Neustadt / Edenkoben Fußball: Wie es in der nächsten Runde weitergeht

Derzeit ruht der Spielbetrieb, im Frühjahr soll es weitergehen.
Derzeit ruht der Spielbetrieb, im Frühjahr soll es weitergehen.

Sonntagnachmittag auf dem Fußballplatz. Das Wetter ist genauso mäßig wie das Spiel. Einige Männer halten sich an einem Plastikbecher mit Bier fest. Aus dem Lautsprecher dröhnt der Hinweis, dass die zweite Mannschaft ihr wohl wichtigstes Spiel am Wochenende bestreitet. Kaum ist die Durchsage verhallt, ist es wieder soweit: Es wird die Frage gestellt, die zuletzt über viele Fußballplätze geisterte. „Nehmen die jetzt ihre Punkte mit oder nur die, die sie gegen die Mannschaften gesammelt haben, die mit ihnen in der nächsten Runde stehen?“ Die Diskussion beginnt. Das Spiel auf dem Rasen verliert zunehmend an Attraktivität. Ein Tor fällt, das ist jedoch eher eine Randnotiz.

„Es ist doch alles in der Spielordnung geregelt“, stellt Franz-Josef Kolb vom Südwestdeutschen Fußballverband später trocken fest. Ok, die hat jetzt nicht jeder auf dem Platz dabei. Ist gerade eher feucht da. Schlecht für die insgesamt 52 Papierseiten. Muss der Neugierige am Mobilgerät ein wenig „scrollen“, wie es neudeutsch heißt. Kolb verweist auf Paragraf 22 unter dem Titel Meisterschaftsspiele. Da steht dann: „Gespielt wird lediglich gegen die Mannschaften der anderen Gruppe mit Hin- und Rückspiel. Die erzielten Punkte gegen Mannschaften der Hauptrunde, die sich in der gleichen Auf- oder Abstiegsrunde befinden, werden mitgenommen.“ Eindeutig, oder?

Oberliga als Sonderfall

Ja, aber in der Oberliga sei das anders, kommt der Kommentar vom nächsten Diskutanten. Ist richtig. Dort werden alle Punkte mitgenommen. Aber Verbandsliga abwärts eben nicht. Warum? Das Bedürfnis nach einer überschaubaren, allgemeingültigen Lösung ist den Gesprächsteilnehmern nicht abzusprechen. „Das hängt damit zusammen, dass sich nicht alle Ligen in gleich große Gruppen trennen ließen“, erläutert Kolb. Die Lösung der kompletten Punktmitnahme funktioniert jedoch nur, wenn die beiden Ausgangsgruppen gleich viele Mannschaft besitzen, also alle Vereine gleich viel Spiele absolvieren. Und das ist auf Verbandsebene nicht immer gegeben. Also kommt die „kleine Lösung“.

Einer der Männer nimmt einen langen Schluck. „Und gegen wen spielen die Teams dann in der Abstiegsrunde?“ In der Frage schwingt unüberhörbar Hilflosigkeit mit. „Im Hin- und Rückspiel gegen die sechs Letzten aus der anderen Hauptrunde“, erklärt Kolb. Gegen die Mannschaft aus der eigenen Gruppe habe das Team schließlich schon gespielt und die Punkte ja auf dem Konto. Und der Paragraf 22 erklärt sogar das Prozedere für die einzelnen Gruppenstärken. Im Normalfall gilt: Gibt es eine ungerade Anzahl von Mannschaften, nimmt ein Team weniger an der Aufstiegsrunde teil als an der Abstiegsrunde. Ausnahme: Zwölfer-Gruppen. Hier gehen lediglich die ersten fünf Mannschaften in die Aufstiegsrunde, die restlichen sieben müssen in die Abstiegsrunde.

Einer der Zuhörer setzt den Becher zum einem langen Zug an. Sein Blick ist inzwischen fast so leer wie das Gefäß. „Ich brauch’ jetzt erst mal ein neues Bier.“ Irgendwie verständlich. Nach so einem Vortrag braucht es erst einmal reichlich Gerstensaft …

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