Neustadt Gemeinde wechselt zu den Stadtwerken

Der Forster Ortsgemeinderat ist der Empfehlung der Verwaltung gefolgt und hat einstimmig die Neuvergabe des Gas-Konzessionsvertrages mit der Gemeinde ab Januar 2017 beschlossen. Die Entscheidung fiel zugunsten der Stadtwerke Deidesheim, die dann für die nächsten 20 Jahre als Grundversorger fungiert.
Bisheriger Vertragspartner für den Betrieb des örtlichen Gasverteilnetzes ist seit 1997 die Thüga Energienetze GmbH, Schifferstadt. Drei Bewerber (Thüga, Pfalzgas Frankenthal und Stadtwerke) hatten ihr Angebot abgeben, deren Kriterien in puncto Kommunalfreundlichkeit, Netzsicherheit und Verbraucherfreundlichkeit von der Gemeinde vorgeben waren. Der Preis für den Endverbraucher wurde mit am höchsten gewichtet. Die Stadtwerke Deidesheim haben im Vergleich am Ende mit 94 von 100 Punkten überzeugt. Sie haben sich an dem von der Gemeinde vorgeschlagenen Mustervertrag des Gemeinde- und Städtebundes orientiert und tragen die Kosten für Änderungen am Verteilernetz. Die beiden Mitbewerber hingegen hatten ihre eigenen Standardverträge bevorzugt. Die Pfalzgas GmbH hatte zudem eine Mitgliedschaft der Gemeinde Forst im Beirat ihres Unternehmens angeboten und dass sich die Gemeinde im Falle von Veränderungen an der Versorgungsanlage mit der Hälfte der Kosten in den ersten zehn Jahren beteiligen sollte. In punkto Netzsicherheit sind laut Verwaltung alle drei gleich zu bewerten. Bei der Berechnung eines typischen deutschen Haushaltes mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergab die Beispielrechnung der Stadtwerke Deidesheim die weitaus günstigste. Alle drei Bewerber stellen sicher, dass im Störungsfalls ein Mitarbeiter innerhalb von 30 Minuten vor Ort ist. Pfalzgas-Mitarbeiter müssten von Kirrweiler anreisen, während von der Thüga ein Bereitschaftsmitarbeiter aus der näheren Umgebung von Forst zur Verfügung stünde, von den Stadtwerken Deidesheim einer aus einem Kilometer Entfernung. Die Forster Bürger seien nicht an den neuen Konzessionspartner gebunden, sie haben weiterhin freie Wahl des Gasanbieters, betonte Robin Schier, Sachgebietsleiter Finanzen bei der Verbandsgemeindeverwaltung. Die Stadtwerke stellen ab 2017 aber die Grundversorgung und die Leitungen in Forst sicher. Als Betreiber des Gasnetzes sind die Stadtwerke dann auch Ansprechpartner, wenn es um Gas-Hausanschlüsse geht. Die Stadtwerke Deidesheim GmbH betreiben eigene Netze zur Stromversorgung der Orte Deidesheim und Niederkirchen sowie Netze der Gasversorgung in Deidesheim, Niederkirchen und Ruppertsberg. Niederkirchen ist zu 20 Prozent an den Stadtwerken beteiligt aufgrund eines ehemals eigenen Werkes. Forst hingegen könne nicht mit eigenen Werken aufwarten, auch nicht in Zukunft, meinte Bürgermeister Bernhard Klein. Dazu sei die Gemeinde einfach zu klein. Strom beziehen Forst und Ruppertsberg von den Pfalzwerken. (piw)