Neustadt Frau und Beruf: VHS zieht Antrag zurück

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Die Volkshochschule gibt die Beratungsstelle „Frau und Beruf“ auf. Das hat der Volkshochschulausschuss gestern Abend mit den Stimmen von CDU und FWG-Vertretern und gegen das Votum von SPD und Grünen entschieden.

Zuvor hatte sich auch der neue Volkshochschul-Dezernent Georg Krist (FWG) dafür ausgesprochen, den noch unter seinem Vorgänger Ingo Röthlingshöfer (CDU) gestellten Antrag beim Land wieder zurückzunehmen. Die Beratungsstelle, die es über 20 Jahre bei der Volkshochschule gab, beriet mit einer Diplom-Pädagogin und einer Verwaltungskraft Frauen, die nach einer Auszeit wegen Kindererziehung oder Betreuung von Angehörigen den Wiedereinstieg in den Beruf planten. Die Kosten lagen bei 150.000 Euro im Jahr, drei Viertel steuerte das Land bei. Der städtische Anteil wurde durch Kursangebote der beiden Mitarbeiterinnen refinanziert. Rund 90 Beratungsfälle gab es im Jahr, davon allerdings nur zehn bis 20 Frauen aus Neustadt. Für 2015 hat das Land das Konzept verändert. Unter dem neuen Namen „Beratungsstelle Neue Chancen“ können Anträge gestellt werden. Die Kosten sollen zu 50 Prozent durch die Europäische Union (EU), zu 40 Prozent durch das Land und zu zehn Prozent durch den Träger, also im konkreten Fall die Volkshochschule, übernommen werden. Für Neustadt bliebe ein Eigenanteil von knapp 15.000 Euro. Allerdings fordert die EU eine Erfolgsquote: 50 Prozent der Frauen – oder neuerdings auch Männer – die beraten werden, müssen sich anschließend arbeitssuchend melden oder eine Beschäftigung annehmen. Wird diese Quote verfehlt, kann die EU den Zuschuss zurückfordern. Vergeblich appellierten eine der bisherigen Stelleninhaberinnen, die einen unbefristeten Vertrag bei der Stadt hat, und auch die städtische Gleichstellungsbeauftragte Susanne Mehling, an den Ausschuss, sich für das Projekt zu bewerben. Es sei wichtig, Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern, auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Die Kritik des Ausschusses brachte Gerhard Syring-Lingenfelder (FWG) auf den Punkt: „Das ist nicht Aufgabe einer Kommune.“ Mehrere Redner erklärten, die Stadt sei nicht dafür zuständig, schlechte Arbeit der Agentur für Arbeit aufzufangen. Sie befürchteten auch Rückforderungen der EU. Andreas Böhringer (SPD) rechnete aus, dass ein Beratungsgespräch in der Vergangenheit 240 Euro gekostet habe. (wkr)

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