Hassloch
Gerd Wolff, die Seele der TC Big Band, ist tot
Beruflich war der Diplom-Kaufmann bis zu seiner Pensionierung 1997 bei der BASF als Leiter des Marketings für Katalysatoren tätig. Doch die Musik war immer Bestandteil seines Lebens. Obwohl 1943 sein rechter Arm durch eine Explosion in den benachbarten IG Farben – wie die BASF in dieser Zeit hieß – gelähmt war, lernte er bei Kurt Müller vom Orchester des Mannheimer Nationaltheaters Trompete und nahm zudem Gesangsunterricht bei der Sopranistin Hedi Schanzenbach. Schon 1951 gründete er mit Schulfreunden das Carmina-Trio, das er später zur Gerd-Wolff-Combo ausbaute, die bis 1996 bestand und unter anderem Stars wie Rex Gildo oder Roberto Blanco begleitete.
Seine Hauptspielwiese freilich war über Jahrzehnte die von Haßlocher Tennisfreunden gegründete TC Bigband, bei der auch gerne als Sänger zum Mikrofon griff und zum Beispiel Welthits wie „Strangers in the Night“ und „New York, New York“ interpretierte. Unter seiner Führung entwickelte sich das nicht als Verein organisierte Ensemble zu einer Institution in der Region – legendär waren die Herbstkonzerte in der Aula des Haßlocher Hannah-Arendt-Gymnasiums. Hier hatte Wolff 2019 auch seinen letzten Auftritt. „Die Musik hat mich körperlich und geistig jung gehalten“, sagte er an seinem 80. Geburtstag.
In seinem Wohnort Ruchheim war Gerd Wolff auch Gründungsmitglied des Karnevalvereins Schlosshogger und als Initiator des Turmblasens zu Weihnachten bekannt. Weil er – mit einer Koreanerin verheiratet – sich für die Völkerverständigung einsetzte, zeichnete ihn die Westminster-Universität in Seoul 2012 mit einem Ehrendoktortitel aus. Die Beerdigung findet am Donnerstag im engsten Familienkreis statt.