Neustadt Gebrütet in friedlicher Nachbarschaft

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Winden in der Südpfalz wird gerne als „Storchendorf“ bezeichnet. Vor allem weil sich dort die Leute schon länger darum bemühen, dass die Störche sich den Ort wieder als Zuhause aussuchen. Inzwischen gibt es hier acht Nester, in denen in diesem Jahr 17 junge Störche groß gezogen wurden.

Jeder von ihnen hat auch einen Ring um ein Bein bekommen, damit man sie später wieder erkennen kann. Und für jeden von ihnen wurde auch ein Pate gefunden. Zwar gibt es in der Region noch mehr solcher Storchendörfer. Doch von denen unterscheidet sich Winden, weil es noch etwas Besonderes und Einmaliges hat: nämlich einen Baum, auf dem nicht nur Störche wohnen, sondern auf dem auch noch ein Graureiherpaar sein Nest gebaut hat. Die Störche haben ihr Nest 2012 auf einer Fichte gebaut, der bei einem Sturm die Spitze abgebrochen ist. Vorher hatten sie ihr Nest auf dem Hausdach des „Windener Storchenvaters“ Arnold Scheid, der Gründungsmitglied des Vereins „Aktion Pfalzstorch“ ist. Seit ihrem Umzug brüten Stachel und Liese, so ihre Namen, immer auf der Fichte, während in das Nest auf Scheids Haus ein anderes Pärchen eingezogen ist. Nun hat in diesem Jahr ein Reiherpaar die Storchenfichte entdeckt, sein Nest auf dem Baum etwa einen Meter unter dem Storchennest eingerichtet und drei kleine Reiher ausgebrütet. Bevor diese geschlüpft sind, hatten die Störche mit Marina und Nora Elisa schon Nachwuchs. Manche Vogelfreunde hatten Angst, dass die Störche die kleinen Reiher aus ihrem Nest holen und an ihre Jungen verfüttern würden. Das ist jedoch nicht passiert. Ganz im Gegenteil: Wenn die Störche ihren Jungen Nahrung brachten, standen die drei kleinen Reiher in Reih und Glied am Nestrand und sperrten ihre Schnäbel auf. Abbekommen haben sie jedoch wohl nie etwas, zumindest hat das niemand beobachtet. Für Arnold Scheid ist das Nisten von Storch und Reiher auf einem Baum tatsächlich etwas Einmaliges. Denn außer dass beide zur großen Familie der Schreitvögel gehören, verbindet sie nichts miteinander. Finden kann man den Baum und seine Bewohner am Erlenbach hinter dem Anwesen Raiffeisenstraße 26. (wm)

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