Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Forst: Dirigent Stephan Rahn verabschiedet sich nach 15 Jahren von der Chorgemeinschaft

Um mehr Zeit für seine Familie zu haben, sagt Chorleiter Stephan Rahn nach 15 Jahren produktiver Chorarbeit in Forst und Wachenh
Um mehr Zeit für seine Familie zu haben, sagt Chorleiter Stephan Rahn nach 15 Jahren produktiver Chorarbeit in Forst und Wachenheim servus – mit einem Adventskonzert, wie es auch hier auf dem Bild von 2017 zu sehen ist. Archivfoto: Linzmeier-Mehn

Mit einem Adventkonzert mit dem Titel „Ad te levavi“ verabschiedet sich Stephan Rahn am Sonntag, 1. Dezember, in der Kirche St. Margareta in Forst als langjähriger Leiter der katholischen Chorgemeinschaft Forst/Wachenheim. Der Speyerer übergibt nach 15 Jahren an der Weinstraße den Dirigentenstab zum Jahresende an den Tenor und Kirchenmusiker Florian Löffler.

Forst/Wachenheim. „Der Entschluss, in Forst aufzuhören, war keine Entscheidung gegen die Chorgemeinschaft Forst/Wachenheim, sondern eine für meine Familie. Als Vater von mittlerweile zwei Kindern habe ich den Wunsch, mehr Zeit für die Familie zu haben“, erklärt Stephan Rahn. Das sei alleine schon durch seinen Beruf als reisender Konzertpianist nicht immer leicht. In seiner Heimatstadt Speyer ist Rahn zudem seit diesem Jahr als Kirchenmusiker an St. Joseph tätigt und hat auch noch die künstlerische Leitung des Motettenchores Speyer übernommen.

Die eigene Hochzeit war einer der Höhepunkte

Froh und dankbar sei er für die unterschiedlichen Entwicklungen der letzten Jahre, die zu einem vielfältigen kirchenmusikalischen Leben im „kleinen, aber besonders schönen Forst“ geführt haben. „Neben den liturgischen Aufgaben, die für mich immer im Zentrum standen, konnten wir verschiedene schöne Konzertformate entwickeln, die sich in den zurückliegenden Jahren etabliert haben: das Wandelkonzert, das Adventskonzert oder auch das Orgelkonzert in der Fastenzeit“, betont Rahn. Möglich geworden seien diese Entwicklungen letztlich auch durch die Gründung des Fördervereins für Kirchenmusik im Jahr 2012. „Ein besonderer Termin war auch die Einladung aus Speyer, einen Gottesdienst im Speyerer Dom musikalisch zu gestalten. Persönlich denke ich natürlich gerne an meine Hochzeit 2014 in der Forster Kirche, die die Chorgemeinschaft damals musikalisch mitgestaltet hat“, erinnert er sich.

Rahn freut sich über das vertrauensvolle Verhältnis zu Pfarrer Bernhard Braun, der ihm viel Freiheit für seine musikalische Arbeit gewährte. Besonders schätzt er die stets gute Zusammenarbeit mit der Chorgemeinschaft. Man sei nicht nur seinen musikalischen Ideen gefolgt, sondern habe das ganze Jahr über mit großem Engagement dazu beigetragen, dass die zahlreichen Termine auch organisatorisch gestemmt werden konnten. Er hebt auch das gute Verhältnis zum Vorstand des Chors hervor: „Hans Rau hat in den zurückliegenden 15 Jahren mit viel Herzblut und hoher Verlässlichkeit meine Arbeit unterstützt.“

Der Nachfolger ist in Forst kein Unbekannter

Rahns Nachfolger Florian Löffler übernimmt einen mit 35 Sängerinnen und Sängern gut aufgestellten Chor. Bei der Chorgemeinschaft ist der gebürtige Ludwigshafener kein Unbekannter, war er doch in den zurückliegenden Jahren oft als Solist engagiert. So wird er auch bei der diesjährigen Christmette in Forst wieder als Vokalist zu hören sein, wenn Rahn seinen letzten Gottesdienst als musikalischer Leiter gestaltet. Löffler studierte Kirchenmusik in Regensburg und Gesang in Köln und hat durch seine Familie nach wie vor eine enge Bindung an die Weinstraße. Aktuell lebt er in Frankfurt, wo er im Februar 2019 seine Studien an der Musikhochschule mit dem Master abschloss. In dieser Saison wirkt er nach Ausweis seiner Homepage als Lehrbube in Wagners „Meistersingern von Nürnberg“ am Staatstheater Wiesbaden mit. „Ich schätze Florian Löffler sehr und bin glücklich, dass es gelungen ist, ihn als Nachfolger zu gewinnen“, freut sich Stephan Rahn.

Zum Abschied erklingt auch eine Eigenkomposition

Das Adventskonzert am Sonntag hat der scheidenden Dirigent unter das Motto „Ad te levavi“ gestellt, übersetzt „Zu dir erhebe ich“, benannt nach dem Introitus-Gesang des ersten Adventssonntags. Zu hören sind gregorianische Gesänge des Advents im Dialog mit anderen Musikepochen. Dabei kommt auch noch einmal Rahns eigene Vertonung der O-Antiphonen für gemischten Chor, Sopran und Oboe solo zur Aufführung, die die Chorgemeinschaft 2017 uraufgeführt hat. „Musikalisch greife ich in den sieben kurzen, jedoch ausdrucksdichten Kompositionen auf die alten gregorianischen Melodien der O-Antiphonen zurück und bette sie in ein Klangbild ein, das der Mystik der Antiphonen nachzuspüren versucht“, erklärt der Komponist. „Es handelt sich dabei um die sieben Magnificat-Antiphonen der Woche vor Weihnachten, die auf frühchristliche Zeit zurückgehen und die zur besonderen liturgischen Gestalt des Advents gehören“, so Rahn weiter. Das „O“ leitet sich dabei von den Textanfängen ab, die alle mit diesem Ausruf beginnen, beispielsweise „O sapienta“, „O Adonai“ oder „O Immanuel“. Als Instrumentalwerk wird im Konzert das Oboenkonzert des venezianischen Barockkomponisten Alessandro Marcello zu hören sein. Solisten sind die Sopranistin Violetta Hellwig und die Oboistin Sarah Kaufmann. Begleitet wird die Chorgemeinschaft von einem Streicherensemble des Heidelberger Kantatenorchesters und Christine Rahn an der Orgel.

Termin

Das Adventskonzert der katholischen Chorgemeinschaft Forst/Wachenheim findet am Sonntag, 1. Dezember, um 17 Uhr in der katholischen Kirche St. Margareta in Forst statt. Der Eintritt ist frei.

Der Tenor und Kirchenmusiker Florian Löffler übernimmt im Januar die Letung bei der Chorgemeinschaft Forst/Wachenheim.
Der Tenor und Kirchenmusiker Florian Löffler übernimmt im Januar die Letung bei der Chorgemeinschaft Forst/Wachenheim. Foto: Schwarz
x