Neustadt Flugsport: Piloten des FSV Neustadt in Zweiter Liga auf Platz zwei
Am Ostersamstag zeigten sich die Neustadter Segelflieger in der ersten Runde der Zweiten Segelflug-Bundesliga 2022 hellwach. Sie landeten auf Platz zwei.
Dabei hatte der Morgen am Wettkampftag, am Karsamstag, für die Piloten des FSV Neustadt eine kühle Überraschung parat: Wegen einer kalten Nordostströmung war über Nacht eine dicke Wolkenschicht über die Vorderpfalz geschoben worden, welche der Sonne zunächst kaum eine Chance ließ, die bodennahen Erdschichten zu erwärmen. „Eine winddichte Jacke und eine wärmende Pudelmütze waren dann auch beim Startaufbau eine gern genutzte Bekleidung“, erzählt Bernd Schwehm, Pressereferent des FSV Neustadt.
Wolkenstraßen am Himmel
Die Wettermodelle für den Segelflug gingen davon aus, dass mit nutzbaren Thermikaufwinden erst ab 13 Uhr zu rechnen sein würde. Während die Juniorpiloten vom Oster-Warmup-Training noch im Briefingraum saßen und ihre Streckenaufgaben programmierten, änderte sich zusehends die Wolkenstruktur über der Rheinebene. Der kräftige Wind zeichnete Wolkenstraßen an den Himmel.
Steffen Schmidt zeigte sich hellwach und startete mit seiner ASW22 als erster Streckenflieger des Tages vom Lilienthal-Flugplatz. Mit der enormen Spannweite von 26 Metern könne sein Offene-Klasse-Segelflugzeug schon bei geringen Steigwerten erstaunliche Strecken im Gleitflug zurücklegen, betont Schwehm.
Hilfreicher Rückenwind
Im Teamflug mit Bernd Schwehm, der nur wenige Minuten später in der Luft war, fand er schnell den Weg quer über das Rheintal zum Neckar bei Heidelberg. Von dort an wurden die Steigwerte unter den immer noch tiefen Wolken immer besser, sodass die geplante Flugstrecke über den Flugplatz Möckmühl/Jagst in Richtung Niederstetten/Hohenlohe erfolgreich zu schaffen war. „Auf dem Rückweg war der kräftige Ostwind als Rückenwind sehr hilfreich“, erzählt Bernd Schwehm. Schnell seien sie wieder am Pfälzerwald angekommen, wo die Wolkenoptik zum Weiterflug ins Elsass eingeladen habe. Die Wolkenbasis war inzwischen deutlich angestiegen, dafür lag die Außentemperatur unter dem Gefrierpunkt. Schließlich wurde es wieder Zeit, nach Neustadt zurückzukehren, denn die Cumulus-Wolken fingen an, kleiner zu werden. Die herangeführte Luftmasse wurde zunehmend trockener.
Ziemlich durchgefroren landeten die Neustadter Ligapiloten nach einem mehrstündigen Aufenthalt in eiskalter Luft wieder in Lachen-Speyerdorf. Am Ostersonntag, dem zweiten Rundentag, war der Himmel vollständig blau, war die Thermik deutlich schwächer. Bernd Schwehm: „An eine Verbesserung der Samstagsleistungen war nicht zu denken.“
Zwischen 70 und 90 Sachen
Für die Bundesliga-Wertung kamen so mehrere Flüge mit Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 70 und 90 Stundenkilometern für das 150-Minuten-Zeitfenster zustande. Die drei schnellsten Neustadter Piloten waren Bernd Schwehm (87,3), Steffen Schmidt (86,8) und Tobias Wendling (71,0). Dieses Mannschaftsergebnis reichte für „einen hervorragenden zweiten Platz“ in der ersten Runde der 2. Segelflug-Bundesliga. Schneller waren in der Zweiten Liga nur die Piloten vom LSV Straubing in Bayern. Am Sonntag hatten sie die Gelegenheit zu raumgreifenden Flügen über dem Bayrischen Wald bis ins Waldviertel in Niederösterreich. So flogen sie gegenüber den Pfälzer Piloten einen gewaltigen Vorsprung von 40 Stundenkilometern heraus.