Neustadt Genuss braucht kaum Worte
Niclas Fjellström hat ein Ziel: Menschen aus unterschiedlichen Regionen Europas zusammenzubringen. „Wie könnte das besser gehen als übers Essen, da sind keine Sprachkenntnisse notwendig“, beschrieb der Schwede gestern Abend im Casimirianum Sinn und Zweck von Culinary Heritage – jenes Netzwerks, dessen Präsident er ist und dem nun auch die Tourist-Info Neustadt angehört.
„Wir sind stolz, die Pfalz dabei zu haben“, meinte Fjellström und war sich darin mit Steffen Christmann, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Tourist, Kongress und Saalbau (TKS) GmbH, einig. Denn was könnte besser zusammenpassen als Pfälzer Wein und schwedische Küche?! Was diese schwedische Küche an einem Weihnachtstag serviert, dafür gab es Teller mit Appetithäppchen wie besonders zubereitetem Fisch, Käse, Hackbällchen mit Preiselbeeren, gebratenem Weißkohl mit Weihnachtsgewürzen und einer saftigen Scheibe Schinken. Dass Sprachkenntnisse aber durchaus ihren Charme haben, bewies Stefan Pålsson. Er ist berühmt für seinen geräucherten Lachs – und er hat „eine deutsche Mutti“. Deshalb freute er sich gestern auf Deutsch über den noch jungen Kontakt nach Neustadt, ebenso wie Spitzenköchin Eva Thuresson vom südschwedischen Restaurant Allé. Beide hatten gemeinsam mit Spitzenkoch Gustav Jönsson vom Hotel Drakamöllan die Appetithäppchen zubereitet. Mit anderen zusammenzuarbeiten, das habe in Schweden Tradition, sagte Thuresson. Wer Genuss à la Südschweden noch kennenlernen will, hat dazu während dieses Wochenendes auf dem Kunigundenmarkt die Chance. Auf Kooperation setzt auch die TKS bereits seit Jahren, um über das Thema Genuss zu punkten. Mit Südschweden ist nun ein weiterer touristischer Partner im Boot, in dem bereits Regionen in Italien, Spanien und den Niederlanden vertreten sind. Sie präsentierten sich bei der gestrigen Vernissage der Genüsse ebenso wie pfälzische Vertreter des Vereins Slow Food und die Konditorei Michel. Als Partner bei Culinary Heritage dabei zu sein, „ist für uns eine große Geschichte“, hatte TKS-Aufsichtsratsvorsitzender Christmann zu Beginn der Vernissage erklärt. Jetzt gilt es, den bei der offiziellen Aufnahme am 15. Oktober verliehenen Titel „Regionale Esskultur Pfalz“ sozusagen weiter in die Tat umzusetzen. Mitglied der „Regionalen Esskultur Pfalz“ können beispielsweise Winzer, Bauernhöfe und Fischereibetriebe, Gastronomen, Caterer, Lebensmittelproduzenten wie Bäcker und Metzger oder Groß- und Einzelhändler werden. Als erste Präsentationsadresse dient dabei die Internetseite von Culinary Heritage als Dachmarke: Dort werden laut TKS Inhalte der „Regionalen Esskultur Pfalz“ von Deutsch und Englisch in 21 weitere Sprachen für ein internationales Publikum übersetzt. Welche möglichen Partner die TKS ansprechen will, soll in den nächsten Wochen entschieden werden. (ahb)