Neustadt „Fast zu viele Aufgaben“ für drei Jahre Amtszeit

«Hassloch.»Der Haßlocher Joachim Tremmel hat die Verantwortung beim Leichtathletik-Verband Pfalz (LVP) übernommen. Zum Verbandstag fanden sich lediglich 30 Vereinsvertreter ein. Nach dem Rücktritt von Paul Paszyna im Vorjahr war die Position des Verbandsvorsitzenden nur kommissarisch von Robert Wagner besetzt. Paszyna hatte nach internen Diskussionen den langjährigen Vorsitzenden Ulrich Becker abgelöst.
Für Tremmel war jetzt klar, dass er sich den Aufgaben stellen wird. Der 63-jährige Kaufmann, der bei der BASF europaweit im Einsatz ist, kam über seine Kinder wieder mit der Leichtathletik in Kontakt. Sein 21-jähriger Sohn Raphael war für den LC Haßloch als Zehnkämpfer erfolgreich. Jetzt startet Raphael an seinem Studienort für das Leichtathletikzentrum (LAZ) Gießen. Joachim Tremmel selbst war als Kugelstoßer und Diskuswerfer aktiv. Noch heute steht sein Pfalzrekord von 17,49 Metern aus dem Jahr 1980 an der Spitze in der pfälzischen Datenbank, gestoßen bei den deutschen Meisterschaften in Hannover. „Seit fast fünf Jahrzehnten bin ich mit der Leichtathletik beschäftigt“, begründet der Haßlocher sein großes Engagement. Denn seit sieben Jahren ist er Vorsitzender des LC Haßloch und hätte dort eigentlich bei den vielen Wettkämpfen und Veranstaltungen des Clubs genug Gelegenheit, um sein Organisationstalent und seine ausgleichende, ruhige Art einzubringen. Doch er weiß, dass der LVP schwächelt. Auch wenn er es, ganz Chefdiplomat, nicht nach außen tragen möchte. Alleine die Tatsache, dass die Außenwahrnehmung des LVP nicht besonders gut sei, gibt er zu. „Der LVP braucht eine Hand, die Stabilität hereinbringt“, sagt Tremmel. Dann spricht er von Defiziten in der Zusammenarbeit zwischen Präsidium, Verbandsrat und den Vereinen, oft aufgrund der mangelnden Kommunikation. Er bleibt vage, möchte nicht konkret werden. „Die Nerven bei vielen Beteiligten sind wund gescheuert. Wenn ich die Wunden schließen möchte, kann ich das nicht in die Öffentlichkeit tragen“, betont er. Er wisse, dass es viele engagierte Ehrenamtliche gebe, andererseits auch viele kritische Stimmen. Es gelte nun, diese Menschen wieder zusammenzubringen. Neben den internen Problemen ist es auch wichtig, den LVP für die Zukunft auf der sportlichen Ebene zu stärken. Doch die finanziellen Mittel sind laut LVP-Finanzchef Robert Wagner stark eingeschränkt. Daher geht der Blick in Richtung der beiden Landesverbände Rheinland und Rheinhessen. „Wir arbeiten im Leistungssport bereits zusammen. Das Thema Fusion bleibt weiter aktuell. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das in den nächsten drei Jahren meiner Amtszeit schon erfüllt“, sagt Tremmel. Außerdem braucht er ab 2019 eine Nachfolge für Geschäftsführerin Christa Weber. Die Aufgabe des Leistungssportreferenten werden momentan im Präsidium aufgeteilt. Eine Arbeitsgruppe aus den Vereinen soll gebildet werden, um den Vorstand zu unterstützen. Für Tremmel gibt es also viele Aufgaben. Aber in seinem Berufsleben hat er so viel Spaß, dass er nicht an einen Vorruhestand denkt. Dabei brauche es in dieser Situation, solch einen angeschlagenen Verband zu führen, einen Vollzeitmanager. Tremmel gesteht: „Es sind fast zu viele Aufgaben, um sie in drei Jahren zu erfüllen.“ Aber der Haßlocher bleibt der große Diplomat: „Es ist nicht sinnvoll, jetzt schon alle Vorstellungen und Ideen zu äußern.“ In Sitzungen des neuen Präsidiums werde zunächst einmal intern an den Aufgaben gearbeitet.