Neustadt Geißbockmarsch beginnt früh

Szene aus dem Geißbockspiel: Adjunkt Lacombe (Karl-Wilhelm Kress, rechts) bemängelt die Beschaffenheit des Tributbocks .
Szene aus dem Geißbockspiel: Adjunkt Lacombe (Karl-Wilhelm Kress, rechts) bemängelt die Beschaffenheit des Tributbocks .

Erhobenen Hauptes nahm am Pfingstsonntag der 614. Tributbock Hugo den Begrüßungsapplaus von hunderten Gästen entgegen. Karl-Philipp Sauer hatte ihn beim Heimatabend in Lambrecht auf die Bühne geführt, zu einem Tusch des Musikvereins Königsbach.

Nach der lebendigen Aufführung von zwei wahren Begebenheiten im Jahr 1851 aus dem Geißbockspiel von Autor Ernst Schäfer übergab Bürgermeister Karl-Günter Müller den 614. Tributbock Hugo, der ab jetzt Patrick wie der Bräutigam heißt, dem diesjährige Geißbockführerpaar Inna und Patrick Faß. Mit Geleitbrief machen sie sich heute, Dienstag, vom Friedrich-Ebert-Platz um 5.30 Uhr mit zahlreichen Wanderern auf den Weg, um pünktlich um 10 Uhr an der südlichen Stadtgrenze von Deidesheim anzukommen. Um 17.45 Uhr wird der Tributbock 2017 vor dem historischen Rathaus Deidesheim versteigert. Der Meistbieter bekommt um 18 Uhr den Zuschlag. Aber nur, wenn er den Geißbock bar bezahlt. Denn bei aller Brauchtumspflege verstehen die Deidesheimer, wie es die Geschichte lehrt, in diesem Punkt keinen Spaß. An dem diesjährigen, aus der Rasse bunter deutscher Edelziegen stammenden Tributbock Patrick ist aber alles dran. Das stellte Auktionator Markus Wahl am Sonntag beim Blick auf die Nachzuchtattribute fest. „Ich glaube der Rat der Stadt hat nichts zu meckern“, sagte der Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr. Anders war`s bei der Geißbocklieferung aus dem Jahr 1851, die die Theatergruppe des Verkehrsvereins aus Schäfers Mundartspiel in zwei Bildern erstmals unter der Regie von Gregor Michme aufführte. Sie endete damals in einem Prozess vor dem Appellationsgericht. Brillant verkörpert hat Wilfried Denig in den starken Szenen aus dem Geißbockspiel den Stotterer Dietz, der sich trotz Vertragsbruch für die Annahme des mickrigen und im „Läderwäschel“ gefahrenen Geißbocks aussprach. Das Spielböcklein verkörperte der ein Jahr alte Luis aus Daniela Kurz` Lindenberger Beweidungsprojekt. Nach neuem Brauch ehrte Bürgermeister Müller die Geißbockführerpaare Ingrid und Ulrich Seelmann sowie Christine und Uwe Gutfrucht, die vor 45 beziehungsweise 25 Jahren die Tributböcke nach Deidesheim brachten.

Nix gibt’s zu meckern am 614. Tributbock, der am Sonntag dem Brautpaar Inna (rechts) und Patrick Faß übergeben worden ist.
Nix gibt’s zu meckern am 614. Tributbock, der am Sonntag dem Brautpaar Inna (rechts) und Patrick Faß übergeben worden ist.
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