Neustadt Folie als vorläufiger Schutz fürs Dach
Das Gebäude der ehemaligen Synagoge in der Deidesheimer Bahnhofstraße ist eingerüstet. Vorrangig ist zunächst einmal der Schutz vor weiteren Schäden. Das bei einem Brand am 21. August zerstörte Dach des Kulturhauses soll dazu mit einer Folie abgedeckt werden.
Die Folie soll zunächst einmal das Gebäude vor Niederschlägen und anderen Witterungseinflüssen schützen. Dazu müssen die angekohlten Deckenbalken zuerst provisorisch mit Latten verstärkt werden. Für das neue Dach werden sie dann aber durch neue ersetzt. Ziegel, die beim Brand auf die Zwischendecke gefallen sind, müssen runter, damit die nicht sehr stabile Decke am Ende nicht noch einbricht. Auch wenn man bisher wenig davon gesehen hat: Nach dem Brand sei bereits einiges geschehen, berichten der Deidesheimer Bürgermeister Manfred Dörr und Nina Lill, zuständige Fachbereichsleiterin der Verbandsgemeindeverwaltung Deidesheim. Im Schnelltempo geht aber schon deswegen nichts, weil alle Schritte mit der Denkmalpflege und der Brandversicherung abzustimmen sind. „Wenn ein Betrieb ein Angebot für Arbeiten macht, muss die Verwaltung das prüfen und es dann an die Versicherung weiterleiten, die das erneut prüft“, sagt Lill. Das Mobiliar des Kulturhauses ehemalige Synagoge ist nach Auskunft der Fachbereichsleiterin ausgeräumt, Ziegel vom Boden wurden entfernt. Das haben Mitarbeiter der Stadt gemacht. Sie konnten damit erst beginnen, nachdem die Polizei den Brandort freigegeben hatte. Er war gesperrt, so lange die Ermittlungen zur Brandursache liefen. Ein Statiker, ein Gerüstbauer sowie ein Dachdecker haben mit der Hubbühne den Schaden begutachtet. Das Material zum Absichern des Gebäudes wurde bestellt. Auch Glaser und Schlosser wurden benötigt. Das Gerüst wurde teils in den Anbau der Synagoge, in dem sich die Toiletten und Garderobe befinden, hineingestellt. Also mussten dort Elemente weggenommen werden. Zum geplanten weiteren Vorgehen sagte Nina Lill, bevor die Zwischendecke entfernt werde, müssten im Innenraum die Fenster gesichert werden. Die historische Eingangstür komme raus und werde für die Dauer der Arbeiten durch eine Bautür ersetzt. Auch der Boden sei gegen Schäden abzudecken. Die verkohlten Balken könnten erst weggenommen werden, kurz bevor das neue Dach auf das Kulturhaus komme. Nötig werden wohl auch Arbeiten an der Mauerkrone, weil die Mauer im oberen Bereich vom Löschwasser feucht geworden ist. Der Mauerschaden sei aber wohl „nicht so riesig“, schätzt die Fachbereichsleiterin die Situation nach der Begutachtung ein. Dass alles eins zu eins wieder aufgebaut werden solle wie vor dem Brand, sei mit der Denkmalbehörde abgestimmt. Bevor das Dach neu errichtet wird, muss die Verbandsgemeindeverwaltung allerdings noch einen Bauantrag bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim stellen. „Denn es ist ein statischer Nachweis zu erbringen“, informiert Lill. Der Antrag sei bereits in der Vorbereitung. Wie mehrfach berichtet, kann der Freundeskreis ehemalige Synagoge, seine Veranstaltungen vorläufig nicht mehr in dem Kulturhaus abhalten; die Verbandsgemeindeverwaltung hat als Ausweichort den Ratssaal angeboten. Bleibt die Frage, ob die Krippenausstellung, einer der Höhepunkte des „Deidesheimer Advents“, ausfallen muss? Nicht ganz, sagt Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourist Service GmbH in Deidesheim. Sie wird aber reduziert auf die Ausstellung von Kinderkrippen. Dafür ist genug Platz in der Hütte der Wichtelwerkstatt, die im Advent auf dem Stadtplatz steht. Man habe mit der Krippenausstellung nicht an einen Standort wie die Stadthalle wechseln wollen, der dafür nicht die richtige Atmosphäre biete, informiert Wemhoener. Mit der kleinen Lösung zeige man wenigstens, dass die Tradition der Krippenausstellung weiterbestehen solle. Laut Wemhoener wird derzeit auch nach einer Lösung für die Keramikausstellung gesucht, die während der jährlichen Veranstaltung „Intonation“ Ende März, Anfang April, bisher immer im Kulturhaus untergebracht war. |ff