Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Peter Schlegel hat viele Haßlocher Derbys erlebt

Peter Schlegel (unten) feiert 1976 mit Manfred Seiberth (links) , Klaus Steinmüller und Klaus LAngohr den Aufstieg des 1. FC 08
Peter Schlegel (unten) feiert 1976 mit Manfred Seiberth (links) , Klaus Steinmüller und Klaus LAngohr den Aufstieg des 1. FC 08 Haßloch in die damalige Südwestliga.

Am Sonntag geht die „Woche der Fußballderbys“ mit dem immer brisanten Duell zwischen den beiden Haßlocher Bezirksligisten zu Ende. Dann treffen um 18 Uhr der VfB und der 1. FC Haßloch aufeinander. Ein Anlass, um mit einem „Insider“ in der langen Historie zu blättern.

Kein anderer hat so viele Haßlocher Derbys als Spieler, Trainer oder Funktionär miterlebt wie Peter Schlegel, der Zweite Vorsitzende des VfB Haßloch. Von 1971 bis 1979 und nach fünfjähriger Tätigkeit beim VfL Neustadt noch einmal von 1984 bis 1989 war er als Trainer der 08er und anschließend noch als Jugendleiter aktiv. Seit 2005 steht er nach Zwischenstationen bei der SV 1920 Edenkoben, beim FV Dudenhofen und beim SV Südwest Ludwigshafen in Diensten des VfB Haßloch. Egal auf welcher Seite er eine Funktion ausübte, eines war klar: Derbys zwischen den beiden traditionell stärksten Haßlocher Fußballmannschaften waren immer Höhepunkte in der Sporthistorie des Großdorfs.

1971 wurde der aus dem FC Palatia Böhl hervorgegangene Schlegel vom damaligen 08-Trainer Albert Kelchner als Neuzugang vorgestellt, ein Jahr später war er auch dessen Nachfolger als Chefcoach. „Ich bin ja eigentlich kein Haßlocher. Deshalb kannte ich damals die große Rivalität zwischen diesen beiden Vereinen noch nicht. Die Haßlocher Derbys, bei denen immer über 1000 Zuschauer gekommen sind, waren für mich deshalb Neuland“, erinnert sich Schlegel.

Zehn Derbys erlebt

Bis zum Aufstieg des FC 08 im Jahr 1976 in die Südwestliga wirkte Schlegel in zehn Derbys mit. „08 war dem VfB damals schon etwas voraus. Während der FC schon früh einen Rasenplatz und dadurch auch bei der Verpflichtung neuer Spieler einen Vorteil gegenüber anderen Vereinen hatte, verfügte der VfB lange nur über einen Hartplatz. Den habe ich damals richtig gehasst“, blickt er zurück. Die beiden Derbys der Saison 1975/1976 sollten aber bis heute die letzten sein, bei denen er selbst als Spieler auf dem Platz oder als Trainer an der Seitenlinie gestanden hat. Außer in der Spielzeit 1983/1984, als beide Vereine gemeinsam der A-Klasse angehörten und Schlegel noch beim VfL Neustadt unter Vertrag stand, spielten die 08er von 1976 bis 2011 immer in einer höheren Spielklasse als der VfB. Nach dem freiwilligen Abstieg in die A-Klasse vor neun Jahren liefen sie zunächst drei Jahre eine Klasse tiefer auf. Seit dem Wiederaufstieg des FC 08 im Jahr 2014 sind aber regelmäßige Begegnungen in der Bezirksliga Vorderpfalz wieder an der Tagesordnung.

„Nach meiner Trainertätigkeit beim SV Südwest Ludwigshafen wollte ich meine Karriere eigentlich beenden. 2005 erschien dann bei mir eine Delegation des VfB, weil sie eigentlich nur beraten werden wollten. Aber das endete dann damit, dass ich wieder im Amt war“, erzählt Schlegel. Auch seine Verpflichtung durch den FC 08 sei ähnlich erfolgt. „Nach der Trennung von Trainer Werner Ditsch 1970 kamen die Vorstände Heinrich Volkmer, Lothar Hauck und Heinz Bug sowie Spielleiter Herbert Müsel zu mir und wollten mich damals schon verpflichten. Aber ich bin zunächst in Dirmstein geblieben und habe Albert Kelchner als Nachfolger empfohlen. Der hat dann später mich empfohlen“, erinnert sich Schlegel.

Für eine Fusion

Dass manche eingefleischte 08er heute immer noch nicht verstehen können, dass der bisher erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte inzwischen bereits 15 Jahre am Eichelgarten tätig ist und manches VfB-Mitglied immer noch argwöhnisch an die Adam-Stegerwald-Straße blickt, sieht Schlegel heute gelassen. „Die Rivalität von früher ist nicht mehr so ausgeprägt, und das ist auch gut so“, stellt er klar. Aus diesem Grund begrüße er es sehr, dass die beiden Vereine seit über einen Jahr im Jugendbereich zusammenarbeiten. „Als ich davon hörte, dass eine Jugendspielgemeinschaft gegründet werden soll, habe ich das sofort unterstützt“, sagt er.

Er könne sich sogar vorstellen, dass es irgendwann gemeinsame aktive Mannschaften gebe. „Die Vereine finden doch heute immer schwerer Mitglieder, die im Verein etwas machen. Eine Fusion würde in diesem Bereich vieles einfacher machen, aber auch sportlichen Erfolg bringen“, begründete er seine Vision.

Überall Maskenpflicht

Sportlich sieht er beide Mannschaften auf Augenhöhe. „Die Niederlage der 08er in Lustadt habe ich nicht erwartet, aber dafür waren sie in dieser Saison im Verbandspokal mal wieder weit gekommen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass beide Mannschaften die Aufstiegsrunde zur Landesliga erreichen“, erklärt der langjährige Trainer zur sportlichen Ausgangsposition. Nach dem siebten Spieltag der Bezirksliga Vorderpfalz, Staffel Süd, belegt der VfB Haßloch mit 13 Punkten den dritten Tabellenplatz. Der FC 08 steht mit sieben Zählern auf Rang sechs, hat aber bisher ein Spiel weniger als der Lokalrivale absolviert.

Gepannt sei Schlegel jedenfalls, wie die Zuschauer das inzwischen verschärfte Hygienekonzept annehmen werden. „Auf dem ganzen Gelände besteht inzwischen Maskenpflicht, und der Innenraum steht nicht mehr als Parkfläche zur Verfügung. Wir bitten die Zuschauer deshalb auch, rechtzeitig zu kommen, um lange Warteschlangen zu vermeiden“, teilt VfB-Vorsitzender Matthias Gillich hierzu mit. Schlegel rechnet deshalb mit einer geringeren Zuschauerzahl als in den vergangenen Jahren.

Das Spiel ist der Abschluss der „Woche der Fußballderbys“: Nachdem sich im ersten Derby dieser Woche die SG Mußbach und die TSG Deidesheim mit einem 1:1-Unentschieden getrennt haben, erwarten die Mußbacher am Sonntag, 16 Uhr, TuS Diedesfeld, bevor um 18 Uhr am Haßlocher Eichelgarten der VfB und der 1. FC 08 Haßloch aufeinandertreffen.

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