Neustadt Gemeindereferentin Dagmar Pfeiffer über Hoffnungswege in dunklen Zeiten
Heute Morgen schiele ich vorsichtig nach draußen. Es regnet und ist nasskalt. Am liebsten würde ich wieder ins Bett. Aber der Tag wartet auf mich. Menschen hoffen auf eine Begegnung mit mir. In dieser Stimmung macht das keine Laune. Was kann mir heute Hoffnung geben? Meine Wohnung ist warm. Mein Auto hat ein Dach. Mein Kühlschrank ist gefüllt und der heiße Tee muntert mich auf.
Es liegt an uns, wie wir die Welt wahrnehmen. Wir können den Blickwechsel üben und im Dunkeln ein Licht anzünden; statt mit den Nachrichten in eine Weltuntergangsstimmung einzutauchen, mal dankbar sein für Menschen, die ihr Leben für andere einsetzen; statt über den Frost zu schimpfen, uns freuen über die Eiskristalle an den Autoscheiben; statt über unsere Einsamkeit zu klagen, Herzenswärme spüren, wenn wir an die Enkelkinder denken. Wir könnten nach Zeichen der Hoffnung suchen. Gestern bin ich einem Paar begegnet, das Obdachlosen ein tägliches Essen besorgt. Eine Freundin steht einer Frau zur Seite, die ihren Mann verloren hat. Ein Team besucht alte Menschen, die allein wohnen. Menschen mit Beeinträchtigungen finden Arbeit, die ihrem Leben Sinn gibt.
Hoffnung schenken mit einem Lächeln
Wir könnten Hoffnung schenken, unsere Gesellschaft menschlicher gestalten, mit einem Lächeln, einem Gruß in der Fußgängerzone, einem wertschätzenden Wort, wenn wir einander zuhören, unsere Unterschiede aushalten. Wenn wir unsere Tür öffnen, auch wenn die Nachbarin gerade ungelegen kommt. Wenn wir unseren Partnern neues Vertrauen schenken, auch wenn im Stress unfreundliche Worte fallen.
Die Gemeinschaft von Taizé will Hoffnungsträger unterstützen: „Legen wir unser Konkurrenzdenken ab und setzen wir uns stattdessen mit aller Kraft für Zusammenarbeit ein! Unterstützen wir Organisationen, die Kooperation und Solidarität fördern!“ Das sind doch viele Spuren.
Adventsfenster, Weihnachtsmärkte, Lichter hellen die Stimmung auf. Sie sind äußere Zeichen, Gelegenheiten, Hoffnung zu verbreiten. Vielleicht braucht der Mensch neben mir ein offenes Herz und ein Hoffnungszeichen von mir? Das wäre ein Weihnachtsfest im Sinne des Erfinders.
Die Autorin
Dagmar Pfeiffer ist Gemeindereferentin in der katholischen Pfarrei Heilige Theresia von Ávila, Neustadt