben, sagt Rebecca Siemoneit-Barum.

Die Besucher der Landesgartenschau 2027 in Neustadt sollen jeden Tag etwas Spannendes erleben. Dafür will „Lindenstraßen“-Star Rebecca Siemoneit-Barum sorgen.

Von den „Gesichtern der Gartenschau“ hat sie sicherlich das bekannteste. Schließlich spielte Rebecca Siemoneit-Barum 30 Jahre lang die Iphigenie „Iffi“ Zenker in der „Lindenstraße“ – bis die TV-Serie 2020 eingestellt wurde. Im Herbst vergangenen Jahres stieß die 47-Jährige zur Neustadter Landesgartenschau-Gesellschaft, um das Veranstaltungsprogramm zu planen. Im Veranstaltungsmanagement war sie schon während ihrer Schauspielverpflichtungen tätig. Sie hat aber auch einschlägige Gartenschau-Erfahrung. Denn bei der niedersächsischen LGS in Bad Gandersheim im Jahr 2023 war sie für das Programm verantwortlich.

Mehr als 1500, vielleicht sogar mehr als 2000 Programmpunkte soll die LGS in Neustadt bieten, an jedem Tag soll es für die Besucher etwas Spannendes geben. Nicht zuletzt von Akteuren aus der Region. Deshalb tourt Siemoneit-Barum seit Monaten durch Neustadt und die Nachbarorte, führt Gespräche mit Verwaltungen, Ortsbeiräten, Vereinen und Verbänden. Sie wolle deutlich machen, welche Beteiligungsmöglichkeiten es gibt und mit ihrer Begeisterung für das Projekt anstecken, sagt sie. Offenbar mit Erfolg: „Ich renne überall offene Türen ein“, zieht sie eine erste Bilanz.

Viel in der Region unterwegs

Parallel mussten die technischen Voraussetzungen fürs Gartenschaujahr geklärt werden: Also etwa wo die Bühnen stehen, wie der Lärmschutz gewährleistet wird und wie die notwendige Infrastruktur aufgebaut wird. Das stehe mittlerweile fest, berichtet sie, so dass tatsächlich die konkrete Planung am Programm beginnen könne. Dazu werde sie die Gesprächsfäden, die sie bisher begonnen habe, im zweiten Halbjahr 2025 wieder aufnehmen, „damit das nicht im Sande verläuft“.

Siemoneit-Barum ist zudem viel in der Region unterwegs, um sich Angebote von Künstlern und Vereinen anzuschauen, um ein Gefühl dafür zu kriegen, ob diese für die Landesgartenschau passen könnten. Kann sie das dann auch genießen oder schaut sie immer mit dem beruflichen Interesse drauf? „Ich habe immer den beruflichen Blick“, sagte sie und lächelt, „das ist einfach in meiner DNA.“

Kein Wunder, sie ist die Tochter von Gerd Siemoneit-Barum, dem Direktor des Circus Barum, und stand schon als Kind in der Zirkusmanege. Mit zwölf Jahren stieß sie zur „Lindenstraße“.

Doch sollen natürlich nicht nur Akteure aus der Region die LGS bespielen, auch Künstler darüber hinaus werden gebucht. Die ersten Höhepunkte will Siemoneit-Barum bis Ende dieses Jahres präsentieren. Denn an Ostern 2026, etwa ein Jahr vor Veranstaltungsbeginn, beginnt der Dauerkartenverkauf für die LGS. „Da wollen wir den Leuten schon Lust darauf machen.“ Bevor das Weihnachtsgeschäft 2026 beginnt, sollen weitere herausragende Programmpunkte stehen.

Baustellenfest am 30. August

Siemoneit-Barum betont, dass sich das Programm nicht nur auf den Bühnen abspielen werde, das gesamte Gelände stehe dafür zur Verfügung – nicht zuletzt die künftige Sportlandschaft. Dort könnten Vereine Wettbewerbe ausrichten. Es sei nämlich so, dass auch bereits bestehende Veranstaltungen 2027 aufs Gartenschau-Gelände umziehen können. Das sei mit Blick auf die spätere Nutzung wichtig, die Akteure sollen auf diese Weise erste Erfahrungen mit den dortigen Möglichkeiten machen.

In die Verantwortung der 47-Jährigen fällt indes nicht nur das Programm für 2027, sondern auch das, was die LGS-Gesellschaft bis dahin bietet. So präsentierte sie sich während des Rheinland-Pfalz-Tages mit verschiedenen Aktionen auf dem Neustadter Marktplatz. Von der Organisation des Landesfestes war Siemoneit-Barum übrigens sehr angetan: „Ich hatte nirgends ein Gefühl von Unsicherheit oder Chaos“, blickt sie zurück. Sie sei selbst in der niedersächsischen Stadt Einbeck für Stadtfeste zuständig gewesen und wisse, wie viel Aufwand das sei.

Die nächste Veranstaltung, die sie auf dem Schirm hat, ist ein Baustellenfest der LGS-Gesellschaft, das am 30. August geplant ist. Damit wolle man den Neustadtern zusätzlich Lust auf die LGS machen. Eine wichtige Erkenntnis hat sie dabei vom Rheinland-Pfalz-Tag mitgenommen: „Neustadt kann feiern.“

Die Serie

Im April 2027 öffnet die Landesgartenschau in Neustadt ihre Tore. Bis dahin muss für die Großveranstaltung noch einiges gebaut und umgestaltet werden. Darum kümmern sich die Mitarbeiter der Landesgartenschau gGmbH. In dieser Serie treffen wir uns mit den Menschen und schauen: Wer sind sie und was machen sie konkret?

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