Neustadt Gedämmt, erweitert und barrierefrei

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Kinder und Erzieherinnen mussten für ein Jahr provisorisch in das leer stehende Schulgebäude in der Ortsmitte umziehen, aber es hat sich offenbar gelohnt. Mit der Sanierung und Erweiterung des über 40 Jahre alten, damals auch mit viel Eigenleistung errichteten Gebäudes hat die Gemeinde mit ihren insgesamt zwei Kindergärten ihre Hausaufgaben für die Betreuung der Kinder erledigt. Die Kindertageseinrichtung „Regenbogen“, so die offizielle Bezeichnung, wird weiter von der Katholischen Kirchenstiftung betrieben. „Das stand nie in Frage“, sagt Ortsbürgermeister Karl Schäfer. Die Gemeinde ist bereits Träger eines kommunalen Kindergartens gegenüber dem Rathaus. Nur das Gebäude und das Gelände des katholischen Kindergartens sind (für einen Euro) in den Besitz der Gemeinde übergegangen. Allerdings mit großen finanziellen Folgen: Sie wurde damit auch zuständig für den millionenschweren Umbau und die Modernisierung, die sie laut Schäfer mit dem Kreisjugendamt und dem Landesamt für Jugend und Soziales abgestimmt hatte. Architekt Lothar Textor hatte bei der Planung die unterschiedlichsten Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen. Um der Energiesparverordnung gerecht zu werden, wurde das bestehende Gebäude zunächst mit der Wärmebildkamera untersucht. Gedämmt wurden nun die komplette Gebäudehülle sowie die Dachschrägen über den Gruppenräumen. Fenster und Türen wurden erneuert, ebenso die Heizung und Warmwasseraufbereitung. Beim Entkernen des alten Gebäudes wurde sichtbar, dass auch das „komplette Leitungssystem der Trinkwasserversorgung“ zu erneuern, das „Rohrsystem der Heizung auszutauschen und der Brandschutz nachzubessern“ waren, berichtet Textor. Und schließlich wurden der Turnraum und die WC-Anlage im Untergeschoß saniert. Dort gibt es jetzt einen Personal- und Besprechungsraum sowie eine behindertengerechte Toilette. Der Eingangsbereich ist jetzt barrierefrei. Dahinter kommt gleich das „Elterncafé“. In der Sitzgruppe, „in der sich Eltern bei Bedarf auch einen Kaffee machen und unterhalten können“, sieht „Regenbogen“-Leiterin Christiane Prilop auch eine soziale Funktion des deutlich erweiterten Bereichs. 48 der 90 Kinder in der Tageseinrichtung werden ganztags betreut und essen dort auch zu Mittag. „Ab 1. Oktober wird bei uns selbst gekocht“, berichtet die Leiterin, und zwar nach ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Küche wurde für 42.000 Euro neu ausgestattet. Den Gruppenräumen wurden Intensivräume zugeordnet, in denen die Kinder einzeln oder in kleinen Gruppen beschäftigt werden. Derzeit zum Beispiel malen die Größeren Bilder für die Einweihung der Kindertagesstätte am 11. Oktober. Wichtig für die künftige Aufnahme der Kleinen ab einem Jahr: Es wurden zwei Schlafräume geschaffen. Ein großer „Spiel- und Verbindungssteg“ führt für die beiden südlich gelegenen Gruppenräume vor dem Kindergartengebäude ins Freie. Somit ist von allen Gruppenräumen aus nun der große Spiel- und Freizeitbereich in der Außenanlage direkt zu erreichen. Ein Sandkasten soll noch in Eigenleistung angelegt werden. Aus Brandschutzgründen gibt es durchaus einige technische Besonderheiten, auf die Lothar Textor aufmerksam macht. Jalousien sind in den Türen, die als Notausgang dienen können, direkt integriert. Die Rettungstür kann also jederzeit im Notfall schnell und ohne Hindernis geöffnet werden. Eine Verbesserung am Rande des Geländes: Entlang des Burgunderwegs wurden nun acht Stellplätze für die Bediensteten des Kindergartens angelegt. Die Kosten von 1,3 Millionen Euro muss die Gemeinde Maikammer weitgehend selbst tragen. Fördermittel gab es vom Landkreis Südliche Weinstraße für die Sanierung (28.400 Euro) und die Erweiterung (52.800 Euro), vom Land (24.000 Euro) und von der Kirche (30.000 Euro). Macht zusammen 135.000 Euro, gerade mal zehn Prozent der Gesamtkosten. (ff)

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