Neustadt Gastro-Pläne für Klemmhof

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Für den Klemmhof gibt es neue Pläne: Florian Wiedemann, Chef des Palatina-Hotels, will im Erdgeschoss auf einer Fläche von fünf Läden ein umfassendes Gastronomie-Konzept verwirklichen. Feinkostladen, Café, Weinverkauf und eine „Erlebnisküche“ sollen unter einem Dach zusammengeführt werden. Noch allerdings ist der Mietvertrag nicht unterschrieben.

Das Projekt mit den vier Säulen soll auf der nördlichen Klemmhof-Seite, beginnend beim früheren „Marstall“, entstehen. In der Kombination der verschiedenen Angebote sieht Wiedemann die Einzigartigkeit des Konzepts. „So etwas gibt es bis Frankfurt nicht“, sagt der junge Gastronom. Er hat dem Konzept den Titel „Einen Tag im Palatina“ gegeben – einen Tag in der Pfalz. Es soll einen Mittagstisch geben, Fisch-, Fleisch, Käse- und Wursttheken, frische Nudeln, Weinverkauf und Weinberatung sowie Veranstaltungen: Wiedemann und seine Partner wollen selbst Kochkurse anbieten, die Räume sollen aber auch für Geburtstagsfeiern oder Ähnliches offen stehen. Ein Restaurantbetrieb am Abend ist nicht vorgesehen. Wiedemanns Partner sind sein Mitarbeiter Herbert Rusche und Alexander Hundt – letzterer sein einstiger Chef. Hundt hat viele Jahre das Restaurant „Admiral“ in Weisenheim am Berg betrieben, Wiedemann ist dort in die Lehre gegangen. Seit einigen Monaten ist Hundt zweiter Geschäftsführer in der Hotel Palatina GmbH. Regionalität und Nachhaltigkeit sind Schlagworte, die im Gespräch häufig fallen. Doch auch die „Frische Italiens und Spaniens“ solle auf den Tischen und Theken zu finden sein, sagt Hundt. Auch das Weinangebot werde sich nicht auf Neustadt und Umgebung beschränken, obwohl hier der Schwerpunkt sein soll. Für den Weinverkauf will Wiedemann Dirk Kabisch, den Geschäftsführer des Hauses des Weines, mit ins Boot holen. Das Haus des Weines wird zum Ende des Jahres schließen (wir berichteten). Im Klemmhof sollen außerdem zwischen fünf und zehn Arbeitsplätze geschaffen werden. Wiedemann ist sich sicher, dass der Klemmhof „wieder das werden kann, was er einmal war“. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft, der 34 Prozent des Klemmhof-Komplexes gehören, sei auf ihn zugekommen, als er auf der Suche nach geeigneten Räumen für sein Vorhaben gewesen sei, erzählt Wiedemann. Die Idee, den Klemmhof wiederzubeleben, reizte ihn. Er habe „großes Vertrauen“, dass das Gebäude so saniert wird, dass es wieder von den Kunden angenommen wird. Umgekehrt sieht die WBG gute Chancen, den Klemmhof zusammen mit der Hotel Palatina GmbH „auf gehobenem Niveau“ zu positionieren, wie WBG-Geschäftsführer Ingo Röthlingshöfer sagt. Auch bei der Vermarktung der übrigen Flächen sei die Gesellschaft gut voran gekommen. Es gebe einen weiteren Mieter für eine Fläche von 160 Quadratmetern, so Röthlingshöfer. Den Namen wolle er noch nicht nennen. Wiedemann strebt für sein Vorhaben den Starttermin 1. August 2015 an. Zwischen 400.000 und 500.000 Euro wolle er investieren, sagt der Gastronom. Hinzu kommen die Investitionen der WBG. Röthlingshöfer will sich allerdings noch nicht auf eine Summe festlegen. „Wir wissen noch nicht, was an zusätzlichem Brandschutz auf uns zukommt“, erklärt er. Außerdem müssen Wände herausgerissen, Boden und Lüftung erneuert und die Fenster ausgetauscht werden. Die Gespräche zwischen WBG und Wiedemann laufen bereits seit einem Dreivierteljahr. Inzwischen habe es einen Informationsabend für die Eigentümer des Klemmhofs gegeben, sagt Röthlingshöfer. „Bei den Anwesenden gab es ein hohes Maß an Zustimmung“, so der WBG-Geschäftsführer. Auch der WBG-Aufsichtsrat habe die Pläne „zustimmend zur Kenntnis“ genommen. Unterschrieben seien die Verträge allerdings noch nicht. Wiedemann will sich mit dem Projekt ein Stück weit aus dem Restaurantbereich zurückziehen. Konkret: Das Restaurant Zwockelsbrücke will der gebürtige Mußbacher Ende Februar 2015 aufgeben – „schweren Herzens“. Wiedemann hatte das Lokal 2010 übernommen, mit gerade einmal 22 Jahren. (kkr)

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