Neustadt „Fundament des Ehrenamts“

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Von „professionalisiertem Ehrenamt“ sprach Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer am Donnerstagabend bei der Jubiläumsfeier des Arbeitskreises Asyl. Immerhin hat der Verein 30 Jahre lang Erfahrung gesammelt. Der Geburtstag war Anlass für eine Feier in der Stadtbücherei.

Iris Schlichthärle, seit 2011 Vorsitzende des Vereins, hat die 30 Jahre komplett miterlebt. Begonnen hat alles mit fünf Frauen, darunter die Initiatorin Eva Kamenetzky - und einer Bombendrohung. Diese erhielt die kleine Gruppe als Reaktion auf einen Artikel in der RHEINPFALZ, der unter der Überschrift „Wer will Flüchtlingen helfen“ erschien. 74.000 neue Asylbewerber gab es damals, im Jahr 1985, in Deutschland. Eine Zahl, die angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen fast „niedlich“ klingt. Deutlich höher als damals sei aber auch die Hilfsbereitschaft der Bürger, betonte Röthlingshöfer. Dass die Resonanz in Neustadt so gut sei, hänge auch damit zusammen, dass für das ehrenamtliche Engagement ein „gutes Fundament“ da sei. Der Arbeitskreis aktiviere „jede Menge ehrenamtlicher Kräfte“. Pfarrer Reinhard Schott, Festredner und Integrationsbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz, sagte, Verwaltung und Politik wären ohne ehrenamtliches Engagement „längst gescheitert“. Röthlingshöfer nickte zustimmend. Um dann allerdings wenige Minuten später den Gesichtsausdruck zu wechseln, als Schott die These aufstellte, im Grunde sei es unmöglich, zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und politisch Verfolgten zu unterscheiden. „Darüber würde ich gerne diskutieren“, kündigte er an. Bei der Feier wurde auch die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ eröffnet, die noch bis 31. Oktober in der Stadtbücherei zu sehen ist. (kkr)

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