Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Geballte Kultur: Das Programm des „Limburg-Sommers 2026“ bietet neun Termine an drei Wochenenden

Gringo Mayer macht am 9. Juli den Auftakt beim „Limburg-Sommer“.
Gringo Mayer macht am 9. Juli den Auftakt beim »Limburg-Sommer«.

Start des Open-Air-Festivals in der Klosterruine ist am 9. Juli.

Etwas kompakter als sonst präsentiert sich der „Limburg-Sommer 2026“: Vor allem wegen der Einschränkungen wegen der geplanten Sanierung der Klosterruine konzentriert sich das Open-Air-Festival diesmal auf drei Wochenenden im Juli. Den Auftakt macht Publikumsliebling Gringo Mayer mit seiner „Kegelband“, Höhe- und Schlusspunkte – zumindest in puncto Prominenz – setzen der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert und Musical-Legende Ute Lemper.

Die inoffizielle „Limburg-Sommer“-Eröffnung übernimmt freilich wie immer das „Theater an der Weinstraße“ (TadW). Die Amateurbühne feiert am 13. Juni Premiere mit einer Neuinterpretation des bekannten Volksstücks „Das Wirtshaus im Spessart. Die Handlung, ursprünglich in einem märchenhaften Räubermilieu angesiedelt, wird in die 1920er Jahre verlegt, eine Zeit gesellschaftlicher Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und kultureller Aufbrüche. Das alte Wirtshaus im Wald mutiert zu einem Nachtclub, in dem sich Damen und Herren der Gesellschaft mit Gestalten der Halbwelt mischen. Künstlerisch solle die Inszenierung, so das TadW, klassisches Sprechtheater mit (Jazz-)Musik, Bewegung und Elementen des Revuetheaters verbinden. Gastregisseurin ist die Kaiserslautererin Isabelle Boslé, die unter anderem das Improtheater an der RPTU leitet. Nach der Premiere Mitte Juni gibt es für das Wirtshaus 2.0 noch sechs weitere Aufführungen: jeweils freitags und samstags am 19./20. Juni, 26./27. Juni und 3./4. Juli.

Einschränkungen wegen Sanierungsarbeiten

Gespielt werden wird das Stück wegen der Gerüste im Chor auf der Westseite der Klosterruine, was, wie Thomas Giel auf Nachfrage für das TadW erklärt, aber keine Einschränkung bedeute, sondern in die Inszenierung integriert werde. Was die maximale Belegung anbelangt, werden sich die Sanierungsarbeiten aber wohl durchaus auf das Festival auswirken. Statt etwa 800 könnten wahrscheinlich nur 500 bis 600 Gäste gleichzeitig untergebracht werden, hatte Marcus Brill, Leiter Kultur und Tourismus bei der Stadt Bad Dürkheim, bereits bei früherer Gelegenheit mitgeteilt. Die ersten drei Termine würden deshalb auch als reine Stehplatz-Konzerte angeboten.

Dabei handelt es sich um das Auftaktkonzert mit dem Ludwigshafener Mundart-Indie-Pop-Rocker Gringo Mayer am Donnerstag, 9. Juli, das Gastspiel des Berliner Singer-Songwriters Philipp Dittberner am 10. Juli sowie ein Zusatzkonzert mit Gringo Mayer und der „Kegelband“ am 11. Juli, das notwendig wurde, weil der erste Termin am Donnerstag in Windeseile ausverkauft war. Mayer bringt seine neue EP „Ganove“ mit, das die PR-Lyrik mit den Worten „Songs, die klingen, als wären sie auf einem Roadtrip durch den Mittleren Westen geschrieben und im Schatten des BASF-Werks eingespielt worden“ umschreibt. Dittberner, der 2015 mit dem Song „Wolke 4“ einen sensationellen Einstieg in die Musikwelt feierte, hat sein aktuelles Album „Alles ist ein Augenblick“ und seine Single „Gib mir einen Grund“ im Gepäck.

Wie Bad Dürkheim ins Rampenlicht der Weltpresse geriet

Zwei Termine mit ausgesprochenem Lokalkolorit eröffnen das zweite Wochenende: Der in Bad Dürkheim wohnhafte Kabarettist Christian „Chako“ Habekost spielt dabei am 17. Juli sein Programm „Es kummt, wie’s kummt“. Und am 18. Juli ist der True-Crime-Podcast „Alles Böse“ der RHEINPFALZ zu Gast mit der Folge „Hitlers Hengste“. Hier geht es – viele werden sich noch erinnern – um einen Kriminalfall, der 2015 national und international für Schlagzeilen sorgte: die beiden angeblich verschollenen Bronze-Pferde des NS-Bildhauers Josef Thorak von Hitlers Neuer Reichskanzlei in Berlin, die ausgerechnet durch eine Razzia bei einem Unternehmer und Sammler in Bad Dürkheim den Weg zurück in öffentlichen Besitz fanden. Die Kinderoper „Bella und das Orchester“, dargeboten wie auch schon in den Vorjahren vom Team der „Opernretter“ aus Schwetzingen, beschließt das zweite „Limburg-Sommer“-Wochenende am 19. Juli.

Den Abschluss macht dann ein weiterer Dreiklang am 24., 25. und 26. Juli. Der Wuppertaler Blues-Rock-Sänger und -Gitarrist Henrik Freischlader startet am Freitag, der studierte Diplomphysiker und Wissenschaftskabarettist Vince Ebert folgt mit seinem Programm „Vince of Change“am Samstagabend, und am Sonntag bildet Ute Lemper, die 1983 mit der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals „Cats“ in Wien ihren Durchbruch erlebte, das krönende Finale. Die dann 63-Jährige, die schon lange in New York lebt, präsentiert ihr Programm „Ute Lemper singt Kurt Weill“, mit dem sie schon seit vielen Jahren weltweit unterwegs ist.

Noch Fragen?

Weitere Informationen und Karten unter www.limburg-sommer.de. Tickets ohne zusätzliche Systemgebühren gibt es vor Ort in der Tourist-Information Bad Dürkheim.

Weltstar Ute Lemper setzt am 26. Juli den Schlussakzent. Bereits ab 13. Juni spielt das „TadW“ sein Sommerstück.
Weltstar Ute Lemper setzt am 26. Juli den Schlussakzent. Bereits ab 13. Juni spielt das »TadW« sein Sommerstück.
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