Neustadt
Gesichter der Gartenschau: Katharina Bentz plant die verschiedenen Gärten
Die Neustadter freuen sich schon, dass durch die Landesgartenschau die Bereiche Deponiehügel und Maifischgraben sowie das gesamte Areal drumherum aufgewertet und komplett neu gestaltet werden. Aber: keine Gartenschau ohne Gärten und Blumen. Denn bei der großen Halbjahresveranstaltung muss zwischen zwei Themen unterschieden werden: den dauerhaft bestehenden Anlagen für die Stadtentwicklung und den Ausstellungsbereichen, die ab April 2027 Neugierige auf das Landesgartenschaugelände nach Neustadt locken sollen. Letzteres ist das Thema von Katharina Bentz. Die 30-Jährige ist Projektleiterin gärtnerische Ausstellung.
Die Ingenieurin für Landschaftsarchitektur, die in Geisenheim studiert hat und in Grünstadt wohnt, ist rundum begeistert von ihrem Job und der damit verbundenen Aufgabe. Das hat einen ganz besonderen Grund, denn ihre Familie stammt aus Neustadt – inzwischen ist sie umgezogen. Auf der Haardt wuchs Katharina Bentz auf. „Ich kenne die Stadt also von klein auf. Als ich die Stellenanzeige gesehen habe, dachte ich: Da muss ich mich bewerben.“ Am östlichen Stadtrand „etwas Schönes zu schaffen“, sei ungemein reizvoll. Zumal sie sich noch gut erinnere, dass sie als Kind von der Haardt aus den Müllberg ja immer gesehen habe. Aber der Hügel sei ebenso wie der angrenzende Maifischgraben ein Bereich gewesen, den man ja nie besucht habe oder nie besuchen konnte. Bentz spricht von „lost places“. Durch die Gartenschau gelinge es, diese Flächen zugänglich zu machen und so anzulegen, dass die Neustadter und viele Besucher etwas davon haben.
Feigen aus Neustadt
Seit Juli 2024 gehört Katharina Bentz zum LGS-Team. Seither ist sie mit der Planung der Ausstellungsflächen befasst. Dazu gehören viele Gespräche – mit dem Planungsbüro, aber auch mit verschiedenen Verbänden, Gartenbaubetrieben und auch interessierten Neustadtern. Ganz begeistert ist Bentz, dass sich ein Einheimischer gemeldet hat: Er züchtet Feigen und möchte seine Auswahl gerne auf der LGS präsentieren. Für Bentz ein toller Vorschlag. Mit dem Mann sei sie bereits in konkreten Absprachen. Denn die zu präsentierenden Pflanzen sollen 2027 ja eine gewisse Größe haben, damit die Besucher etwas bestaunen können und nicht nur Mini-Setzlinge sehen.
Viele Zahnräder müssten nun ineinandergreifen, betont Bentz. Galabaubetriebe würden Mustergärten anlegen, es soll auch einen Pfalzgarten geben, und Staudenanlagen sowie Präsentationen von Friedhofsgärtnern sollen Bestandteil der Anlagen sein. Ganz wichtig seien „Vielfalt und Abwechslung“ bei der Tour übers LGS-Gelände. „Ich schaue, wie wir die Flächen jeweils anbieten und dass am Ende alles zusammenpasst.“ Dazu zählt ebenso die Anlage der Wege durch die Ausstellung. Dabei werde direkt mitgedacht, wie die Wege dann auch wieder zurückgebaut werden können, da sie ja nicht Teil der Daueranlagen seien.
Familie kommt zum Fest
„Ich freue mich schon riesig auf die Eröffnung im April 2027 und stelle mir vor, wie wir dann alle da stehen und sagen: Mensch, das haben wir gut gemacht“, sagt Bentz. Der Druck werde angesichts des näher rückenden Termins größer, aber das sporne auch an. Zumal Bentz weiß, dass ihr Job mit der LGS-Eröffnung nicht erledigt sein wird. In ihren Bereich fällt auch das Thema Wechselflor, bei dem alle paar Wochen Neues präsentiert wird. Sie müsse also im Ausstellungsjahr vieles regeln und präsent sein. Beim Wechselflor könne sie sich vorstellen, dass „Besucher mal den Umbau und die Neupflanzung sehen, solche Prozesse sind ja auch spannend“, meint Bentz.
Sie sei froh, dass das Thema LGS bei ihren Ansprechpartnern auf großes Interesse stoße. „Wir steuern nun alles in eine schöne Richtung, sodass wir eine gute Mischung haben“, ist Bentz überzeugt. Aktuell freut sie sich auf den 30. August, wenn das LGS-Baustellenfest gefeiert wird. Bentz wird dort auch ihre Familie in Neustadt begrüßen können. „Dann können sie sich das Areal ansehen, das war ja früher alles nicht zugänglich. Und sie können sehen, wie viel wir schon erreicht haben. Denn auf das bin ich schon stolz.“ Zusätzliche Motivation für ihren Job bekam Bentz übrigens durch die gelungene Präsentation der LGS beim Rheinland-Pfalz-Tag. Sie war mit im Orga-Team und freute sich besonders über die große Resonanz an der Blumenwand. „Das war meine Idee.“
Die Serie
Im April 2027 öffnet die Landesgartenschau in Neustadt ihre Tore. Bis dahin muss für die Großveranstaltung noch einiges gebaut und umgestaltet werden. Darum kümmern sich die Mitarbeiter der Landesgartenschau gGmbh. In dieser Serie treffen wir uns mit den Menschen: Wer sind sie und was machen sie konkret?