Neustadt Gäste buchen spontaner

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Kontinuierliches Wachstum präge die Tourismusstatistik in der Region Deidesheim, und das sei auch das weitere Ziel, sagt Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourismus Service GmbH.

Im vergangenen Jahr sind 85.700 Gästeankünfte und 148.800 Übernachtungen registriert worden. 1015 Gästebetten stehen zur Verfügung. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es 52.000 Gäste und 127.000 Übernachtungen. Im Vergleich zum Jahr 2015 bedeuteten die jüngsten Zahlen nochmals eine Steigerung von 1,5 (Übernachtungen) und zwei Prozent (Gästeankünfte). Die Deutsche Weinstraße und auch die Urlaubsregion Deidesheim seien „Zugpferde“ im Pfalztourismus, sagte Wemhoener am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung. Die Touristiker arbeiteten daran, die Saisonangebote über den traditionell starken Sommer und Herbst hinaus auszuweiten. Ein Ziel sei auch, die Verweildauer der Urlaubsgäste zu verlängern. Sie liegt im Schnitt nur noch bei 1,7 Tagen, vor zehn Jahren waren es noch 2,3 Tage. Die Entwicklung liege im allgemeinen Trend, mehrfach im Jahr Urlaub zu machen. Die Urlaube fielen deswegen auch kürzer aus. Aus der Praxis der Tourist-Information berichtete Wemhoener, Kurzurlaube würden immer spontaner gebucht, oft nach der Wetterlage. Das fordere mehr Flexibilität bei den Beherbergungsbetrieben. Eine Chance, die Urlaubsdauer zu verlängern, sieht der Deidesheimer Tourismus-Chef in der Einführung der Pfalzcard, die mit „relativ hoher Wahrscheinlichkeit“ im nächsten Jahr kommen werde. In der Urlaubsregion Deidesheim seien derzeit fünf bis sechs Betriebe bereit mitzumachen, „auch die großen“. Die Karte biete pfalzweit Vorteile. Besonders von Vorteil sei sie, wenn auch der öffentliche Personennahverkehr enthalten sei. Andere Regionen seien damit schon weiter und hätten gute Erfahrungen gemacht. In Deidesheim sollen auch das Freibad und Führungen mit in die Vergünstigungen hineingenommen werden. Wie man mit relativ geringen Mitteln relativ große Effekte erzielen kann, zeigte der Forster Ortsbürgermeister Bernhard Klein auf. Er war gerade aus Berlin zurückgekehrt, wo das Hansel-Fingerhut-Spiel offiziell in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco (Bildungsorganisation der Vereinten Nationen) aufgenommen worden war. Die Bewerbung sei ein Beispiel dafür gewesen, wie man, allerdings mit starkem personellem Einsatz, die Region ins Bewusstsein einer großen Öffentlichkeit rücken könne. Klein: „Wir wollen das auch touristisch stärker nutzen.“ Das Spiel, das in der Gemeinde stark verwurzelt sei, sei ein Alleinstellungsmerkmal, ähnlich wie die Geißbockversteigerung in Deidesheim. Die Stadt Deidesheim stehe mit Lambrecht in Kontakt, sagte der Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr dazu, um dieses Brauchtum ebenfalls in die Unesco-Liste aufnehmen zu lassen. Dörr: „Verdient hätte es das.“ Zum Geißbock-Brauchtum (siehe auch Bericht oben) hat die Tourist Service GmbH eine neue Broschüre „Bock aufs Feiern“ aufgelegt. Sie enthält Fakten und Geplauder zu dem Brauchtum, sowie eine Liste sämtlicher Steigerer seit 1900. Sie ist bunt und interessant bebildert. Allerdings machen es Schriftart und -größe seh-eingeschränkten Lesern nicht gerade leicht, wie ein Besucherin des Tourismusstammtischs kritisch anmerkte.

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