Neustadt
Feuerwehr-Großeinsatz in der Innenstadt
„Explosion“ – so hieß nach Angaben von Stefan Klein, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, am Samstagmorgen kurz vor 8 Uhr die Information, als der Alarm zum Brand in der Hindenburgstraße einging. Die Neustadter Wehrleute rückten umgehend aus, 60 Kräfte waren bis zur Mittagszeit in der Innenstadt gefordert. Klein spricht auf RHEINPFALZ-Anfrage von einem Wohnungsvollbrand, der auch aufs Dach übergegriffen war. Ihm zufolge war offenbar durch Gasflaschen eine Verpuffung ausgelöst worden, was dann zum Brand führte. Ein Bewohner sei aus der Wohnung gerannt. Der Mann habe schwere Verbrennungen erlitten und sei mit dem Rettungshubschrauber in die BG-Klinik nach Oggersheim geflogen worden.
Klein beschreibt das Löschen aufgrund der engen Straßenverhältnisse und der dichten Bebauung in der Hindenburgstraße als schwierig. Das betroffene Haus sei etwas zurückversetzt. Die Wehrleute mussten durch einen Hof, um zum Brandherd zu kommen. „Wir mussten auch Autos wegschieben, um Platz zu haben“, so Klein. Nach gut einer Stunde habe die Wehr das Feuer unter Kontrolle gehabt. Wichtig sei gewesen, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Häuser zu verhindern. Dies sei auch gelungen. Zur Sicherheit seien die beiden angrenzenden Gebäude aber evakuiert worden. Damit die Einsatzkräfte vernünftig arbeiten konnten, war die Hindenburgstraße zwischen der Kirch- und der Wiesenstraße komplett gesperrt. Neustadts Bürgermeister Stefan Ulrich sei ebenfalls vor Ort gewesen und habe mit Anwohnern gesprochen. Der Schaden am Haus sei enorm, es sei aktuell nicht bewohnbar, sagt Stefan Klein.
Ergänzend informierte das Polizeipräsidium Rheinpfalz, dass das Feuer vor allem die Dachgeschosswohnung eines Mehrparteienhauses betroffen habe. Bei dem Verletzten handele es sich um den 54-jährigen Bewohner der Wohnung. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 250.000 Euro. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Rauchsäule war in weiten Teilen des Stadtgebiets sichtbar, der Brand somit rasch Thema bei vielen Neustadtern.
Weitere Einsätze
Schon vor dem Einsatz am Samstagmorgen war die Feuerwehr beschäftigt. In der Nacht zum Karfreitag wurde kurz nach Mitternacht in einer Spielhalle in der Heinestraße durch einen Sicherheitsdienst Feueralarm ausgelöst. Ursache waren glimmende Aschereste in einem Aschenbecher, die zu einer Rauchentwicklung führten. Die 19 Wehrleute konnten alles zügig löschen und belüfteten dann die Spielhalle mit zwei Hochleistungslüftern für rund 15 Minuten.
Außerdem kam es am Gründonnerstag abends auf einer Terrasse an der Ecke Hans-Geiger-Straße/Haltweg zu einem Brand an einem Gasgrill. Die Feuerwehr lobt, dass der Bewohner gut reagiert und einen größeren Schaden verhindert habe. Die Fettauffangschale im Grill hatte Feuer gefangen. Der Bewohner warf eine Löschdecke über den Grill, stellte die Gasflasche ab und informierte die Feuerwehr, die mit 21 Kräften vor Ort war. Die Wehrleute kontrollierten alles und bewässerten zur Sicherheit die noch auf dem Grill liegende Löschdecke. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr betont: „Hier zeigte sich wieder mal, wie wichtig es ist, auch beim Grillen Löschmaterial zur Verfügung zu haben.“