Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Forst macht Rechnung ohne die Diedesfelder

Eine der neuen Brücken aus Kastanienholz.
Eine der neuen Brücken aus Kastanienholz.

Wäre es nach dem Neustadter Forstamt gegangen, dann wäre der Diedesfelder Wald im Klausental um einen idyllischen Wanderpfad ärmer. Doch oft kommt alles ganz anderes, als man denkt.

Der „Brückenpfad“ war nicht mehr verkehrssicher. Zwei Kilometer lang führt er ab der Klausentalhütte bei Diedesfeld in Richtung Hohe Loog und Kalmit an einem kleinen Rinnsaal entlang. Die Brücken waren marode, und auch engagierte Diedesfeldern konnten sie nicht mehr retten. Für die Forstwirtschaft war der Pfad ohne Bedeutung, weil oberhalb ein Wirtschaftsweg in dieselbe Richtung führt. „Eigentlich wollte ich den Pfad sperren und die Brücken abreißen lassen“, gesteht Förster Jens Bramenkamp.

Doch hatte er die Rechnung ohne die Diedesfelder gemacht. Robert Schackert und andere legten ihr Veto ein. Der 75-jährige Schackert ist die gute Seele des Dorfs, kümmert sich überall um jene Kleinigkeiten, die handwerkliches Geschick und Engagement verlangen. So hatte er auch schon vor Jahren eine Sperre an den Anfang des Wegs gelegt, um Radfahrer „außen vor“ zu halten. So soll es nach dem Willen Bramenkamps auch bleiben, obwohl die „Pfalzbiker“ zu den Sponsoren der neuen Brücken zählen: „Es wird ein Radfahren-verboten-Schild aufgestellt, weil Pedelecs zu schwer sind und der Abrieb am Holz die Brücken wieder zerstören würde.“

Für Radler tabu

Zwar sollten touristische Wege von Spaziergängern und Radfahrern genutzt werden können – aber wenn er so schmal ist wie der „Brückenpfad“, wäre der Konflikt programmiert, sagt auch Umweltdezernentin Waltraud Blarr. Der Pfad ist oft nur 50 Zentimeter breit und naturbelassen, von Moos überwucherte Holzstämme liegen wie Mikadostäbchen am Rand, zudem wird er von Wildschweinsuhlen gesäumt. Selbst viele Wanderer kennen ihn laut Blarr nicht. Sie freut sich, dass die Instandsetzungskosten von 12.000 Euro zur Hälfte von Sponsoren gedeckt wurden.

Rund sechs Wochen hatten die Forstwirte Rudolf Knoll und Peter Lehnert an den Brücken gearbeitet. Sie rissen die alten Bauwerke ab, fällten Kastanienbäume und zimmerten die neuen Stege. Der 64-jährige Knoll arbeitet seit fast 50 Jahren im Neustadter Wald: „Wir sind mit Leib und Seele dabei, wenn es darum geht, die sogenannten Walderholungseinrichtungen zu bauen. Dafür haben wir spezielle Lehrgänge besucht.“

Christbaum gesucht

Zu seinen schönsten und zugleich schwersten Aufgaben gehört es auch alljährlich, zwei Weihnachtsbäume für den Marktplatz und den Hetzelplatz auszuwählen. „Sie müssen schon etwas darstellen, aber es wird immer schwieriger, stattliche Fichten oder Weißtannen zu finden“, berichtet er. Manchmal würden sich aber auch Privatleute melden, „denen ein Baum im Garten über den Kopf wächst“. Worauf er insgeheim auch in diesem Jahr hofft.

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