Neustadt Genussvoll an Europas Spitze

Mannheim und Ludwigshafen sind neben Heidelberg die Oberzentren der Region.
Mannheim und Ludwigshafen sind neben Heidelberg die Oberzentren der Region.

„Wir haben uns die Karten gelegt. Wo sind wir gut? Wo müssen wir noch eine Schippe drauflegen?“ Michael Heinz, BASF-Vorstandsmitglied und seit knapp einem Jahr Vorsitzender des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar, hat den Anspruch, immer besser zu werden. In seinen Augen ist das auch nötig, weil andere Regionen in Deutschland eine Entwicklungsdynamik entfaltet haben. Ein Frankfurter Institut wurde damit beauftragt, zu untersuchen, wo die Region steht und wie die Marke Metropolregion funktioniert. Und das ausgestellte Zeugnis ist alles andere als schlecht. Die Vorgehensweise der Strategie- und Kommunikationsexperten war in gewisser Weise zeitgemäß: Von März 2017 bis März 2018 verbrachten die Mitarbeiter des Instituts viel Zeit im Internet, genauer gesagt im deutschsprachigen Web. Online-Medien, Foren, Blogs, soziale Netzwerke, also so ziemlich alles, was das digitale Paralleluniversum so zu bieten hat, haben die Fachleute analysiert – und nach Spuren aus der Metropolregion Rhein-Neckar gesucht. Gefunden haben sie 942.650 Posts. Und daraus zogen die Mitarbeiter des Instituts Rückschlüsse auf die Wahrnehmung der Region. Zum Beispiel für den Bereich Umwelt: Wiesen, Wald, Gärten, aber auch Elektroautos oder Umweltzone – all das stehe für die Region. Oder den Bereich Wirtschaft: Forschung, Industrie, Universität, Handwerk, Mittelstand seien prägende Begriffe. Nicht zu vergessen der Rhein-Neckar-Raum – die Freizeit- und Genussregion: Kunst, Fest, Fitness, Halbmarathon oder Galerie seien Schlagworte, die die Region beschreiben. Diese Aufzählung ließe sich noch ziemlich lange fortsetzen. Vielleicht noch zwei zentrale Begriffe aus der „Supercloud Rhein-Neckar“, wo abzulesen sein soll, wie die Region als Ganzes wahrgenommen wird: lebendig und erfolgreich. Von diesen beiden Attributen fühlen sich sicher besonders viele Menschen, die hier leben, absolut zutreffend beschrieben. Dass die Region in puncto Industrie, Freizeit und Genuss, Natur und Kreativität einiges zu bieten hat, dürfte beim Verband Region Rhein-Neckar ebenso bekannt gewesen sein wie beim Verein Zukunft. Nun kann man sich dort freilich bestätigt fühlen. „Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass die Metropolregion Rhein-Neckar absolut das Potenzial hat, sich mit den großen monozentrischen Metropolregionen wie Hamburg und München zu messen“, sagte Vereinsvorsitzender Heinz. Drei Schlüsselworte sollen die regionale Entwicklung beschreiben: Fortschritt, Engagement und Wohlfühlen. Es geht also zum einen um Wettbewerbsfähigkeit. Zum anderen um Weltoffenheit, kulturelle Vielfalt, Gemeinsinn, soziales Engagement und bürgerschaftliche Solidarität. Und schließlich um attraktives und bezahlbares Wohnen, Naherholungsgebiete sowie Angebote in Sport, Kultur und Genuss. Als Schlüsselthema haben die Akteure die Mobilität erkannt. Heinz betonte das Potenzial von Wasserstoff als Energieträger für die Region. Um dieses auszuloten, habe die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH ein Gutachten in Auftrag gegeben. Zudem bewerbe sich die Region um EU-Mittel von bis zu 20 Millionen Euro. Stefan Dallinger, Vorsitzender des Verbands Region Rhein-Neckar und Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, kündigte unterdessen ein Verkehrsmodell für die Region an, das aber nicht vor Sommer 2021 vorliegen werde. Vor allem die Rheinquerung solle in den Blick genommen werden. Was das Thema Hochstraßen betrifft, sei „Ludwigshafen in der Bringschuld“. Auch die Frage nach einer weiteren Rheinquerung sei zu untersuchen.

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