Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: VfB Haßloch kämpft um Landesliga-Aufstieg

VfB-Trainer Sebastian Schulz bespricht mit seinen Spielern im Training die Taktik für das erste Spiel gegen den VfR Nierstein.
VfB-Trainer Sebastian Schulz bespricht mit seinen Spielern im Training die Taktik für das erste Spiel gegen den VfR Nierstein.

Nur ganz knapp hat Fußball-Bezirksligist VfB Haßloch die Aufstiegsrunde erreicht. Jetzt trägt er zwei Relegationsspiele zum Aufstieg in die Landesliga aus. VfB-Trainer Sebastian Schulz verrät, warum sein Team zu Hause lieber auf Kunstrasen spielt.

Herr Schulz, der VfB Haßloch hat die Aufstiegsrunde nur dank des besseren direkten Vergleichs gegenüber dem Lokalrivalen 1. FC 08 erreicht und belegte vor dem ersten Spieltag nur den vorletzten Platz. Kam es für Sie überraschend, dass Ihre Mannschaft nun bereits vorzeitig als Tabellenzweiter feststand?
Nein. Obwohl ich zugeben muss, dass wir in den beiden Derbys gegen den FC 08 nicht gut waren und wir in der Vorrunde viele Fehler gemacht haben. Es war unser Ziel, in der Aufstiegsrunde einen der ersten vier Plätze zu erreichen. Ich wusste, dass die Mannschaften, die aus der Staffel Nord hinzukamen, schwächer als die aus der Staffel Süd sind. Dass wir mit einem 7:0-Sieg gegen Seebach in die Aufstiegsrunde gestartet sind, hat uns natürlich sehr geholfen.

Ist es für den VfB Haßloch überhaupt erstrebenswert, in die Landesliga aufzusteigen? Dort gibt es dann kaum noch Derbys ...
Natürlich müssten wir uns in der Landesliga darauf einstellen, dass weniger Zuschauer als in der Bezirksliga zu unseren Spielen kommen. Ich habe deshalb gehofft, dass außer Phönix Schifferstadt auch der ASV Fußgönheim aus der Verbandsliga absteigt. Wenn es blöd läuft, steigt der FSV Schifferstadt auf. Dann hätten wir mit Phönix Schifferstadt nur noch einen Gegner aus unserer Region. Trotzdem wollen wir auf jeden Fall aufsteigen.

Manche Trainer sagen, wenn man in der Bezirksliga aufsteigen möchte, darf die Landesliga nur eine Durchgangsstation sein, weil es erst in der Verbandsliga wieder attraktiv wird. Sehen Sie das auch so?
Als ich Trainer des SV Südwest Ludwigshafen war, hatten wir auch so gedacht.

Was halten Sie überhaupt von den Relegationsspielen?
Ich habe das bisher dreimal erlebt, und zweimal bin ich mit meinen Mannschaften aufgestiegen. Das ist schon etwas richtig Tolles, weil zu diesen Spielen viele Zuschauer kommen.

Ob die Bezirksliga Vorderpfalz in der nächsten Saison wieder eingleisig oder erneut in zwei Staffeln aufgeteilt wird, hängt davon ab, ob der VfB Haßloch aufsteigt. Sind Sie für eine Rückkehr zum alten System?
Ich habe schon immer gesagt, dass ich eine normale Saison mit Vor- und Rückrunde vorziehe.

Gegner VfR Nierstein hat bisher niemals höher als in der Bezirksliga gespielt und in unserer Region auch noch nie ein Spiel bestritten. Wie gut kennen Sie diese Mannschaft?
Wir haben Nierstein beim letzten Punktspiel beobachtet. Außerdem habe ich gute Kontakte nach Rheinhessen. Dadurch habe ich viele Informationen bekommen.

Der VfB Haßloch trägt fast alle Spiele auf dem Kunstrasenplatz aus. Spielen Sie und Ihre Mannschaft nicht gerne auf Naturrasen?
Unser Naturrasenplatz ist in so einem schlechten Zustand, dass wir diesen nur während der Vorbereitungszeit genutzt haben. Inzwischen haben wir aber einen neuen Platzwart und hoffen, dass wir bald auch Punktspiele auf diesem Platz bestreiten können. Er ist größer als der Kunstrasenplatz, was unserer Spielweise entgegenkommen würde.

Interview: Thomas Dill-Korter

Termine: Relegationsspiele des VfB Haßloch

Im Relegationshinspiel zur Ermittlung des dritten Aufsteigers in die Fußball-Landesliga Südwest, Staffel Ost, zwischen den Tabellenzweiten der Bezirksligen Vorderpfalz und Rheinhessen empfängt der VfB Haßloch am Donnerstag, 19.30 Uhr, den VfR Nierstein. Das Rückspiel ist am Sonntag, 15 Uhr, in Nierstein angesetzt.

Wie in allen Spielklassen und Relegationsrunden unterhalb der Oberliga spielt auch hier das Torverhältnis keine Rolle: Gibt es also in Haßloch und Nierstein jeweils unterschiedliche Sieger oder enden beide Begegnungen mit einem Unentschieden, wird unabhängig von der Höhe der Ergebnisse am 14. oder 15. Juni auf neutralem Gelände ein Entscheidungsspiel ausgetragen.

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