Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gesichter der Gartenschau: Tobias Dreher hat den Blick aufs Veranstaltungsjahr

Tobias Dreher will bis Ende des Jahres bei den Ausstellern der LGS Klarheit haben.
Tobias Dreher will bis Ende des Jahres bei den Ausstellern der LGS Klarheit haben.

In Sachen Gartenschau ist Geschäftsführer Tobias Dreher ein alter Hase: Er will 2027 ein tolles Veranstaltungsjahr haben, aber für Neustadt auch eine Entwicklung anschieben.

Schon im Mai 2022 wurde bekannt, dass Tobias Dreher als einer von zwei Geschäftsführern sich um die Landesgartenschau (LGS) 2027 kümmern wird. Schwerpunktthema des 50-jährigen Landschaftsarchitekten, der zudem einen Masterabschluss in Medien- und Eventmanagement hat, ist das Veranstaltungsjahr. Für ihn geht es zentral um die eigentliche Landesgartenschau, alle mit ihr verbundenen Veranstaltungen und Ausstellungen sowie das Marketing.

Dass Dreher in Sachen Gartenschau ein alter Hase ist, liegt daran, dass die rheinland-pfälzische Projektgesellschaft Landesgartenschau sein Arbeitgeber ist und ihn für diese Aufgabe gewissermaßen nach Neustadt geschickt hat. Das passt für Dreher, da er in Landau wohnt. Neustadt wird seine fünfte Gartenschau sein. Die bisher gesammelte Erfahrung helfe ihm natürlich, weil er wisse, was zu bestimmten Zeitpunkten erledigt sein sollte und was noch Dringendes ansteht. Aber auf einen Organisationsbaukasten könne er nicht zurückgreifen. „Jede Gartenschau ist anders“, betont Dreher. Man müsse sich immer genau die Örtlichkeiten anschauen und dann konzipieren, wie sich alles genau gestalten lässt. Dazu wählt er ein lustig klingendes Beispiel, das aber den Punkt trifft: „Bei uns ist der Deponieberg der Mittelpunkt, und am Berg direkt kann ich natürlich wegen des Gefälles keine Ausstellungsflächen planen.“

„Dynamisches System“

Aktuell geht es für Tobias Dreher und sein Team vor allem um das Veranstaltungskonzept: „Was möchten wir auf dem Gelände sehen?“, so beschreibt Dreher dabei die Aufgabe. Er und Rebecca Siemoneit-Barum sprächen mit vielen Akteuren in der Region: „Wir schauen, wer infrage kommt und welches Format anbietet.“ Dreher fände es schön, wenn es viel Beteiligung „von vor Ort“ gebe. Man spreche zudem mit professionellen Künstlern. Dreher will den Neustadtern und auswärtigen Besuchern ab Frühjahr 2027 ein „wertiges Programm“ bieten, das ganz unterschiedliche Genres beinhaltet. Wovon er jedoch weniger hält, ist das Buchen eines Topacts, zu dem die Massen wie bei einem Open-Air-Konzert strömen. Das sei zwar für den Moment schön, aber die Besucher merkten dann gar nicht, dass sie auf einer Gartenschau seien. Und das sei nicht im Sinne des Gesamtkonzepts, so Dreher.

Dieses beinhaltet außer Park und Veranstaltungen zudem das Thema Ausstellungen. Die Partnersuche laufe auch hier auf Hochtouren. Schaugärten werde es auf jeden Fall ebenso geben wie ein Bereich zum Thema Grabgestaltung sowie Wechselflor und einen 800 Quadratmeter großen Staudengarten. Mit dabei seien ganz sicher das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, Landesforsten und Imker. Wie bei einem Puzzle müsse nun geschaut werden, welches Angebot wohin am besten in der Parkanlage passt und wie man verfügbare Flächen gut unter Interessenten aufteilt. „Bis Jahresende 2025 wollen wir hier Klarheit und die Anzahl an Ausstellern und ihre Inhalte geklärt haben“, so Dreher. „Im Moment ist das ein dynamisches System. Das ist spannend, aber auch anstrengend.“ Zur Planung gehöre übrigens auch, wo auf dem 25 Hektar großen Areal die Gastronomie platziert wird und wo Besucher Toiletten finden.

Interessenten können sich melden

Die Resonanz von Interessenten mit Blick auf Veranstaltungen und Ausstellungen bezeichnet er als „gut, aber wir haben nichts dagegen, wenn sich weitere mit guten Ideen melden“. Er denke da etwa an örtliche Naturschutzverbände. Je früher Interesse bekundet werde, desto besser. Dreher betont: „Die Landesgartenschau ist noch nicht abgeschlossen.“ Mit Neustadts Partnerstädten sei man im Gespräch, weil sich diese ebenfalls präsentieren sollen. Zudem will Dreher die Sonderthemen Demokratie und Wein (mit dem Ziel Vinothek) bespielen: „Diese zwei Themen müssen in Neustadt sein.“ Die Landesgartenschau-Gesellschaft ergreife auch selbst die Initiative und spreche potenzielle Mitstreiter an.

Denkt Dreher an das entstehende Gelände mit Wiesen, Wasser, Waldbereichen und Hügel, ist er begeistert: „Tolle Mischung, sehr vielfältig.“ Ihn fasziniere vor allem die Möglichkeit, „aus einem zerstörten Gelände einen Landschaftspark zu machen, das ist einzigartig“. Daher hofft er, dass die Neustadter alles gut annehmen und das Gelände auch nach Abschluss der Gartenschau zu schätzen wissen. „Wir entwickeln das nachhaltig und sorgen für etwas Belebendes für Neustadt“, ist Dreher überzeugt. Mit Blick aufs Arbeitspensum verspüre er „eine gesunde Nervosität, denn wir arbeiten ja auf den Eröffnungstag hin“. Die Planung will er bis zum Sommer 2026 komplett abgeschlossen haben, um dann „nur“ noch umzusetzen und zu gestalten.

Die Serie

Im April 2027 öffnet die Landesgartenschau in Neustadt ihre Tore. Bis dahin muss für die Großveranstaltung noch einiges gebaut und umgestaltet werden. Darum kümmern sich die Mitarbeiter der Landesgartenschau gGmbH. In dieser Serie treffen wir uns mit den Menschen und schauen: Wer sind sie und was machen sie konkret?

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