Neustadt Gebühr für Abwasser wird günstiger

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Ab 2018 soll der Kubikmeter Schmutzwasser in der Verbandsgemeinde Deidesheim 22 Cent weniger kosten. Auch der Grundbetrag für den Weinbau wird gesenkt. Die Gebühren für Niederschlagswasser und Grubenentsorgung bleiben konstant. Die neue Kalkulation der Gebühren für die kommenden drei Jahre wurde dem Werksausschuss jüngst vorgestellt.

Schon bei den vorangegangenen Jahresabschlüssen der Verbandsgemeindewerke zeichnete sich diese Tendenz ab. Bis auf den gesetzlichen Mindestgewinn sollen die Werke auf Dauer keine Gewinne erzielen, erklärt Verbandsbürgermeister Peter Lubenau. Die letzte Gebührenkalkulation wurde 2014 für die Jahre 2015 bis 2017 vorgenommen. Damals liefen die Abschreibungen der Kläranlage in Niederkirchen aus, und es standen größere Investitionen an. Entsprechend unterschiedlich fielen die bisher letzten Jahresergebnisse aus. Wurde 2015 noch mit einem sechsstelligen Verlust gerechnet, konnte in den beiden folgenden Jahren ein beachtlicher Gewinn erzielt werden. Die Gebührenkalkulation von Wirtschaftsprüfer Mario Burret fiel zwar noch etwas günstiger aus, doch floss hier die aktuelle Situation der Klärschlammentsorgung noch nicht ein. „Durch die neue Klärschlammverordnung ergibt sich für uns plötzlich eine ganz andere Lage bei der Klärschlammentsorgung“, mahnt der Leiter der Verbandsgemeindewerke, Friedrich Schalk. Es sei in den vergangenen Wochen bereits zu einer deutlichen Kostensteigerung von 38 auf 77 Euro pro Tonne gekommen. Zurzeit geht die Jahresmenge von rund 1100 Tonnen Klärschlammkompost der Niederkirchener Kläranlage in den Landschaftsbau. „Diese Art der Klärschlammverwertung ist ein Auslaufmodell“, gibt Lubenau zu bedenken. Die Klärschlammentsorgung sei in Deutschland im Umbruch. Ab 2018 werde der Klärschlamm aus der Verbandsgemeinde in die Verbrennung gehen. Allerdings müsse zurzeit geprüft werden, wohin der Klärschlamm transportiert werden könne. Eventuell komme eine Anlage in Frankenthal in Frage. Die Kapazitäten in der Verbrennung seien zwar noch begrenzt, so Lubenau, doch komme es für die Verbandsgemeinde nicht zu einem Entsorgungsengpass. Aus diesem Grund und um eine konstante Gebührenhöhe nach 2020 beizubehalten, schlug die Werkleitung eine geringere Reduzierung der Gebühren vor. „Es ist nicht wünschenswert, nach drei Jahren mit den Gebühren wieder hoch zu gehen“, betont auch der Bürgermeister. Die Gebührenkalkulation berücksichtige bereits die höheren Klärschlammentsorgungskosten sowie die Kanalsanierung in Deidesheim mit rund 1,5 Millionen Euro. Der Werksausschuss nahm den Vorschlag einstimmig an. Der Verbandsgemeinderat befasst sich in seiner nächsten Sitzung am heutigen Donnerstag, 26. Oktober, um 19.30 Uhr ebenfalls mit der neuen Gebührenkalkulation. Weiter stehen Spendenannahmen und Anfragen auf der Tagesordnung. Die Sitzung findet in der Verbandsgemeindeverwaltung in Deidesheim statt. Abwassergebühren —Schmutzwasser: 2,20 Euro/m³ —Grundgebühr Schmutzwasser je Wohneinheit: 48 Euro/Jahr —Niederschlagswasser: 0,76 Euro/m² —Grundgebühr Weinbau: 120 Euro/Hektar (entspricht 6 Euro je angefangene 500 m²) —Grubenentsorgung: 2,53 Euro/m²

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