Neustadt Filigrane Architekturen
Mit sechs Gastkünstlern aus fünf Nationen geht das internationale Keramik-Symposium „Intonation“ in Deidesheim ab diesen Freitag in seine zwölfte Runde: Eine Woche lang laden Initiatorin Friederike Zeit und ihre Gäste jeweils nachmittags Kunstinteressierte zum Atelierbesuch in der Galerie Zeit und in der ehemaligen Synagoge ein. Und zur Finissage am 16. /17. April zeigen die Teilnehmer dann nicht nur die Ergebnisse des gemeinsamen Schaffens, sondern stellen sich selbst und ihre Arbeiten auch in kurzen Vorträgen vor.
Deidesheim. Wie schon in den Vorjahren setzt die Gastgeberin bei der zehntägigen Zusammenarbeit auf die bewährte Kombination von alten Bekannten und neuen Gesichtern. Über 40 Künstlerinnen und Künstler aus fast 20 Nationen hat Friederike Zeit seit 2004 nach Deidesheim eingeladen und das Profil der Stadt als ein Zentrum der keramischen Bildhauerkunst in Deutschland damit ganz wesentlich mitgeprägt. Zentrales Thema in diesem Jahr sei die Architektur, sagt Zeit: Vier der sieben Künstler beschäftigten sich damit auf höchst unterschiedliche Weise. Inger Södergren aus Schweden – erstmals bei der „Intonation“ dabei – modelliert in Raku-Technik gartenähnliche Landschaften und an Pflanzen erinnernde Skulpturen. Sie wird gemeinsam mit Friederike Zeit im Zeit’schen Atelier arbeiten – gemeinsam mit dem Norweger Svein Narum, der seit vielen Jahren fester Bestandteil des Symposiums ist. Er wird in diesem Jahr an der Fortsetzung seiner Beschäftigung mit sehr sinnlichen, skulpturalen Gefäßen feilen. Ebenfalls auf dem Schlossareal ist Myriam Jiménez aus Spanien mit strengen, fragilen Porzellanskulpturen anzutreffen, die Rhythmus und Bewegung vereinen. Sie reist gemeinsam mit ihrem Mann Juan Ortí und dem achtjährigen Sohn nach Deidesheim: „Es ist das erste Mal, dass wir eine ganze Familie zu Gast haben“, berichtet Zeit. Im Vorjahr war Ortí allein eingeladen gewesen, hatte dabei allerdings Pech: Die Spedition hatte seine Arbeiten nicht rechtzeitig in die Pfalz gebracht, und so waren bei der Abschlussausstellung lediglich jene Werke zu sehen, die während der zehn Tage entstanden waren: strenge, an Industriebauten gemahnende Skulpturen in überwältigender handwerklicher Präzision. Er teilt sich das Kulturhaus am Schlosspark – die ehemalige Synagoge – mit Simon Horn aus Deutschland und dem Ungarn Jószef Zsolt Simon. Horn – bereits 2013 Teilnehmer der „Intonation“ – widmet sich experimentellen Bauten aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Gips und Beton und lässt Räume und Gebäude entstehen, die dazu auffordern, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Jószef Zsolt Simon feiert in diesem Jahr dagegen seine „Intonations“-Premiere. Er arbeitet mit Porzellan in unregelmäßigen Formen, die bisweilen an das Innere von Samenkapseln oder Korallen erinnern. Friederike Zeit selbst wird sich in diesem Jahr weiter ihren Assemblagen widmen, die in jüngster Zeit immer mehr mit figürlicher Anmutung spielen. „Es ist wieder eine interessante Truppe geworden“, freut sie sich auf die gemeinsame Zeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen, auf spannende Begegnungen und – wie schon seit vielen Jahren – die inspirierende Zusammenarbeit. Noch Fragen? Eine Woche lang, bis 17. April, können die Besucher von diesem Freitag, 8. April, an den Teilnehmern der „Intonation“ jeweils von 15 bis 18 Uhr in der Galerie Friederike Zeit und im Kulturhaus am Schlosspark bei der Arbeit über die Schulter schauen. Dort sind am Samstag und Sonntag, 16. und 17. April, von 12 bis 18 Uhr auch die während des Symposiums entstandenen Arbeiten bei einer Abschlussausstellung zu sehen, bei der die Künstler sich und ihre Arbeiten vorstellen. An diesen beiden Tagen hat auch die Künstlerin Lotte Reimers von 14 bis 17 Uhr ihr Atelier in der Stadtmauergasse geöffnet. Finissage ist am Sonntag, 26. April, ab 12 Uhr in der Galerie Zeit. Weitere Informationen unter www.intonation-deidesheim.de. (hox)