WASSERBALL
Fans des SCN wollen bei Endrundenturnier Choreografie aufhübschen
Welch ein Bangen, welch ein Jubeln. Jüngst im Zwischenrundenturnier der U18-Wasserballer in Krefeld waren rund 15 Neustadter Fans zur Unterstützung des SC Neustadt angereist. Ziel der Junioren war Platz zwei und damit die Qualifikation für die Finalrunde der besten vier Junioren-Wasserballteams in Deutschland. Dazu mussten in drei Spielen mindestens zwei Siege her. Was gelang. Gefordert waren ebenfalls die Fans. Und sind es nun auch beim ersten Endrundenturnier an diesem Wochenende in Hannover.
Die Auftaktpartie gegen den Favoriten Krefeld ging noch verloren, das hatten die Fans um Simone Ananias und Viktor Meszaros kenntnisreich einkalkuliert. Simone Ananias hat mit Sohn Matteo einen Akteur im Juniorenteam, sein Bruder Luis spielt bereits in der Zweiten Liga der Männer. Und Ehemann Lars ist Betreuer und Co-Trainer beim SCN. Viktor Meszaros’ Sohn ist Keeper im U18-Tor. Aber auch die Familien von Alex Chaloupka, Ege Engin, Marius Schuler, Alexandros Vlantoussis waren dabei. Manager Michael Heinz wurde von seiner Tochter Kim vertreten. Hendrik Hummel saß als Vertreter der Zweitligamannschaft auf der Tribüne.
Gesungen, getrommelt und gerufen
Simone Ananias: „Die Pause zwischen dem Spiel gegen Krefeld und der wichtigen Partie gegen Nürnberg war zu kurz. Die Jungs haben sich einfach kurz hingelegt und eine Banane gegessen.“ Somit erklärt sich auch, dass diese Begegnung für die Fans besonders aufregend war: Die SCN-Jungs waren drei Viertel lang im Rückstand, bis sie im letzten Viertel das Spiel beherrschten. Viktor Meszaros: „Wir haben von außen alles gegeben, gesungen, getrommelt, gerufen. Keine andere Gästemannschaft hatte solche lauten Fans wie wir dabei.“ Als der Sieg gegen Nürnberg eingetütet ist, gesteht Meszaros: „Wir waren im Himmel, solch ein Spiel zu drehen, das wir schon verloren glaubten. Wir hatten keine Stimme mehr. Und jetzt, nachdem wir auch Cannstatt geschlagen haben und Zweiter wurden, sind wir alle unheimlich stolz.“
Aber nicht nur die Sportler, auch die Fans analysieren ihre Leistung. Meszaros sieht jetzt noch Verbesserungsmöglichkeiten für künftige Auftritte des SCN-Anhangs. Auf jeden Fall fahre man jetzt natürlich zu den beiden Finalturnieren wieder mit. Es sei eine solch unbeschreibliche Stimmung untereinander, man habe alles zusammen unternommen. Aber nun müsse man noch ein bisschen die Choreografie aufhübschen.
Erfolgsgeschichte der Junioren geht weiter
Trainer Peter Jacqué freute sich über die Unterstützung der Fans: „Es hilft tatsächlich. Wir hören die Trommel.“ Auch wenn wie bei Ellen Schuler der Blutdruck hochgehe, wie sie verriet. Die Fans hatten fast zwei Woche Zeit, um an ihrem Auftritt zu arbeiten. Am Samstag und Sonntag steigt das erste Finalturnier in Hannover. Manager Michael Heinz schwärmt indes von der Erfolgsgeschichte der Junioren, die nach 2019 und 2021 erneut in der Endrunde stehen: „Eine fantastische Leistung. Manchmal kommt man trotz des Erfolges ins Grübeln. Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet, werden oft bei Nominierungen zum Landes- oder Bundeskader nicht berücksichtigt. Wir wussten häufig nicht, wie es weitergehen soll: Corona, Badverfügbarkeit, Spielerabgänge, finanzielle Fragen, fehlende Betreuer und Helfer am Protokolltisch. An solchen Tagen vergessen wir, wie hart unsere gesellschaftliche Aufgabe eigentlich ist und genießen einfach den Moment.“ Vielleicht an diesem Wochenende wieder in Hannover.