Neustadt Gerüstbauer: „Habe nichts mit Polizeieinsatz am Bahnhof zu tun“
„Mir steht es bis oben hin“, sagt der Ruppertsberger Achim Süß. In der Nähe des Mußbacher Bahnhofs besitzt er eine Lagerfläche für seine Gerüstbaufirma. „Aber dabei handelt es sich nicht um das Gelände, wo der Polizeieinsatz gewesen ist“, stellt er klar.
Die Polizei hatte am 27. und 28. Mai unter anderem nahe dem Bahnhof ermittelt, da im Zusammenhang mit anderen Ermittlungen bekanntgeworden war, dass ein 56-Jähriger mehrere illegale Schusswaffen besitzen soll. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Deidesheim und des Geländes am Mußbacher Bahnhof stellten die Beamten 22 Schusswaffen, große Mengen Munition sowie weitere Waffen wie ein Elektroschockgerät sicher.
Ermittlungen dauern an
Täglich wird Achim Süß seither von Kunden oder Freunden gefragt, ob er etwas mit Waffenhandel oder anderen Verbrechen zu tun hat. Auch seine Frau werde am Bürotelefon immer wieder auf den Einsatz angesprochen. Ihn damit in Verbindung zu bringen, sei nicht nur falsch, sondern geschäftsschädigend. „In den 25 Jahren, seit ich das Unternehmen habe, hatten weder die Firma noch ich als Privatperson je mit der Polizei zu tun, ich habe eine blütenreine Weste“, so der Ruppertsberger. Er hofft, dass er und seine Firma nicht mehr mit dem Polizeieinsatz in Verbindung gebracht werden.
Der 56-jährige Beschuldigte war noch am 27. Mai dem Haftrichter des Amtsgerichts Frankenthal vorgeführt worden. Dieser ließ den Mann mangels Haftgründen wieder auf freien Fuß. „Es besteht bei ihm auch keine Verdunkelungsgefahr, nachdem wohl alles gefunden wurde, was er an Waffen hatte“, sagt Oberstaatsanwalt Kai Hempelmann von der Frankenthaler Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Einen Teil der Verstecke habe der 56-Jährige den Ermittlern selbst gezeigt. Die gefundenen Waffen würden weiterhin vom Landeskriminalamt geprüft, was wohl noch ein bis zwei Monate dauern könnte. „Ein Teil davon ist augenscheinlich Schrott. Es kann aber sein, dass sie trotzdem funktionsfähig sind“, so Hempelmann. Kriegswaffen wie Handgranaten seien keine darunter.