Handball
Frauen der TSG Haßloch: Ein Spiel wie erwartet und ein Neuzugang
Es geht zäh los. Zunächst ist keine Musik im ungewohnt stillen TSG-Sportzentrum zu hören. Und es dauert lange 5:12 Minuten, ehe das erste Tor fällt. Schließlich endet das Spiel der Frauen-Handball-Regionalliga zwischen der TSG Haßloch und dem HSV Merzig/Hilbringen wie erwartet, obwohl zwischendurch die TSG-Physiotherapeutin einen ungewöhnlichen Einsatz hat.
Ein Fangfehler von TSG-Mannschaftsführerin Ina Bühl. Ein Fehlpass von Lucie Krein an den Kreis, die kurz danach einen Siebenmeter an den Pfosten setzt (4.). Dann ein Stürmerfoul von Maike Fetzner (5.). Spitzenreiter Haßloch tut sich anfangs schwer in der Partie gegen den Tabellensiebten. „Wir haben das Spiel genau so erwartet“, sagt TSG-Cheftrainer Benedikt Hettich später. Wenn man lange in der Abwehr stehe, verliere man irgendwann die Konzentration, ergänzt der Sportliche Leiter Marvin Gerdon, der damit das langsame Spiel der Saarländerinnen anspricht.
Fetzner wirft erstes Tor
Erst nach über fünf Minuten das erste Tor: Maike Fetzner setzt sich im Spiel eins gegen eins in der Mitte durch. Die TSG geht fortan stets in Führung, auch wenn Katharina Scheid mit dem nächsten Strafwurf an Gästetorfrau Sally Winter scheitert, die den Ball mit dem linken Fuß abwehrt (7.). Der HSV gleicht zunächst stets aus, meist mit Würfen aus halbrechter Position.
Dann ist nach etwa zwölf Minuten in den Spielunterbrechungen endlich laute Musik zur hören. Sie habe den Regler nicht richtig geschoben, gesteht später Sarah-Marie Krist, die als Beatqueen zu TSG-Heimspielen mit den richtigen Tönen für Atmosphäre in der Halle sorgt. Jemand habe ihr schließlich geholfen.
Scheid vergibt Siebenmeter
Scheid vergibt in der ersten Hälfte zwar auch den dritten Siebenmeter – diesmal ist Winter mit dem rechten Fuß zur Stelle (16.), aber Haßloch hat nun auch mehr Musik im Spiel, setzt sich vom Gegner ab: Scheid zieht auf halblinker Position durch eine Lücke in der Gästeabwehr: 7:4 (18.). Maike Freitag trifft aus der Rückraummitte zum 13:6 und 14:7 (25.). „Die ersten zehn Minuten war’s noch gut – dann haben wir vermissen lassen, was wir trainiert haben“, stellt Thomas Scholtes, Cotrainer der Gäste, kritisch fest. Er spricht damit die Haßlocher Abwehr an, vor der meist eine Spielerin versucht, die Angriffe der Saarländerinnen zu stören. „Wir haben zugeguckt“, klagt Scholtes. Marvin Gerdon betont, dass Haßloch „mit der offensiven Abwehr Fehlpässe der Gäste erzwungen habe“. Allerdings seien die eigenen Fehlpässe selbst verschuldet.
Fehlpässe an den Kreis
Fehlpässe gibt es viele in dem Spiel. Auf beiden Seiten. Im TSG-Angriff misslingen vor allem die Anspiele an den Kreis: Der Pass von Scheid auf Angelina Schreyer ist zu ungenau (20.). Ebenso das Anspiel von Krein auf Lydia Bachtler (42.). Doch Haßloch zieht davon, ist mit Einzelaktionen erfolgreich. Ina Bühl erzielt per Schlagwurf das 17:9 (35.), Lucie Krein das 20:11 im Spiel eins gegen eins (43.). Linksaußen Katharina Gerdon gelingt ein Heber über HSV-Torfrau Eva Menzerath zum 21:12 (44.). Haßloch siegt ungefährdet mit 28:16 (14:7).
Lob gibt es für TSG-Keeperin Medina Martinovic, die viele Würfe der Gäste entschärft. Von „50 Prozent gehaltenen Bällen“ spricht Marvin Gerdon. Er und Hettich sind überhaupt von der TSG-Abwehr angetan: „Nur 16 Gegentore – damit kann man zufrieden sein.“ Großen Anteil daran hat eben Martinovic: Sie wehrt den Wurf von Hannah Gasper mit dem rechten Fuß ab, die frei vor ihr auftaucht (26.). Sie pariert den Wurf von Annika Schommer aus dem rechten Rückraum mit dem linken Fuß (43.). Die vollkommen frei werfende Kreisläuferin Alisha Herzig scheitert ebenfalls am linken Fuß Martinovic’ (50.).
Eine Sache allerdings gelingt der TSG-Torfrau nicht: Sowohl der lange Pass auf die konternde Imke Paul (56.) als auch der auf Scheid sind viel zu lang. „Das müssen wir noch üben“, kündigt Gerdon an und lacht. Er hebt neben Martinovic Maike Freitag und Lucie Krein hervor, die beide in der Abwehr „im Block 60 Minuten geackert haben“.
Besonderer Einsatz von Kripp
Zu ackern hat auch Physiotherapeutin Leonie Kripp. Sie eilt aufs Feld, als Maike Fetzner nach einem Schlag in den Magen liegen bleibt. Dann wischt sie an mehreren Stellen den Hallenboden. „Da war Blut vom verletzten Finger von Rebecca Bold“, erzählt Kripp. TSG-Teammanager Peter Wingerter verkündet derweil einen Neuzugang: In der nächsten Saison spiele Kreisläuferin Vivian Schranz für Haßloch. Sie komme vom Drittligisten Kurpfalz-Bären aus Ketsch.