Neustadt Fürstenweg jetzt ohne Kastanie

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Etwa 20 Jahre hat er den Fürstenweg in Gimmeldingen geziert, seit 29. Dezember gehört er der Vergangenheit an: Ein Kastanienbaum, der illegal gefällt wurde. Denn die Stadtverwaltung als Eigentümerin des Grundstücks, auf dem der Baum stand, hat erst davon erfahren, als empörte Gimmeldinger sich bei ihr meldeten. Derzeit wird die Angelegenheit vom Rechtsamt geprüft.

Bei Ortsvorsteherin Claudia Albrecht (CDU) waren noch am Tattag die Telefone heiß gelaufen. Unter anderem jene Ehrenamtlichen, die sich um die Flur von Gimmeldingen kümmern und auch Führungen anbieten, hatten gesehen, wie ein Mitbürger die Kastanie absägte. Das Holz, so Albrecht, soll er laut Zeugenaussagen auf sein Grundstück geschafft haben. Der Ortsvorsteherin zufolge sind nun die städtische Grünflächenabteilung und das Rechtsamt mit dem Fall befasst. Demnach habe der der Tat verdächtige Gimmeldinger bislang erklärt, den Baum selbst vor Jahren gepflanzt zu haben. Jetzt störe er ihn beim Autofahren. Wenn sich herausstellen sollte, dass er den Baum wirklich selbst auf ein städtisches Grundstück gesetzt habe, sei schon das nicht rechtens gewesen, so Albrecht. Und ihn auf ebenso eigene Faust nun wieder zu entfernen, gehe noch weniger. All das werde nun geprüft und dann entschieden, ob und wenn ja welche Sanktionen folgen müssen. Bevor ihr mitgeteilt wurde, dass die Grünflächenabteilung zuständig ist, hatte sich Albrecht an die Ordnungs- sowie an die Umweltabteilung gewandt. Auf RHEINPFALZ-Anfrage erklärte Umweltdezernentin Waltraud Blarr (Grüne), dass die Grünflächenabteilung im Spiel sei, weil es sich bei dem kleinen Areal im Fürstenweg um Straßenbegleitgrün handele. Doch unabhängig davon ist Blarr in hohem Maß verärgert: Selbst wenn der Baum krank gewesen wäre, stehe es keinem Bürger zu, einfach zur Säge zu greifen. Sollten sich die Verdachtsmomente bewahrheiten, plädiert sie deshalb dafür, bei den Strafen den Höchstrahmen auszuschöpfen, zumal der Verdächtige bei der Umweltabteilung schon öfter unangenehm aufgefallen sei. Möglich seien Bußgelder wegen Sachbeschädigung und Diebstahl sowie die Kostenübernahme für eine Ersatzpflanzung. Eins zu eins zu ersetzen sei der Baum aber nicht, sagt die Umweltdezernentin bedauernd, „weder seine Funktion noch die Ästhetik“. Ordnungsdezernent Georg Krist (FWG), bis Herbst 2014 auch für die Umwelt zuständig, hat solche Fälle schon erlebt. Sie seien ein unerlaubter Eingriff in den Pflanzenbestand im Außenbereich. Die Verwaltung müsse Verstöße gegen das Umweltrecht streng verfolgen. Schließlich verlange sie umgekehrt auch den Bürgern einiges ab. Insgesamt über 3000 Euro habe ein ähnlicher Fall im Jahr 2009 den Verursacher gekostet. Dass die Kastanie nicht mehr steht, bedauern viele Gimmeldinger. Im RHEINPFALZ-Gespräch erzählen sie davon, dass auch Auswärtige, Wanderer auf dem Haardtrand-Weg zum Beispiel, dort gerne gerastet hätten. Tisch und Bank, der im Sommer willkommene Schatten der Kastanie und der fantastische Ausblick auf die Rheinebene seien eine perfekte Verbindung gewesen. Der unter Verdacht stehende Gimmeldinger wollte sich auf RHEINPFALZ-Anfrage nicht zu dem Sachverhalt äußern. |ahb

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