Kreis SÜW
Flexline: Warum der Rufbus ohne die VG Maikammer startet
VRN Flexline nennt sich das Angebot, das in Landau Ende Dezember 2022 eingeführt wurde und inzwischen aufgrund der guten Nachfrage auch nachts fährt. Voraussichtlich ab dem 25. August wird das Bus-Bestellprinzip im Kreis Südliche Weinstraße starten.
Fahrgäste werden dann von montags bis freitags zwischen sechs und 20 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zwischen acht und 20 Uhr einen Kleinbus ordern können – per App oder telefonisch. Inhaber des Deutschlandtickets können den Service kostenfrei nutzen. Das Projekt startet in der Verbandsgemeinde Edenkoben.
Rückmeldungen aus den Gäu-Gemeinden waren der Anstoß für die Flexline. Bürger bemängelten, nicht gut angebunden zu sein. Erste Überlegungen gingen dahin, eine Verbindung von Maikammer und Kirrweiler über die Gäu-Gemeinden in Richtung Hochstadt zu schaffen. Die betroffenen Verbandsgemeinden hätten sich finanziell an den jährlichen Kosten beteiligen müssen, die insgesamt bei 118.000 Euro liegen.
Nicht über Umlage finanzierbar
Doch das Projekt stieß in Maikammer auf Kritik. Dafür gab es mehrere Gründe, erklärte Verbandsbürgermeisterin Gabriele Flach (CDU). Zum einen sei St. Martin völlig außen vor gewesen, damit hätten die Kosten nicht über die Verbandsgemeinde-Umlage finanziert werden können. Zum anderen sei auch das Interesse aus Kirrweiler und Maikammer gering gewesen. „Es gibt bei uns in Richtung Osten keine Fahrgastströme“, so Flach. Deshalb hätten Kosten und Nutzen in keinem sinnvollen Verhältnis zueinander gestanden. Maikammer biete ausreichend Einkaufsmöglichkeiten, die auch von den Bürgern aus Kirrweiler genutzt würden. Außerdem gebe es den Bahnhaltepunkt und den Fahrdienst Mobility-on-Demand.
Nun wird das Projekt in der Verbandsgemeinde Edenkoben starten, allerdings nicht auf der Strecke zwischen Edesheim und Edenkoben, da diese ohnehin gut bedient ist. Der Edenkobener Bürgermeister Daniel Salm (FWG) bezeichnet das Projekt als eine nachhaltige Lösung, um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu fördern, da die Fahrzeuge nur dann fahren, wenn sie benötigt werden. Zumal mobil Eingeschränkte und junge Menschen ohne Führerschein am meisten davon profitierten. Für das erste Jahr zahlt die Verbandsgemeinde Edenkoben einen Beitrag in Höhe von 52.000 Euro.
Flach schließt nicht aus, dass die Verbandsgemeinde Maikammer sich zu einem späteren Zeitpunkt doch noch an dem Projekt beteiligt. Die Anbindung in Richtung Edenkoben sei für die Verbandsgemeinde deutlich attraktiver als die in Richtung Hochstadt.
